Suzuki Jimny Zweisitzer (2021) Test

Rabauke fürs Gelände

Suzuki Jimny Zweisitzer 2021 Foto: Immanuel Schneeberger 22 Bilder

Der Suzuki Jimny genießt Kultstatus – selbst wenn es ihn nur noch als Nutzfahrzeug mit zwei Sitzen gibt. Fürs Gelände eignet er sich prima, doch taugt er auch für Dienstfahrten auf der Straße?

Wie viel Rabatt gibt es, wie teuer ist das Leasing? Standardfragen von Flottenmanagern, wenn sie neue Dienstwagen anschaffen. Beim Suzuki Jimny ist alles anders. Der kleine Offroader ist nicht unter dem Listenpreis zu bekommen. Wer auf einschlägigen Onlineplattformen sucht, muss sogar oft mehr bezahlen. Dabei gibt es den kantigen Japaner nur noch als zweisitziges Nutzfahrzeug mit großer Ladefläche. Mit diesem Trick umgeht Suzuki Strafzahlungen wegen zu hoher Verbrauchswerte, denn so versaut der Jimny die Bilanz des Herstellers nicht.

Wir haben uns die knallgelbe Kiste genauer angeschaut. 3,48 Meter ist sie kurz, plus 20 Zentimeter fürs außen montierte Reserverad. Und nur 1,65 Meter breit. Da findet man überall einen Parkplatz. Übersichtlich ist der Würfel dank schmaler Karosseriesäulen ebenfalls. Die kantige Form erleichtert das Rangieren. Das ist nicht nur im City-Gewusel, sondern auch auf engen Waldwegen von Vorteil. Dafür ist der kleine Offroader ja auch gebaut. Mit Allradantrieb, Starrachsen und kurzen Überhängen sowie 20 Zentimeter Bodenfreiheit klettert der Jimny über beinahe alle Hindernisse. Droht dem 1,5-Liter-Motor an steilen Hängen die Puste auszugehen, hilft ein Untersetzungsgetriebe weiter, begleitet von ordentlich Geheul des zusätzlichen Zahnradpaares.

Suzuki Jimny Zweisitzer 2021 Foto: Immanuel Schneeberger
Der große Laderaum bietet den Abroll- und Antriebsgeräuschen einen prima Resonanzraum.

Wer einen leisen Reisewagen sucht, ist hier an der falschen Adresse. Der Verzicht auf die hinteren Sitze hat auch den Verlust von Dämmmaterial zur Folge: Der große Laderaum bietet den Abroll- und Antriebsgeräuschen einen prima Resonanzraum. Den nutzt auch der fleißig dröhnende 1,5-Liter-Vierzylinder gerne aus. Er mobilisiert 102 PS bei schreienden 6.000 Touren, baut aber glücklicherweise schon bedeutend früher für Vortrieb genügendes Drehmoment auf. Bis Landstraßentempo lässt es sich so aushalten, für längere Dienstreisen bei Autobahnrichtgeschwindigkeit empfehlen sich Schallschutzkopfhörer. Immerhin schafft es der Knirps, seine Werksangabe von 145 Spitze zu pulverisieren, echte 160 km/h waren drin.

Dass diese Geschwindigkeiten nicht Entwicklungsziel Nummer eins waren, ist klar. Dafür sind die beiden Starrachsen nicht ausgelegt. Die indirekte und gefühllose Lenkung erweist sich eher als Peilinstrument, zumal das ganze Auto gerne mal ordentlich versetzt, wenn eine Unebenheit den Kurvenverlauf schmückt. So ist das Fahren noch ein richtiges Erlebnis, Langeweile kommt hier nicht auf.

Suzuki Jimny Zweisitzer 2021 Foto: Immanuel Schneeberger
Kein Schnickschnack, aber auch kein Sound.

Umso besser, dass der Innenraum nicht vom Wesentlichen ablenkt. Knöpfe sind die einzige Bedienart, das Radio empfängt immerhin schon digital, kann aber sonst gar nichts. Smartphone-Integration bedeutet hier Freisprecheinrichtung – die bei höheren Geschwindigkeiten nicht verwendbar ist. Warum Suzuki nicht wenigstens das Touchscreen-Infotainment aus dem Pkw-Jimny gegen Aufpreis anbietet, erschließt sich uns nicht. Egal, immerhin funktioniert die Schildererkennung per Kamera erstaunlich gut, und in heiklen Situationen legt das kleine Auto automatisch eine Notbremsung hin. Sogar vor Verlassen der Spur warnt der Jimny, aber wohl nur, weil ihn der Gesetzgeber dazu zwingt. Mehr Assis gibt es nicht.

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Obwohl: Die Bergabfahrhilfe wollen wir nicht verschweigen. Sie ist angesichts des kurz übersetzten Getriebes aber selbst bei großen Gefällen überflüssig. Damit dann nichts vom 863 Liter fassenden Laderaum nach vorne rutscht, hat Suzuki eine massive Trennwand hinter die Sitze geschraubt. Leider etwas zu weit vorn, denn Menschen über 1,75 Meter würden sehr gern den Sitz weiter nach hinten schieben. Außerdem öffnet die Hecktüre nach rechts, was beim Parken am Straßenrand wirklich ungeschickt ist. So bleibt der 18.415 Euro teure Jimny ein Spezialgefährt für Förster und Fans oder für Dienstwagenfahrer mit schlecht zugänglichem Ferienhaus in den Bergen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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