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Umfrage unter Flottenmanagern

So ticken Deutschlands Fuhrparkleiter

Einsparpotenziale bleiben ungenutzt und die fachliche Ausbildungsquote ist niedrig: Das und vieles mehr sind die Ergebnisse einer großen Umfrage unter Fuhrparkleitern.

Eine gemeinsame Studie des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement (BVF) und Dataforce hat die Arbeitssituation und das Arbeitsaufkommen bei Frauen und Männern untersucht, die sich in ihrem Unternehmen um den Firmenfuhrpark kümmern. Die Studie zeigt: Die Fuhrparkadministration in den Unternehmen ist sehr unterschiedlich und die Prozesse wirken intransparent. Viele Personen und Abteilungen übernehmen Teilaufgaben. Eine systematische Aus- und Weiterbildung als Vorbereitung auf die anspruchsvollen Aufgaben fehlt oder ist mangelhaft. „Die Erkenntnis, dass Kosten- bzw. Einsparpotenziale auch bei wenigen Fahrzeugen bestehen, ist in kleineren Fuhrparks noch nicht angekommen. Anders lassen sich die Ergebnisse nicht erklären“, sagt Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender des BVF.

Schadenmanagement nimmt 28 Prozent der Zeit in Anspruch

Insgesamt gaben 66,2 Prozent der Befragten an, weniger als fünf Stunden in der Woche für den Bereich Fuhrparkmanagement aufzuwenden. Je kleiner die Anzahl der Fahrzeuge, desto weniger Zeit wird aufgebracht. Selbst bei kleineren Fuhrparks bis 50 Fahrzeuge kümmert sich in 75 Prozent aller Fälle mehr als eine Person um den Fuhrpark. „Das lässt auf eine mangelhafte bis nicht unbedingt effiziente Organisation schließen, wenn man von Stellvertretungssituationen mal absieht“, meint Prinzing. 30 Prozent aller Befragten können gar nicht aussagen, wie viel Zeit Kollegen für Teilaufgaben im Fuhrpark aufbringen.

Durchschnittlich sind es 8,1 Stunden, die insgesamt wöchentlich unternehmensweit für Aufgaben im Fuhrpark verwendet werden. Von 2,5 Stunden (bei 1 bis 4 Fahrzeugen) bis zu 31,4 Stunden (bei 50 und mehr Fahrzeugen). Die Abwicklung von Schäden beansprucht dabei die meiste Zeit (28,4 Prozent), gefolgt von der Beschaffung von Neufahrzeugen (20,5 Prozent). Nur in fünf Prozent der Fälle gibt es eine eigene Abteilung Fuhrparkmanagement, meist kümmert sich die Geschäftsführung direkt um das Thema (56,5 Prozent) oder die allgemeine Verwaltung (12,8 Prozent). Interessant ist, dass neben dem aufwendigen Schadenmanagement (ca. 28 Prozent) über 20 Prozent der Arbeitszeit für die Beschaffung von Neufahrzeugen verwendet wird.

Niedrige Ausbildungsquote bei Fuhrparkthemen

Auffallend ist, dass nur rund zehn Prozent aller Fuhrparkverantwortlichen sich auf ihre Tätigkeit mit einer Weiterbildung vorbereitet haben. Die Quote steigt zwar mit Zunahme der Fuhrparkgröße, doch sie liegt bei Fuhrparks größer 50 Fahrzeuge auch nur bei 40 Prozent. „Das bedeutet, dass 60 Prozent diese Tätigkeit ohne Qualifizierung machen. Bei den 40 Prozent kann den Ergebnissen aber auch nicht entnommen werden, welchen Umfang die Aus- und Weiterbildung hatte. Dahinter können sich auch Tagesseminare verbergen, die dem Anspruch aus unserer Sicht auch nicht gerecht werden“, unterstreicht Axel Schäfer, Geschäftsführer des BVF.

Das Fazit des Fuhrparkverbands: Je kleiner der Fuhrpark desto intransparenter ist die Verwaltungssituation. Dass Fahrzeuge dennoch im Fokus stehen, zeige die große Anzahl derer, die in den einzelnen Unternehmen am Entscheidungsprozess bei der Fahrzeugbeschaffung beteiligt seien. Für den Fuhrparkverband legt die Umfrage eine wesentliche Erkenntnisse offen: Den Verantwortlichen in den Unternehmen müsse klar werden, dass selbst bei einer geringen Anzahl an Fahrzeugen durch ein professionelles Fuhrparkmanagement nicht nur Kosten, sondern auch Halterrisiken, Emissionen und der Anteil demotivierter Mitarbeiter deutlich gesenkt werden könnten.

An der Umfrage von Dataforce nahmen über 1.500 Fuhrparkleiter teil. Dabei ging es um den Umfang und die Verteilung der Arbeit für den Fuhrpark. Fünf verschiedene Größenklassen wurden berücksichtigt: bis zu 4 Fahrzeuge, 5-9, 10-24, 25-49 und 50 und mehr Fahrzeuge waren zu betreuen.

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Datum

15. September 2017
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