Umweltbonus Elektroautos Plug-in Hybride (2022) Bis zu 9.000 Euro Prämie

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Käufer eines Plug-in Hybriden oder E-Autos bekommen bis 2025 eine stattliche Prämie. Hier lesen Sie, wer wieviele bekommt und wie Sie rechnen müssen.

Staat und Autohersteller schießen beim Kauf eines Elektroautos bis zu 9.000 Euro netto beziehungsweise 6.750 Euro bei der Anschaffung eines neuen Plug-in-Hybriden zu. Voraussetzung für den Maximalrabatt ist ein Nettolistenpreis unterhalb von 40.000 Euro netto (brutto: 47.600 Euro). Die Kosten für den Erwerb eines Stromers sinken dadurch im besten Fall auf vierstelliges Niveau.

Ein Renault Twingo Electric beispielsweise kostet dann ohne Mehrwertsteuer um die 11.500 Euro (alle Preise netto). Der Dacia Spring, das derzeit billigste Modell eines europäischen Volumenherstellers, kostet sogar nur etwas über 8.000 Euro.

Als Basis gilt immer der Einstiegspreis des Modells. Sonderausstattungen und Ausstattungslinien, die den Preis über den Schwellenwert treiben, haben keinen Einfluss auf den Bonus. Deshalb gehen etliche Hersteller dazu über, größere Akkus und stärkere Motoren als Sonderausstattung auszuweisen, damit auch die Käufer der teureren Modelle den vollen Bonus bekommen. Beispiele: Polestar 2, Hyundai Ioniq 5, Ford Mustang Mach-e, Kia EV6.

Auch die umstrittenen Plug-in-Hybride werden noch bis Jahresende gefördert. Immer vorausgesetzt, sie schaffen die Mindestanforderung. Bis Ende 2021 ausgelieferten Fahrzeugen mussten nach WLTP elektrisch mindestens 40 km fahren oder höchstens 50 g CO2/km ausstoßen. Für 2022 wurde die Mindestreichweite auf 60 km (oder max. 50 g CO2/km) erhöht. Nur wenn mindestens eine von beiden Bedingungen erfüllt ist, gibt es die Förderung von bis zu 6.750 Euro. Stichtag ist der Tag der Auslieferung, nicht der Zeitpunkt der Bestellung.

Für die Zeit nach dem 31.12.2022 will die Koalitionsregierung eine Neuregelung erarbeiten, die eine Förderung von Autos mit nachweislich „positivem Klimaschutzeffekt“ vorsieht. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte im April 2022 angekündigt, die Zuschüsse für Plug-in-Hybride entgegen der Vereinbarung im Koalitionsvertrag zum Ende dieses Jahres abzuschaffen. Zudem sollen die Zuschüsse für reine Elektroautos schrittweise gekürzt werden. So soll der Bundesanteil 2023 noch 4.000 Euro betragen, in den Jahren 2024 und 2025 dann nur noch 3.000 Euro.

Die Auswahl an passenden Elektroautos ist groß. Im Detail reicht das Angebot vom Kleinstwagen für den Stadtverkehr bis zu Kompaktautos für die Mittelstrecke. Wenn Sie sich durch unsere beiden Übersichten unten klicken, finden Sie alle in Deutschland erhältlichen Modelle mit allen Preisen und Daten.

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Weniger Prämie bei kurzen Leasinglaufzeiten

Eine neue Richtlinie zum Umweltbonus sieht vor, dass sich die Zahlungen bei geleasten Autos nach der Vertragsdauer staffeln. Liegt die Laufzeit bei zwölf bis 23 Monaten, wird nur der halbe staatliche Bonus gewährt, bei sechs bis elf Monaten Laufzeit sinkt er auf ein Viertel. Besonders Kunden, die ihr Fahrzeug schon bestellt haben und noch nicht ausgeliefert bekamen, leiden unter der Aktualisierung. Die meisten Leasingverträge jedoch laufen über 24 Monate oder länger und profitieren so weiterhin von der vollen Umweltprämie.

