Umweltbonus Elektroautos Plug-in Hybride

Kaufprämie auf 6.000 Euro erhöht

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Wirtschaft und Politik haben sich auf höhere Umweltprämien für Elektroautos geeinigt, die EU hat den Plänen nun zugestimmt. Außerdem soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Alle Pläne mit Beispielrechnungen im Überblick.

Der Bund erhöht ab sofort den Umweltbonus. Käufer erhalten bis zu 6.000 Euro Netto-Zuschuss von Staat und Industrie. Darauf haben sich beide Seiten im November 2019 bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt verständigt. Nun hat auch die EU die beihilferechtliche Prüfung vorgenommen und den Plänen zugestimmt, zudem wurde die Änderung am 18. Februar 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht, womit sie ab sofort gültig ist. Profitieren sollen alle Autos mit Stecker, die ab dem 4. November 2019 zugelassen wurden. "Ich freue mich, dass die europäische Komission nun grünes Licht für die Anpassung des Umweltbonus für Elektrofahrzeuge gegeben hat", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU. Zuvor war monatelang nicht klar, was genau die Einführung des höheren Bonus verhinderte, zahlreiche Kunden verschoben ihre Kaufentscheidung erst einmal. Einige Hersteller erhöhten eigenständig die Boni auf ihre eigenen Elektroautos. Nun folgt auch endlich der angekündigte höhere Umweltbonus von Bafa und Autoherstellern.

Voraussetzung für den Maximalrabatt ist ein Nettolistenpreis unterhalb von 40.000 Euro (brutto: 47.600 Euro). Die Kosten für den Erwerb eines Stromers sinken dadurch im besten Fall auf vierstelliges Niveau. Ein VW e-Up beispielsweise kostet dann ohne Mehrwertsteuer unter 13.000 Euro.

Die Auswahl an passenden Elektroautos ist groß. Im Detail reicht das Angebot vom Kleinstwagen für den Stadtverkehr bis zu Kompaktautos für die Mittelstrecke. Wenn Sie sich durch unsere beiden Übersichten unten klicken, finden Sie alle in Deutschland erhältlichen Modelle mit allen Preisen und Daten.

Elektroautos in Deutschland 2020
Preise, Reichweite, Verbrauch E-Autos

Die Förderung im Detail

  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis (inkl. Sonderausstattung) von 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. Mehrwertsteuer) werden mit 6.000 Euro gefördert (darunter fallen Modelle wie Renault Zoe, Smart, VW ID.3, Tesla Model 3 etc.)
  • E-Autos (batterielektrische Fahrzeuge) bis zu einem Netto-Listenpreis (inkl. Sonderausstattung) zwischen 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (77.350 Euro inkl. Mehrwertsteuer) werden mit 5.000 Euro gefördert (darunter fallen Modelle wie Audi e-tron Sportback 50, Hyundai Nexo, Mercedes EQC etc.)
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis (inkl. Sonderausstattung) von 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. Mehrwertsteuer) werden mit 4.500 Euro gefördert (darunter Modelle wie Ford Kuga, Hyundai Ionic, Mercedes A-/C-Klasse, Mitsubishi Outlander etc.)
  • Plug-in Hybride bis zu einem Netto-Listenpreis (inkl. Sonderausstattung) zwischen 40.000 Euro (47.600 Euro inkl. Mehrwertsteuer) und 65.000 Euro (77.350 Euro inkl. Mehrwertsteuer) werden mit 3.500 Euro gefördert (darunter fallen Modelle wie Audi Q5, BMW X3, Mercedes E-Klasse und GLC etc.)
  • Dazu kommen unter Umständen 100 Euro Zusatzförderung, falls das Fahrzeug über ein sogenanntes AVAS-System verfügt, das unterhalb von 30 km/h ein künstliches Motorgeräusch erzeugt.
  • Junge gebrauchte E-Fahrzeuge, für die bisher kein vergleichbarer Bonus gezahlt wurde: Voraussetzung ist ein maximales Alter von 12 Monaten, maximal 15.000 Kilometer. Für gebrauchte E-Autos 5.000 Euro, für gebrauchte Plug-in Hybride 3.750 Euro.

Keine Förderung gibt es beispielsweise für folgende Modelle: Jaguar I-Pace, alle Porsche, Tesla Model S/X, Audi A8, BMW 7er, Range Rover etc). Vollhybride (Toyota Prius oder CH-R, Ford Mondeo etc.) sowie Fahrzeuge mit einem Mildhybrid-Antrieb (bsp. 48-Volt-Startergenerator) sowie Autos mit Erdgas- und Autogasantrieb gehen ebenfalls leer aus. Die neue Umweltbonusregelung ist bis Ende 2025 befristet.

Alle Plug-in Hybride (2020)
Preis, Verbrauch, Reichweite

So müssen Sie rechnen

Unternehmen rechnen ohne Mehrwertsteuer. Sie ziehen die gesamte Umweltprämie vom Nettobetrag ab. Private Autokäufer sparen neben dem reinen Förderbetrag auch noch einen Teil der Mehrwertsteuer. Dadurch steigt der Preisvorteil auf bis zu 6.570 Euro. Denn Hersteller und Bund teilen sich die Fördersumme von bis zu 6.000 Euro für reine E-Autos beziehunsgweise 4.500 Euro für Plug-in Hybride. Zunächst wird die Herstellerförderung vom Nettopreis des Neuwagens abgezogen.

