Test Sommerreifen 195/55 R 16 H

Die besten Reifen für Kleinwagen

Sommerreifentest Kleinwagen 2021 Foto: Ingolf Pompe

Damit Kleinwagen wie Seat Ibiza oder VW Polo im Flottenalltag sicher unterwegs sind, brauchen sie gute Reifen. Der Sommerreifentest 2021 zeigt, auf welche Modelle der Größe 195/55 R 16 H Sie setzen können.

Fahrer von Kleinwagen denken häufig: "Wozu teure Reifen kaufen, den fahren wir doch nur in der Stadt.« Doch das Risiko, Fußgänger oder Radfahrer durch unkontrollierbare Fahrmanöver zu gefährden oder zu verletzen, in der Stadt besonders hoch. Und: Wäre der bessere, nur bis zu 170 Euro teurere Reifensatz das Mehr an Sicherheit nicht wert gewesen?

Um zu klären, wie groß die sicherheitsrelevanten Leistungsunterschiede bei Reifen dieser Klasse tatsächlich ausfallen, haben wir die elf führenden Modelle etablierter Reifenhersteller im Preissegment von rund 50 bis 90 Euro pro Reifen verglichen. Mit dabei sind Premiummarken wie Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli, aber auch günstige Anbieter wie Maxxis.

Sommerreifentest Kleinwagen 2021, Werkstt, Reifenwechsel, Foto: Ingolf Pompe
Elf Reifensätze im Vergleich – das bedeutet, 96 Kompletträder auf zwei Fahrzeugen jeweils bis zu siebenmal auf- und ­abzumontieren.

Aufs Bremsen kommt es an

Alle durchlaufen dasselbe Testprogramm, und ganz vorn steht: bremsen! Schließlich ist das die erste und grundsätzlich richtige Reaktion in jeder brenzligen Situation. Die zerstörerische Bewegungsenergie des Fahrzeugs muss gebändigt werden. Schnellstmöglich. Mit Kräften, die nur die Reifen an die Fahrbahn übertragen können. Wir testen diese Eigenschaft getrennt auf nassen und trockenen Straßen. So oft und so lange, bis wir uns unserer Ergebnisse sicher sind.

Sommerreifen Test Ergebnisse trockene Straße Foto: firmenauto

Also rein in den VW Polo und den Seat Ibiza, auf Tempo 100 beschleunigen und dann voll in die Eisen steigen. Erstes Ergebnis: Auf trockener Straße liegen nur rund drei Meter zwischen dem besten (Michelin) und schlechtesten Reifen (Falken). Ganz anders sieht’s bei Nässe aus, da klaffen die Unterschiede viel weiter auseinander. Hier liegen zwischen dem besten (wieder Michelin) und dem schwächsten Nassbremser (Toyo) erschreckende 7,2 Meter. Oder fast zwei Autolängen. Und das, obwohl nur aus 80 km/h gebremst wird, um Einflüsse durch eventuelles Aquaplaning zu vermeiden.

ESP und ABS funktionieren nur mit guten Reifen richtig

Um das Ergebnis anschaulicher zu machen: Selbst in der Stadt, wo Autos dicht an dicht fahren und häufig nicht auf den Sicherheitsabstand achten, hätte es übel gekracht. Denn auch bei Tempo 50 brauchten die Testwagen mit dem schlechtesten Reifen knapp eine Wagenlänge mehr Anhalteweg. ABS und ESP funktionieren nur mit guten Reifen richtig Reifen müssen auch gut haften, damit die elektronischen Fahrdynamik-Regelsysteme wie ABS und ESP gut funktionieren. Denn ESP arbeitet ausschließlich über Bremseingriffe. Überträgt der Reifen diese Bremskraft nicht, kann auch die beste Elektronik das Auto nicht mehr stabilisieren.

Sommerreifen Test Ergebnisse nasse Straße Foto: firmenauto

Deshalb wollen wir wissen, wie gut Auto, Reifen und bei Bedarf auch das Regelsystem unter sicherheitsrelevanten Aspekten zusammenarbeiten. Das prüfen wir in Seitenführungs-, Handling- und Aquaplaningtests auf ­nassen Strecken sowie hochdynamischen Spurwechseltests auf trockener Straße bei Autobahntempo. Hinzu kommen Komfortprüfungen und zuletzt auch die Zeitenjagd auf einem rennstreckenähnlichen Rundkurs, bei der die Fähigkeiten des Reifens bis an seine Grenzen und darüber hinaus beurteilt werden.

Das Ergebnis: Mit den kürzesten Bremswegen auf nasser und trockener Strecke ist der teure, aber spritsparende Michelin ­Primacy 4 trotz seiner Aquaplaningschwächen bei Überlandtempo nicht zu schlagen. Das macht ihn zum Testsieger. Mit deutlichem Punktabstand und über einem Meter mehr Bremsweg folgen gleich zwei Modelle: der nicht minder teure, genauso effiziente Bridgestone sowie gleichauf der deutlich günstigere Nokian. Der bietet bei Regenwetter etwas mehr Sicherheit und gewinnt somit die Preis-Leistungs-Wertung. Das Mittelfeld belegen die recht ausgewogenen Reifen von Goodyear und Conti und der sehr preiswerte Maxxis.

Sommerreifen-Test (2019) 215/55 R 17 Die besten Reifen für die Kompaktklasse

Auch der auf nassen Straßen sehr gut bremsende BF Goodrich, der besonders spritsparende und leise Hankook sowie der besonders aquaplaningsichere, aber dafür bremsschwache und wenig effiziente Falken liegen noch im Mittelfeld. Pirelli verpasst den Anschluss mit Schwächen in den Bremsdisziplinen, und der besonders kurvenstarke Toyo patzt vor allem beim Nassbremsen. Top-Leistungen, das zeigt der Michelin, haben auch bei Kleinwagenreifen ihren Preis. Wer kleine Abstriche in der Gesamtperformance in Kauf nimmt, rüstet die Firmenwagen oder Poolfahrzeuge mit den Reifen von Nokian, Goodyear oder Conti aus – ohne spürbar auf Sicherheit zu verzichten, aber für ein deutlich kleineres Budget. Noch mehr sollte man allerdings nicht sparen: Das muss Ihnen Sicherheit wert sein.

Download Test Sommerreifen 195/55 R 16 H für Kleinwagen: Alle Ergebnisse in der Übersicht (PDF, 0,21 MByte) Kostenlos
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