Die Förderung im Detail

  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland von 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 9.000 Euro netto gefördert (darunter fallen Modelle wie Peugeot e-208, Renault Zoe, VW ID.3, etc.). Dabei schießen die Hersteller 3.000 und der Bund 6.000 Euro zu.
  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland zwischen 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (75.400 Euro inkl. 16 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 7.500 Euro netto gefördert, wovon 5.000 vom Staat kommen. Profitieren können beispielsweise Käufer eines Polestar 2, Skoda Enyaq oder VW ID.4 etc.
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland von 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 6.750 Euro netto gefördert (4.500 Euro vom Bund, 2.250 vom Hersteller). In diese Preisklasse fallen Modelle wie Ford Kuga, Jeep Renegade oder Opol Astra etc.).
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis des Basismodells in Deutschland zwischen 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (77.350 Euro inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer) werden mit 5.625 Euro netto gefördert (Bundesanteil 3.750 Euro, Herstelleranteil 1.875 Euro). Von der Förderung profitieren Fahrzeuge wie Audi A6, BMW 3er, Mercedes C-Klasse oder Peugeot 508 etc.
  • Junge gebrauchte E-Fahrzeuge, für die bisher kein vergleichbarer Bonus gezahlt wurde: Voraussetzung ist ein maximales Alter von 12 Monaten, maximal 15.000 Kilometer. Für gebrauchte Elektroautos gibt es 5.000 Euro, für gebrauchte Plug-in Hybride 3.750 Euro
  • Allgemein müssen alle Plug-in Hybride unter 50 Gramm CO2 je Kilometer emittieren, um den Umweltbonus zu bekommen.Dazu kommen unter Umständen 100 Euro Zusatzförderung, falls das Fahrzeug über ein sogenanntes AVAS-System verfügt, das unterhalb von 30 km/h ein künstliches Motorgeräusch erzeugt.

Keine Förderung gibt es beispielsweise für folgende Modelle: alle Porsche, Tesla Model S/X, Audi A8, etc). Vollhybride (Toyota Corolla oder CH-R, Ford Mondeo etc.) sowie Fahrzeuge mit einem Mildhybrid-Antrieb (bsp. 48-Volt-Startergenerator) sowie Autos mit Erdgas- und Autogasantrieb gehen ebenfalls leer aus.

So müssen Sie rechnen

Unternehmen rechnen ohne Mehrwertsteuer. Sie ziehen die gesamte Umweltprämie vom Nettobetrag ab. Private Autokäufer sparen neben dem reinen Förderbetrag auch noch einen Teil der Mehrwertsteuer. Dadurch steigt der Preisvorteil auf bis zu 9.570 Euro.

Beispiel E-Auto bis 40.000 Euro: Peugeot e-208
Bruttolistenpreis inkl. Extras 35.000 Euro
Nettolistenpreis 29.412 Euro
minus 3.000 Euro Förderung Hersteller 26.412 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 31.430 Euro
minus 6.000 Euro staatliche Förderung 25.430 Euro
Differenz brutto (gesamte Förderung) 9.570 Euro

Peugeot 208 (2020) Fahrbericht
So fährt das Elektroauto

Beispiel E-Auto bis 65.000 Euro: Mercedes EQC
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 75.000 Euro
Nettolistenpreis: 63.025 Euro
minus 2.500 Euro Förderung Hersteller 60.525 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 72.025 Euro
minus 5.000 Euro staatliche Förderung 67.025 Euro
Differenz brutto (gesamte Förderung) 7.975 Euro

Fahrbericht Mercedes EQC
Stern unter Strom

Plug-in Hybrid bis 40.000 Euro: Opel Grandland X Hybrid4
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 45.000 Euro
Nettolistenpreis: 37.815 Euro
minus 2.250 Euro Förderung Hersteller 35.565 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 42.322 Euro
minus 4.500 Euro staatliche Förderung 37.822 Euro
Differenz brutto (gesamte Förderung) 7.178 Euro

