Sommerreifenwechsel

An die Reifen, fertig - los

Foto: ZF

Viele Menschen nutzen ihr Fahrzeug zurzeit wenig. Homeoffice sowie nur notwendige Fahrten zum Einkaufen sorgen dafür, dass mit dem das Auto seltener gefahren wird. Trotzdem steht jetzt die Frage nach dem Wechsel von Winter- auf Sommerreifen an.

Wann ist Zeit für den Wechsel?

Eine Faustformel für den periodischen Reifenwechsel besagt, dass Sommerreifen von Ostern bis Oktober genutzt werden sollen. Weil der Feiertag aber jedes Jahr auf ein anderes Datum fällt, sollte man den Tausch von den Wetterbedingungen abhängig machen: Ist kein Frost in Sicht und die Temperaturen liegen kontinuierlich im Plusbereich, empfiehlt sich auch ein früherer Wechsel auf die Sommerbereifung. Muss man im Gegenteil noch mit Minusgraden rechnen, wartet man lieber ein wenig.

Wer übernimmt den Wechsel?

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Lagern die Sommerreifen auf Felgen in der Garage, kann man den Wechsel mit dem passenden Werkzeug und etwas handwerklichem Geschick selbst durchführen. Wer sich das nicht zutraut oder einfach keine Lust hat, sollte sich frühzeitig um einen Termin in der Werkstatt kümmern, denn üblicherweise kommt es in der Hochzeit zu Engpässen. Aufgrund der Corona-Pandemie sollte man sich zudem bei seiner Werkstatt erkundigen, ob sie wie gewohnt geöffnet ist. Außerdem haben viele Werkstätten ihren Serviceablauf an erhöhte Hygienemaßnahmen angepasst. Auch dies kann zu Terminverzögerungen führen.

Wann brauche ich ganz neue Reifen?

In der Regel kann man beim Reifenwechsel auf die Pneus des Vorjahres zurückgreifen. Allerdings nicht, wenn diese älter als zehn Jahre oder zu stark abgefahren sind. Auch wenn der Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter Restprofil fordern, empfehlen Experten, Sommerreifen bereits bei drei Millimetern zu wechseln, bei Winterreifen sind vier Millimeter die Untergrenze. Häufig sind die Reifen auf den Antriebsrädern schneller runtergefahren. Dann reicht es, nur diese zu wechseln. Am besten nimmt man wieder Pneus vom gleichen Typ. Mischbereifung ist zwar grundsätzlich erlaubt, solange man nicht Radial- und Diagonal-Reifen mixt. Da die Diagonal-Bauart jedoch nur noch für Oldtimer in Frage kommt, ist das ein eher theoretisches Problem. Trotzdem ist eine Bereifung mit stark unterschiedlichen Pneus nicht zu empfehlen, da sich das Fahrverhalten verändern kann.

Welche Reifengrößen eignen sich für mein Auto?

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Besitzer eines alten „Fahrzeugscheins“ finden die zulässigen Standard-Dimensionen unter den Ziffern 20 und 21 beziehungsweise 22 und 23. Zusätzliche Größen werden häufig im Feld 33 unter „Bemerkungen“ aufgeführt. Komplizierter wird es, wenn beim eigenen Auto die 2005 eingeführte zweiteilige „Zulassungsbescheinigung Teil I“ den Fahrzeugschein ersetzt. Dort ist nur noch die kleinste zulässige Größe angegeben. Die restlichen Dimensionen finden sich in der beim Neuwagenkauf mit ausgelieferten EU-Übereinstimmungserklärung (auch COC-Papier genannt). Die Liste ist allerdings auch nicht erschöpfend, je nach Achslast und Höchstgeschwindigkeit sind auch andere Dimensionen erlaubt. Hier fragt man am besten den Fachmann. Alternativ bieten die großen Reifenhersteller auf ihren Internetseiten Suchmaschinen an, die anhand der Fahrzeugdaten die passenden Pneus ermitteln.

Welche der zulässigen Größen soll ich wählen?

Meistens gilt: Je größer die Felgen und je breiter die Reifen, desto besser stehen sie dem Auto. Gleichzeitig steigt der Preis mit mehr Durchmesser und Aufstandsfläche stark an. Jenseits der Optik bieten breite Pneus aber noch weitere Vorteile: Zumindest auf trockener Fahrbahn bremsen sie besser. Und auch die Kurvenstabilität erhöht sich. Allerdings sind Breitreifen anfälliger für Aquaplaning und steigern den Verbrauch. Gleichzeitig bieten sie weniger Federungskomfort. Am Ende ist die Wahl also in erster Linie von Geschmack und Geldbeutel abhängig.

