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US-Cars als Firmenwagen

Die amerikanische Alternative

Cadillac CT6 Foto: Cadillac 5 Bilder

In Flotten werden amerikanische Marken meist ignoriert. Diese Modelle halten trotzdem das Sternenbanner hoch.

Donald Trumps protektionistische Wirtschaftsagenda mit Strafzollandrohungen für deutsche Autoimporte hat wieder einmal die Diskussion aufflammen lassen, warum deutsche Autos in den USA beliebt sind, hierzulande US-Fahrzeuge hingegen verschmäht werden. Das Scheitern der Marken Dodge, Chrysler und Chevrolet hat jedenfalls gezeigt, das billige Lowtech-Amis in Good old Germany nicht sonderlich gut ankommen. Einerseits. Andererseits gibt es immerhin fünf US-Marken, die sich hierzulande mit unterschiedlich großem Erfolg und unterschiedlichen Aussichten zumindest in Nischen behaupten können.

Tesla

Jüngste US-Marke und derzeit in eigentlich aller Munde ist Tesla. Der große Verdienst der Elektroauto-Pioniere ist es, die E-Mobilität auf ein Niveau zu hieven, von dem die meisten deutschen Autohersteller noch nur träumen können. Model S und Model X bieten neben dem emissionsfreien Antrieb atemberaubende Performance, viel Reichweite, feinen Luxus und ein ansprechendes Äußeres. Das kommt an. Zudem ist das Markenimage von Tesla extrem positiv. Immerhin konnten die Elektro-Spezialisten 2016 fast 2.000 ihrer Edel-Stromer in Deutschland absetzen, obwohl die beiden Baureihen mit Preisen von 67.226 bis 134.453 Euro netto ziemlich teuer sind. Was Tesla noch fehlt, ist ein massentaugliches Modell. Das wird 2017 in Form des Model 3 kommen und zugleich zeigen, wieviel Potenzial wirklich in der gehypten Marke steckt. Reüssiert der kompakte und günstige Stromer, dürfte Tesla hierzulande in deutlich höhere Stückzahlregionen vordringen.  

Jeep Renegade Foto: Jeep

Jeep

Während sich Konzernmutter Chrysler nach der Trennung vom Daimlerkonzern sukzessive und 2016 sogar endgültig aus Europa zurückgezogen hat, durfte die Offroad-Tochter Jeep bleiben. Der 4x4-Spezialist konnte mit seinen zum Teil kauzigen, vor allem aber für Fahrten abseits befestigter Straßen kompetenten Offroadern in jüngster Zeit sogar große Geländegewinne bei der deutschen Kundschaft verbuchen. Ein positives Markenimage und eine lange Tradition helfen Jeep dabei, sich in Deutschland zu behaupten. Darüber hinaus konnte die Allradmarke ihre Marktposition dank einer Modelloffensive in Deutschland deutlich ausbauen. Obwohl keine echte Kletterziege, ging es vor allem für den kleinen Renegade steil bergauf. Das Kompakt-SUV versprüht zumindest optisch das kernige Image der Marke und bietet dank Fiat außerdem noch eine dem europäischen Geschmack angemessene Qualitätsanmutung innen. Sofern der SUV-Boom anhält, und darauf deutet alles hin, dürfte Jeep weiter auf Erfolgskurs bleiben.

Als echte Ami-Marke nimmt man Ford eigentlich nicht wahr, denn hierzulande unterhält der Weltkonzern eigene Entwicklungsabteilungen und Produktionsstätten, wie etwa in Köln-Niehl, wo viele speziell auf den hiesigen Geschmack abgestimmte Modelle produziert werden. Doch es tummeln sich seit kurzer Zeit auch wieder zwei waschechte Amis im Programm der Kölner, die allerdings recht unterschiedliche Kundenbedürfnisse ansprechen. Durchaus ordentlich verkauft sich der Edge, der vor allem vom SUV-Boom in Europa profitiert. Wesentlich wichtiger als ein reiner Stückzahlen-Erfolg ist für Ford in Europa der Mustang als Image-Träger. Kaum ein anderes US-Auto genießt hierzulande einen derart verklärten Kultstatus wie die über 50 Jahre alte Sportwagen-Legende. Der neue Mustang versprüht Lebenslust, sieht gut aus, bietet viel Leistung für wenig Geld und bringt damit, obwohl auf unseren Straßen keine absolute Seltenheit mehr, die Leute immer noch dazu, ihre Köpfe zu drehen.

Chevrolet Corvette Foto: Chevrolet

Chevrolet

Ähnlich wie Ford mit Mustang und Edge bietet auch die eigentlich aus Deutschland abgezogene Marke Chevrolet offiziell zwei waschechte US-Autos hierzulande an. Neben dem Camaro als Coupé und Cabriolet gibt es noch die legendäre Corvette. Während Ersterer nach altem Ami-Rezept Macho-Aura und viel PS für kleines Geld bietet, ist die Corvette in ihrer jüngsten Evolutionsstufe zum fein austarierten Supersportler gereift, der sich als exotische Alternative zum 911er empfiehlt. Immerhin konnte Chevrolet 2016 mit seinem kleinen aber spektakulären Angebot mehr als doppelt so viele Autos wie die luxuriöse Konzernschwester Cadillac mit ihrer vergleichsweise breit gefächerten Modellpalette absetzen.

Cadillac

Zwar genießt die auf eine 115-jährige Geschichte zurückblickende Luxusmarke Cadillac hierzulande einen gewissen Kultstatus, doch die Verkaufszahlen verharren seit jeher auf sehr niedrigem Niveau. Dabei hat Cadillac in jüngster Zeit einen deutlichen Wandel vollzogen. Die stark verjüngte Modellpalette bietet ein hohes Qualitätsniveau innen, eigenständige Außendesigns, starke und halbwegs genügsame Antriebe, üppige Ausstattungen und zudem noch ein recht attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis. Eigentlich hätte Cadillac mehr Aufmerksamkeit verdient, doch die klassische Klientel für Luxuslimousinen in Deutschland bestraft die Traditionsmarke weiterhin mit Nichtbeachtung. Erfolgreichster Cadillac mit knapp über 100 Neuzulassungen war 2016 der für europäische Straßenverhältnisse eigentlich viel zu große Escalade. Insofern erscheint es gar nicht mal unwahrscheinlich, das Konzernmutter GM, vor allem auch angesichts des Verkaufs seines deutschen Statthalters Opel an den PSA-Konzern, den Vertrieb der Marke Cadillac in Europa wieder einstellt.

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