Opel Grandland X Hybrid4 (2020) im Test
Zügig, aber nicht sparsam

Plug-in Hybrid bis 65.000 Euro: Mercedes C 300 d e T-Modell
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 65.000 Euro
Nettolistenpreis: 54.622 Euro
minus 1.875 Euro Förderung Hersteller 52.747 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 62.769 Euro
minus 3.750 Euro staatliche Förderung 59.019 Euro
Differenz brutto (gesamte Förderung) 5.981 Euro

Mercedes C 300 de im Test
Universalgenie mit Stecker

So kommen Sie an die Umweltprämie

Wer bekommt die Prämie?
Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften, Vereine

Voraussetzung
Alle förderfähigen Fahrzeuge nennt das Bundesfinanzministerium in einer Liste, die regelmäßig aktualisiert wird.

Was bedeutet Netto-Listenpreis?

Bei dem BAFA Listenpreis handelt es sich um den niedrigsten Listenpreis des Basismodells in Deutschland zur Markteinführung ohne Mehrwertsteuer. Etwaige Sonderausstattung sind nicht Bestandteil des Basismodells. Beispiel: Die günstigste Version des Jaguar I-Pace kostet rund 77.000 Euro brutto beziehungsweise knapp unter 65.000 Euro netto. Also wird das Modell gefördert. Selbst wenn der Käufer zusätzliche Ausstattung bestellt und der Kaufpreis so über die Schwelle von 65.000 Euro klettert, bekommt er Zuschüsse in Höhe von 7.500 Euro.

Ablauf des Verfahrens
Die Förderung erfolgt in einem zweistufigem Verfahren. Das Fahrzeug muss spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheides zugelassen worden sein. Der Käufer oder Leasingnehmer muss den Verwendungsnachweis spätestens zehn Monate nach Ausstellungsdatum des Zuwendungsbescheides einreichen. Sprich: das Fahrzeug zulassen. Wichtig: Die Prämie gibt es nicht nachträglich! Der Antrag wird elektronisch im Online-Portal des Bundesfinanzministriums gestellt. Dort muss der Antragsteller auch Kauf- bzw. Leasingvertrag zusammen mit der verbindlichen Bestellung hochladen.Nachdem das Fahrzeug ausgeliefert wurde, muss der Käufer den "Verwendungsnachweis" einreichen, also Rechnung (bei Kauf) oder Leasingvertrag und ein Nachweis für die Zulassung des Fahrzeugs (Zulassungsbescheinigung Teil I und II). Danach erhält der Käufer eine E-Mail mit dem Link zur elektronischen Verwendungsnachweiserklärung. Diese muss ausgedruckt, unterschrieben und über das Upload-Portal hochgeladen werden.Nach positiver Prüfung wird auch der Bundesanteil am Umweltbonus ausbezahlt.

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Bonus für Gebrauchtwagen

Ebenfalls spannend: Die Bundesregierung plant, den Umweltbonus auch auf die sogenannte Zweitveräußerung auszudehnen. So profitieren auch junge Gebrauchtwagen mit E-Antrieb von der Kaufprämie. Dafür muss das E-Auto zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs mindestens vier und maximal acht Monate in erster Hand zugelassen sein und darf maximal 8.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Außerdem dürfen die Autos nicht als Firmenwagen des Erstkäufers bereits die Prämie in Anspruch genommen haben.

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Ermäßigte Dienstwagensteuer für E-Auto

Wer ein E-Auto als Dienstwagen fährt, muss für die private Nutzung weniger Steuern bezahlen als bei einem Benziner oder Diesel. Schon seit Anfang 2020 wird für die Versteuerung nur 0,25 des Bruttolistenpreises angesetzt im Gegensatz zu einem Prozent bei Verbrennern. Ab Juni 2020 steigt die Bemessungsgrenze von 40.000 auf 60.000 Euro. Die Dienstwagensteuer für private Fahrten mit Plug-in-Hybriden sowie mehr als 60.000 Euro brutto teuren Elektroautos beträgt 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises.

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