VW Amarok V6 TDI 20 Bilder Zoom
Foto: Thomas Kueppers

Test VW Amarok V6 TDI Aventura

Kräftiger Lifestyle-Lastenträger

VW Mit seinem V6 TDI markiert der VW Amarok aktuell noch die Leistungsspitze im europäischen Pick-up-Segment. Im Test muss er beweisen, was außer roher Kraft noch in ihm steckt.

Mit der X-Klasse will Mercedes den Pick-up vom Werkzeug zum Lifestyle-Accessoire verwandeln. Dabei gibt es schon seit einigen Jahren einen Kandidaten, der diese Nische mit breiten Schultern besetzt: den VW Amarok. Zum Test tritt der Pick-up, den VW komplett in Eigenregie auf die Räder stellt, in der bisherigen Top-Variante an. Der V6-Diesel stemmt 550 Nm. Die Ausstattung Aventura lässt zumindest auf den ersten Blick keine Wünsche offen. Zwar läuft der Amarok ab sofort auch mit noch etwas mehr Leistung vom Band, doch es zeigt sich schnell, dass selbst der Motor mit "nur" 224 PS Leistung im Überfluss bietet. VW gibt für den Standardsprint 8,2 Sekunden an. Das glaubt man dem blauen Ungetüm sofort. Die offizielle Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h lässt er zumindest auf dem Tacho verstreichen – erst bei 210 ist Schluss.

Auch im Gelände gibt sich der Amarok keine Blöße

Gepaart mit der gut abgestimmten Achtgangautomatik mutiert der Pick-up zum lifestyligen und ausreichend komfortablen Reisewagen. Ob Schaltwippen in dieser Fahrzeugklasse aber wirklich notwendig sind, sei dahingestellt. Der Dieselkonsum jedenfalls bleibt erstaunlich niedrig. Auf der Verbrauchsrunde hält der Amarok die Werksangabe exakt ein. Daran hat gewiss auch das aerodynamisch günstige Hardtop seinen Anteil. Doch auch bei der Fahrt durchs Gelände oder bei schneller Autobahnfahrt hält sich der Dieselaufschlag in engen Grenzen. Trotz Starrachse, Blattfedern und den üppigen Dimensionen kann der VW überdies beim Handling punkten und wirkt relativ handlich. In engen Kurven ist dennoch der permanente Allradantrieb zu spüren, der sich ein wenig verspannt.

Kameras und Piepser lassen den Wagen beim Parken hingegen eher wieder wie einen Pkw wirken. Ein Manko ist jedoch, dass die Piepser beim Vorwärtseinparken nicht immer automatisch ansprechen. Ein Druck auf den entsprechenden Knopf sorgt dann aber für Abhilfe. Auch im Gelände gibt sich der Amarok keine Blöße. Dank des bulligen Drehmoments tuckert er stoisch steile Anstiege hinauf. Die hintere Differenzialsperre tut ihr Übriges. Ein klein wenig schränkt das ausladende Heck den Böschungswinkel ein, dies ist aber weit weniger störend als die chromglänzenden Sidebars. Unter ihnen leidet der Rampenwinkel zugunsten der Optik deutlich, wenn auch Pick-ups weniger zum Kraxeln, sondern eher als traktionsstarke Lastentiere gedacht sind.

Zoom VW Amarok V6 TDI Foto: Thomas Küppers
Der Amarok ist keine Stretchlimo. Der Platz reicht aber zumindest für kürzere Touren.

Im Fond reicht der Platz für kurze Menschen oder kurze Strecken

Der positive Eindruck, den der Amarok on- und offroad vermittelt, setzt sich im Innenraum fort. Auf den ersten Blick glänzt der VW mit vorbildlicher Verarbeitung. Auf den zweiten Blick erweist sich die eine oder andere Stelle aber als nicht ganz so solide. Aufgeklappt lässt sich zum Beispiel die Konsole zwischen den Sitzen deutlich verwinden und auch das Brillenfach wirkt nicht bombenfest in seiner Verankerung. Im Kapitel Ergonomie punktet der Amarok mit bequemen AGR-Sitzen und vielen Ablagen. Die Bedienelemente sind markentypisch da, wo man sie vermutet. Dazu kommen zahlreiche Ablagen für Krimskrams. Der USB-Anschluss versteckt sich allerdings tief hinter dem Schalthebel, bietet aber dafür im Umfeld genug Platz für ein Smartphone, das sich über die bekannten Apple-/Android-Lösungen einfach spiegeln lässt und so weit aus dem Gesichtsfeld des Fahrers gut aufgehoben ist. Im Fond ist der Platz eingeschränkt, reicht aber aus für kurze Menschen oder kurze Strecken. Seinem Anspruch als Premium-Pick-up wird der Amarok mit potentem V6 also definitiv gerecht und muss sich vor der neuen Konkurrenz aus Stuttgart nicht fürchten. Daran dürfte auch der neue Sechsender im X nichts ändern. Und schließlich gilt ja nach wie vor: Wettbewerb belebt das Geschäft.

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Datum

30. Juli 2018
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