Toyota Proace Electric Fahrbericht

Surren statt knurren

Toyota Proace Electric 2021 Foto: Toyota 12 Bilder

Mit Dieselmotor gibt es den Minibus Toyota Proace schon länger. Jetzt erweitert ein komfortabler Elektroantrieb das Modellangebot des Achtsitzers.

Häufig zählt der erste Eindruck. Wer Kunden im Elektroauto abholt, punktet als umweltbewusstes Unternehmen. Dabei muss man seine Gäste noch nicht mal in eine enge Limousine quetschen: Die Zahl der geräumigen Elektro-Vans wächst stetig und jetzt steuert auch Toyota einen Minibus bei.

Der wahlweise sieben- oder achtsitzige Proace Verso Electric kombiniert einen 136 PS starken Elektromotor mit zwei Batteriesettings und zwei Karosserielängen. Die 50-kWh-Version ist laut WLTP-Norm für 230 Kilometer gut. Wer häufig längere Strecken unter die Räder nimmt, greift zum 75 kWh großen Akku.

Wirklich günstig ist der Spaß aber nicht: Bei 49.185 beziehungsweise 54.225 Euro starten die Preise, die Langversion kostet 718 Euro Aufpreis (alle Preise netto). Der Toyota ist also bis zu 4.000 Euro teurer als die baugleichen Modelle Opel Zafira, Citroen Spacetourer und Peugeot Traveller. Allerdings verzichten die Japaner auf die Einstiegsversionen, mit denen der Proace als Diesel vorfährt. Der Electric startet immer in der Version Team Deutschland, mit verschiebbaren Bänken, Klapptischchen, beheizbaren Vordersitzen und vielem mehr. Es ist also klar, wer hier angesprochen werden soll: Shuttledienste oder Hotels und nicht Handwerker, die ihre Trupps zur Baustelle karren.

Toyota Proace Electric 2021 Foto: Toyota
E-Antrieb gibt es auch für die Transporterversion des Proace.

Speziell der ab 55.715 Euro teure Executive, am besten mit sechs verschiebbaren Einzelsitzen (plus 840 Euro) und entsprechend luftigem Raumgefühl, wird dem höheren Anspruch einer solchen Klientel gerecht. Elektrische Schiebetüren, Ledersitze, Konferenztisch und ein riesiges Glasdach sorgen fürs Wohlbefinden an Bord. Und auch der Fahrer ist mit einem onlinefähigen Infotainmentsystem samt Navigation und Internetdiensten wie Parkplatzsuche oder einem hochwertigen Soundsystem gut versorgt.

Die Vorzüge des E-Antriebs kommen in einem Van, in dem der Motor normalerweise akustisch präsenter ist als in Limousinen, besonders gut zur Geltung: Auch im Proace ist bis Tempo 80 nur ein leises Surren des Elektromotors zu hören, sodass die Passagiere ungestört dösen oder sich leise unterhalten können.

Mit nur 136 PS geht’s nicht wirklich ungestüm voran. Doch um im Verkehr mit zu schwimmen, reicht die Leistung allemal. Verführen E-Autos ihre Fahrer gerne zu unmotivierten Beschleunigungsorgien, so erzieht die limitierte Leistung des Proace Electric zum ruhigen Umgang mit dem rechten Pedal. Fahrspaß ist hier gleichbedeutend mit gleichmäßigem Gleiten, wofür auch die komfortable Federung ihren Teil beiträgt.

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Außerdem ist auf der Autobahn sowieso bei Tempo 130 Schluss. Das ist schon deshalb vernünftig, da dem Akku sonst schnell der Saft ausgeht. Der pendelt sich bei normaler Fahrweise bei rund 32 kWh/100 km ein, sodass mit der großen Batterie selbst bei kühlen 10 Grad gut 280 Kilometer machbar sind.

Lobenswert ist, dass der Wagen mit 11 kW lädt und so die Leistung der aktuell subventionierten intelligenten Wallboxen voll ausschöpft. Auf längere Strecken empfiehlt sich dann ein kurzer Ladestopp an Gleichstrom-Stationen, wo der Strom mit bis zu 100 kW in die Akkus fließt.

Spätestens hier drängt sich der Vergleich mit dem Diesel auf, den Toyota ebenfalls anbietet. Als 120 PS starker Handschalter und in gleicher Ausstattung kostet der 1.5 D-4D rund 36.950 Euro. Der komfortablere, durchzugsstarke Zweilitermotor mit 144 PS und Automatik kommt auf 41.370 Euro, was in etwa dem Preis der 50-kWh-Version Proace Electric nach Abzug des Umweltbonus entspricht. Für welche Motorisierung sich ein Fuhrparkbetreiber entscheidet, hängt am Ende vom Einsatzzweck ab. In der Mehrzahl der Fälle dürfte der Electric aber die bessere, da von Fahrverboten unabhängige Wahl sein.

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