Spritkostenvergleich an Tankstellen

Was die gelben Zettel bedeuten

Energiekostenvergleich, Spritkostenvergleich Foto: BMWi

Wer Sprit tankt, könnte neidvoll auf E-Mobilisten blicken. Denn an vielen Tankstellen hängt nun ein Kostenvergleichs-Plakat.

Ein Spritkostenvergleich soll Tankstellenkunden für alternative Antriebe sensibilisieren. Der gelbe Zettel listet auf, wie viel Geld bei Benziner, Diesel, E-Auto und Gasfahrzeug 100 Kilometer Fahrt kosten. Die Daten werden alle drei Monate aktualisiert. Zum Start schneiden die Stromer klar am besten ab.

Verpflichtend sind die Angaben ab sofort an allen Tankstellen mit mehr als sechs Mehrfachzapfsäulen. Diese großen Betriebe machen mit rund 1.500 Standorten lediglich einen kleinen Teil der insgesamt 14.500 deutschen Tankstellen aus. Allen anderen Betrieben steht es frei, die gelben Zettel aufzuhängen. Oder die Angaben auf einem Bildschirm zu präsentieren, denn auch das ist erlaubt. Wichtig ist, dass die Tabelle gut sichtbar ist, entweder an einer prominenten Stelle in Kassennähe oder an mindestens der Hälfte der Zapfsäulen.

Egal ob das Display aus Papier oder Flüssigkristallen ist, die Angaben sind identisch. Sieben Zeilen führen die einzelnen Kraftstoffe auf, angefangen bei Super E5, Super E10 und Diesel. Danach folgen Strom, Erdgas und Autogas sowie Wasserstoff. In zwei Spalten stehen daneben die Energiekosten, jeweils für einen durchschnittlichen Pkw der Kleinwagen- oder Kompaktklasse sowie für Fahrzeuge der Mittel- und Oberklasse.

In der Ausgabe für den September führt das E-Auto in beiden Fahrzeugklassen das Ranking der günstigsten Optionen an. 4,74 Euro beziehungsweise 4,84 Euro weist der gelbe Zettel aus. Am teuersten ist Super E5 mit 9,26 Euro beziehungsweise 11,42 Euro. Grundlage der Berechnung ist einerseits der durchschnittliche Normverbrauch der drei meistverkauften Pkw je Fahrzeugkategorie. Die Energiekosten werden aus dem durchschnittlichen Liter- beziehungsweise kWh-Preisen des Vorquartals gebildet. Wie hoch diese waren, zeigt das Plakat allerdings nicht.

Gerade letzter Punkt sorgt für Kritik, ändern sich die Preise vor allem bei Flüssigkraftstoffen doch teils rasant. Diesel etwa ist in den vergangenen drei Monaten um neun Cent pro Liter teurer geworden, während der Benzin-Preis weniger stark gestiegen ist. Da die Preise für Energie sich schneller ändern als der Kostenvergleich aktualisiert wird, stimmen dessen Angaben zu fast keinem Zeitpunkt exakt.

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Ein weiteres Problem: Für E-Autos werden die Kosten für das Tanken an der heimischen Steckdose zugrunde gelegt. Und die liegen dort pro Kilowattstunde meist 10 bis 50 Cent unter den Straßenverkaufspreisen. Wer keine Möglichkeit hat, auf dem privaten Grundstück zu tanken, findet sich in der Preisvergleichs-Tabelle also nicht wieder. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind die Kosten für Wartung, Versicherung, Wertverlust und Steuern. Allerdings würden dort E-Autos ebenfalls oft besser abschneiden als typische Verbrenner.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sieht beides nicht als Problem. Denn der Kostenvergleich soll vor allem für Vergleichbarkeit sorgen und für alternative Antriebe und Energieträger für Personenkraftwagen sensibilisieren. Denn gerade der Vergleich war aufgrund der unterschiedlichen Einheiten – Liter, Kilogramm, Kilowattstunden und Kubikmeter - bisher schwierig.

Vorausgegangen waren verschiedene Verbraucherumfragen sowie ein Pilotprojekt an 15 Tankstellen. Diese hätten laut Ministerium gezeigt, dass große Informationsdefizite bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu alternativen Antrieben und Kraftstoffen bestünden. Beispielsweise stuften mehr als 80 Prozent der Befragten ihr Wissen zu alternativen Kraftstoffen und 50 Prozent ihr Wissen zu batterieelektrischen Antrieben als nicht ausreichend ein, 55 Prozent gaben an, dass zusätzliche Informationen zu den Kraftstoffkosten die nächste Fahrzeugwahl beeinflussen würden.

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