Kaufe ich besser Premium- oder Billigreifen?

Von ausgesprochenen Billigreifen, meist aus China importiert, ist in der Regel abzuraten. Bei Tests von Autoclubs und -zeitschriften schneiden sie immer besonders schlecht ab. Zu den Siegern zählen meist die Pneus der großen Premiummarken Continental, Michelin, Goodyear-Dunlop, Pirelli und Co. Wer weniger Geld ausgeben will, fährt mit Markenherstellern aus der zweiten Reihe aber nicht schlechter. Zudem haben viele Premiumhersteller preisgünstige Tochtermarken im Programm (Continental/Uniroyal oder Goodyear/Fulda), die nicht immer die allerneueste Technik, aber durchaus solide Kost bieten. Die letztendliche Wahl hängt auch vom eigenen Fahrprofil ab: Wer viel und gerne sportlich unterwegs ist, sollte nicht ausgerechnet beim Reifenkauf sparen. Wer nur gelegentlich in der Stadt unterwegs ist, braucht sicher nicht das neueste Hightech-Modell.

Wo kaufe ich meine Reifen?

Reifen gibt es mittlerweile fast überall: im Autohaus, beim Reifenhändler, im Internet und im Baumarkt. Besonders günstig ist letztgenannte Quelle, allerdings finden sich dort häufig eben jene nicht empfehlenswerten Billigreifen aus China. Auch im Internet werden solche Problempneus gerne offeriert. Es gibt allerdings auch zahlreiche seriöse Spezialseiten für den Reifenkauf. Viele davon haben auch Werkstattpartner vor Ort, die die Montage übernehmen. Wer nur den nackten Reifen kauft, muss ihn nämlich noch von einem Fachmann auf die Felge ziehen und auswuchten lassen. Vermeintliche Billigangebote vom Baumarkt oder über Ebay relativieren sich dann schnell, denn der Monteur am Wohnort nimmt in solchen Fällen häufig höhere Preise, als wenn die Pneus bei ihm direkt gekauft werden. Auch an die Entsorgung der Altreifen sollte man beim Kauf denken; Fachbetriebe übernehmen das in der Regel für ihre Kunden.

Was ist nach dem Wechsel zu beachten?

Wer neue Reifen auf den Achsen hat, sollte diese zunächst vorsichtig einfahren. Nicht nur, weil sie möglicherweise etwas anders reagieren als die vorher verwendeten Exemplare. Sondern auch, weil sie noch nicht den vollen Grip haben. Wenn Reifen aus dem Werk kommen, sind sie extrem glatt, da sie beim Vulkanisieren mit einem silikonähnlichen Trennmittel eingesprüht werden. Das sorgt dafür, dass die fertigen Pneus nicht an ihrer Form festkleben – führt aber auch zu vermindertem Halt auf Asphalt. Erst nach 200 bis 300 Kilometern ist die Beschichtung verschwunden, zudem wird die Reifenoberfläche leicht aufgeraut und greift dann besser.

Wohin mit den Winterreifen?

Beste Orte zum Übersommern sind Keller oder Garage. Befinden sich die Reifen auf einer Felge, werden sie am besten übereinander gelagert. Im Zubehörhandel werden außerdem Wandhalterungen oder Felgenbäume angeboten, die die Räder stabil in Position halten. Vor dem Einlagern sollte der Luftdruck um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöht werden, um den Druckverlust während der Lagerung auszugleichen. Werden die Pneus ohne Felgen gelagert, müssen sie senkrecht an die Wand gelehnt werden. Häufig wird geraten, die Gummis alle paar Monate ein wenig zu drehen; der Effekt ist bei kurzen Lagerzeiten aber gering. In jedem Fall ist jedoch darauf zu achten, dass das Gummi nicht mit Öl, Lösungsmitteln oder anderem Schmutz in Berührung kommt. Auch starke Sonneneinstrahlung oder Hitze bekommt den Reifen schlecht. Wer zuhause keinen Platz hat, kann die Reifen auch bei Händlern oder Kfz-Werkstätten einlagern. Allerdings kann das für Nicht-Kunden teuer werden. Häufig ist es billiger, auch gleich den Reifenwechsel dort vornehmen zu lassen.

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