Beispiel E-Auto: Peugeot e-208
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 33.500 Euro
Nettolistenpreis: 28.151 Euro
minus 3.000 Euro Förderung Hersteller 25.151 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 29.930 Euro
minus 3.000 Euro staatliche Förderung 26.930 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 6.570 Euro

Peugeot 208 (2020) Fahrbericht
So fährt das Elektroauto

Mercedes EQC
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 71.281 Euro
Nettolistenpreis: 59.900 Euro
minus 2.500 Euro Förderung Hersteller 57.400 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 68.306 Euro
minus 2.500 Euro staatliche Förderung 65.806 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 5.475 Euro

Fahrbericht Mercedes EQC
Stern unter Strom

Beispiel Plug-in Hybrid: Opel Grandland X Hybrid4
Bruttolistenpreis inkl. Extras: 47.000 Euro
Nettolistenpreis: 39.496 Euro
minus 2.250 Euro Förderung Hersteller 37.246 Euro
plus 19 Prozent Mehrwertsteuer 44.323 Euro
minus 2.250 Euro staatliche Förderung 42.073 Euro
Differenz (gesamte Förderung) 4.927 Euro

Alle Plug-in Hybride (2020)
Preis, Verbrauch, Reichweite

So kommen Sie an die Umweltprämie

Wer bekommt die Prämie?
Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften, Vereine

Voraussetzung
Alle förderfähigen Fahrzeuge nennt das Bundesfinanzministerium in einer Liste, die regelmäßig aktualisiert wird. Da die EU den neuen Richtlinien noch nicht zugestimmt hat, finden sich dort derzeit (Mitte Januar) noch immer die Modelle und Regelungen zu den 2019 geltenden Förderungen.

Ablauf des Verfahrens
Die Förderung erfolgt in einem zweistufigem Verfahren. Das Fahrzeug muss spätestens neun Monate nach Zugang des Zuwendungsbescheides zugelassen worden sein. Der Käufer oder Leasingnehmer muss den Verwendungsnachweis spätestens zehn Monate nach Ausstellungsdatum des Zuwendungsbescheides einreichen. Sprich: das Fahrzeug zulassen. Wichtig: Die Prämie gibt es nicht nachträglich! Der Antrag wird elektronisch im Online-Portal des Bundesfinanzministriums gestellt. Dort muss der Antragsteller auch Kauf- bzw. Leasingvertrag zusammen mit der verbindlichen Bestellung hochladen.
Nachdem das Fahrzeug ausgeliefert wurde, muss der Käufer den "Verwendungsnachweis" einreichen, also Rechnung (bei Kauf) oder Leasingvertrag und ein Nachweis für die Zulassung des Fahrzeugs (Zulassungsbescheinigung Teil I und II). Danach erhält der Käufer eine E-Mail mit dem Link zur elektronischen Verwendungsnachweiserklärung. Diese muss ausgedruckt, unterschrieben und über das Upload-Portal hochgeladen werden.Nach positiver Prüfung wird auch der Bundesanteil am Umweltbonus ausbezahlt.

Bonus auch für Gebrauchtwagen

Ebenfalls spannend: Die Bundesregierung plant, den Umweltbonus auch auf die sogenannte Zweitveräußerung auszudehnen. So profitieren auch junge Gebrauchtwagen mit E-Antrieb von der Kaufprämie. Dafür muss das E-Auto zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs mindestens vier und maximal acht Monate in erster Hand zugelassen sein und darf maximal 8.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Außerdem dürfen die Autos nicht als Firmenwagen des Erstkäufers bereits die Prämie in Anspruch genommen haben.
Auch diese geänderte Förderrichtlinie muss vor Inkrafttreten noch eine beihilferechtliche Prüfung durch die EU-Kommission überstehen.

E-Mobilität Parkplatz Fuhrpark flotte laden ladesäule Fördergelder für Elektromobilität (2020) Alle Zuschüsse für E-Autos und Ladesäulen

Ein weiteres Ergebnis des Autogipfels im November 2019 war die Entscheidung, Ladeinfrastruktur stärker auszubauen. Bis 2030 will die Bundesregierung gemeinsam mit der Industrie eine Million öffentliche Ladepunkte schaffen.

Dafür will der Bund in den nächsten Jahren mehr als Drei Milliarden Euro investieren. Auch privat soll es leichter werden, Wallboxen zu installieren: Es ist ein Rechtsanspruch für Wohneigentümer und Mieter von Mehrfamilienhäusern vorgesehen, etwa in Tiefgaragen Ladestationen zu installieren. Das sieht ein aktueller Entwurf des Justizministeriums zur Novellierung des Wohneigentumsgesetzes (WEG) vor.

E-Auto laden im Mehrfamilienhaus Rechtsanspruch auf Wallbox geplant

Demnachbedarf es nicht mehr der Zustimmung sämtlicher Miteigentpümer, wenn man eine Lademöglichkeit für E-Autos einrichten will. Stattdessen soll jeder Eigentümer grundsätzlich einen Rechtsanspruch darauf haben und die damit verbundenen Kosten selbst tragen.

Bislang ist beispielsweise der Anschluss einer Wallbox in gemeinschaftlich genutzten Tiefgaragen meist nur bei Zustimmung aller Wohnungseigentümer möglich. Schon eine Gegenstimme kann die Installation verhindern. Der Gesetzentwurf muss noch final abgestimmt und vom Bundestag verabschiedet werden. Ein entsprechendes Gesetz könnte noch 2020 in Kraft treten.

E-Auto, Elektroauto. laden, aufladen, Kabel, Frau, Dienstwagensteuer für E-Autos Nur noch 0,25 Prozent für Privatnutzung

Zusätzlich profitieren Fahrer von elektrischen Geschäftswagen von einer bis zu 0,25 Prozent reduzierten Dienstwagensteuer. Auch hier gelten Grenzwerte, sowohl was den Kaufpreis des Firmenwagens angeht, also auch den CO2-Ausstoß beziehungsweise die elektrische Reichweite bei Plug-in Hybriden.

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