Ssangyong Korando 1.6 D Fahrbericht

Überraschend gut

SSangyong Korando 2020 Foto: Hanno Boblenz 18 Bilder

Die Marke Ssangyong haben die wenigsten Flottenmanager auf dem Schirm. Zu Unrecht, wie der Kompakt-SUV Korando in unserem Test beweist.

Asiaten sagt man ja gerne eine Vorliebe für elektronische Gimmicks nach. Solange es klingelt, piept und blinkt, ist alles prima. Deshalb empfehlen wir jedem Interessenten eines Ssangyong Korando, vor der ersten Testfahrt die Klangeinstellungen zu checken. Sonst nervt der koreanische SUV die Passagiere womöglich gleich mit langatmigen synthetischen Willkommens- und Abschiedsfanfaren.

Wäre doch schade, denn der 4,45 Meter lange und scharf gezeichnete Korando sticht raus aus dem dicht besetzten Feld rund um VW Tiguan, Nissan Qashqai, Seat Ateca oder Hyundai Tucson. Keine Frage, nach diesem Auto dreht man sich um.

Auch innen macht er eine gute Figur und ist technisch up to date. Im Cockpit unseres Testwagens stecken digitale Instrumente und ein fein auflösender Touchscreen. Große Karte, kleine Karte, oder lieber Fahrtinfos im Blickfeld? Der Fahrer klickt sich seine Lieblingsansicht zurecht. Die Bildschirme sind eingebettet in eine hübsche und sauber verarbeitete Hochglanz- und Chromarchitektur. Auf den zweiten Blick offenbart sich zwar vieles einfach als lackierter Kunststoff – aber gut schaut’s trotzdem aus.

SSangyong Korando 2020 Foto: Hanno Boblenz
Ssangyong Korando

Um den Wagen einzuordnen, empfiehlt sich zuerst ein Blick in die Preisliste. Die startet bei nur 19.320 Euro (alle Preise ohne Mehrwertsteuer). Dafür liefert Ssangyong einen frontgetriebenen Benziner mit 163 PS und einer Ausstattung, die selbst bei anderen asiatischen Importeuren noch ein paar Tausender mehr kostet. Weil User-Chooser und andere Fahrer von Geschäftswagen meist ein üppigeres Budget haben, stellte uns Ssangyong den Korando gleich in der teuersten Version Sapphire auf unseren Firmenparkplatz. Für knapp 33.000 Euro fährt der Koreaner dann mit 136-PS-Diesel, Allradantrieb, Automatik und einer ganzen Armada an elektrischen Helfern vor. Radartempomat, Totwinkelwarner, Spurhalter, Ausstiegswarner, Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer – alles serienmäßig drin, sodass der Wagen alle Anforderungen an einen modernen Geschäftswagen erfüllt. Sogar belüftete Ledersitze und ein beheizbares Lenkrad werden geliefert.

SSangyong Korando 2020 Foto: Ssangyong
Modernes Cockpit mit großen Bildschirmen.

Man bekommt also sehr viel Auto fürs Geld, und auch viel Platz, selbst auf der Rückbank. Dort kommen auch großgewachsene Passagiere gut unter. Und unter der elektrisch und mit viel Gebimmel öffnenden Heckklappe lässt sich ordentlich Gepäck verstauen – wenn man es erst mal über die 80 Zentimeter hohe Ladekante ins tiefe Abteil gewuchtet hat. Alternativ bleibt der variable Ladeboden in der oberen Stellung. Das verringert zwar die Höhe des Abteils, erleichtert das Beladen aber sehr. Kleine Taschen kann man zudem sichern, indem man den Boden hochkant steckt und den Laderaum so verkleinert.

Gibt’s also nichts auszusetzen? Doch: Der knurrige, 136 PS starke 1,6-Liter-Diesel genügt, um gut im Verkehr mit zu schwimmen, mehr aber auch nicht. Vollgas bei 120 km/h? Geht schon, aber es dauert halt. Nur mit Anlauf arbeitet sich der Wagen an die 181 km/h Höchstgeschwindigkeit heran. Schnell mal einen Lkw auf der Landstraße überholen: Das sollten Sie sich zweimal überlegen. Die lustlose Automatik schaltet auch bei Vollgas sehr ungern zurück, was in Kombination mit dem zu langen sechsten Gang jede Dynamik im Keim erstickt. Sparsam ist der Motor trotzdem nicht. Gut acht Liter auf 100 Kilometer sind Standard, nur mit sehr gezügeltem Gasfuß steht eine Sieben vor dem Komma.

Auch am Fahrkomfort dürfen die Koreaner noch feilen. Das zu straffe Fahrwerk schüttelt die Passagiere gehörig durch auf schlechten Straßen, was sicher auch an den schicken, aber großen Rädern liegt (18 Zoll). Und obwohl der Wagen sicher liegt, mag man wegen des fehlenden Seitenhalts der hoch montierten Ledersitze nicht wirklich schnell ums Eck fahren.

Fahrbericht Ssangyong Tivoli
Nobody‘s perfect

Dass die Sprachsteuerung nur mit verkabeltem Smartphone und nur für die Handyfunktionen funktioniert – geschenkt. Dass die Bildschirme unseres Testwagens ab und zu für Sekundenbruchteile aussetzten und der Kollisionswarner etwas übereifrig arbeitet – Petitessen. Unterm Strich überrascht der Korando als preiswerter SUV mit fünf Jahren Garantie. Wenn Ssangyong jetzt noch die Lücken im Händlernetz schließt und dem Auto das Bimmeln und Piepen abgewöhnt, sollte einem Erfolg im Geschäft mit Firmenkunden nichts im Wege stehen.

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