Alles über Autonomes Fahren
Audi A6 2.0 TDI Ultra Zoom
Foto: Audi

Unfallrisiko autonom fahrender Autos

Mehr statt weniger Unfälle?

Auch das autonome Auto braucht gute Fahrer. Ansonsten könnte sich der von der neuen Technik erhoffte Sicherheitsgewinn in Luft auflösen.

Autonome Autos sollen die Straße der Zukunft sicherer machen. Zunächst könnte die neue Technologie aber das Unfallrisiko erhöhen. Als kritisch gelten vor allem Modelle, in denen der Mensch im Notfall eingreifen muss.

Vollkommen autonome Serienautos sind auf öffentlichen Straßen noch Zukunftsmusik. Die Autonomie kommt zunächst schrittweise: In den kommenden Monaten etwa starten die ersten Modelle mit der sogenannten Level-3-Technik, darunter beispielsweise der neue Audi A6. Im Gegensatz zu den aktuell schon verfügbaren Level-2-Autos muss der Mensch dort die Hände nicht mehr nahezu permanent am Lenkrad haben, sondern nur noch im Notfall, etwa bei technischen Problemen, eingreifen können. Gerade dieser plötzliche Moment des Übergangs der Verantwortung von Maschine auf Mensch birgt jedoch Risiken.

Im ungünstigsten Fall könnte die Level-3-Automatisierung sogar zu mehr statt weniger Unfällen führen, warnte jüngst eine OECD-Studie. Selbst sehr defensive und vorsichtige Fahrer, die im konventionellen Auto keinen Unfall bauen würden, könnten in solchen Übergabesituationen unvermittelt in Gefahrensituationen kommen, auf die sie dann falsch reagieren. Eine noch nicht veröffentlichte Studie der Universität Salzburg sieht ähnliche Probleme. Vor allem untrainierte Fahrer könnten mit der plötzlichen Notsituation überfordert sein. Die Wissenschaftler belegten mit Tests, dass sie im Ernstfall weniger gut reagieren als geübte Fahrer. Was die Situation noch komplizierter macht: Auch erfahrene Autonutzer verlernen nach Erkenntnissen der Wissenschaftler das optimale Fahren, wenn sie sich nur noch vom Computer chauffieren lassen. Im Ernstfall könnte das schlimme Folgen haben.

Den Auto- und Softwareherstellern ist das Level-3-Problem bewusst. Einige Unternehmen wie Google, Ford und Volvo haben bereits angekündigt, Level 3 überspringen zu wollen. Auch Toyota könnte aufspringen. Statt auf die Übergangs-Stufe zu setzen, will man offenbar auf die Serienreife der Level-4/5-Technik warten, bei der der Mensch die Maschine nicht mehr überwachen muss und auch im Notfall nicht einzugreifen braucht. Verfügbar könnten entsprechende Autos nach optimistischen Prognosen bereits gegen Ende des Jahrzehnts sein.

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Datum

22. Juni 2018
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