Vergleichstest SUV

Drei SUV für User-Chooser

Kia Sportage 2018, Mazda CX-5 2018, Seat Ateca 2018 Foto: Dino Eisele 41 Bilder

SUV und Diesel, das passt immer, vor allem für Vielfahrer. Im Vergleichstest müssen Kia Sportage, Mazda CX-5 und Seat Ateca zeigen, was sie als Firmenwagen draufhaben.

Falls SUV zur Standardausrüstung Ihres Fuhrparks gehören und Sie einfach nur wissen wollen, welches der drei hier getesteten Modelle das beste unter seinesgleichen ist, dann springen Sie bitte direkt bis zum ersten Zwischentitel. Falls Sie’s aber genauer wissen wollen, dann lenken wir Ihren Blick auf ein Detail: die Räder. Der Seat Ateca steht auf 18 Zoll, Kia Sportage und Mazda CX-5 sogar auf 19 Zoll.

Das ist Ihnen nicht aufgefallen? Geht praktisch jedem so. Denn selbst die 19-Zöller mit ihren 245er-Reifen sehen auf einem Kia Sportage nicht nach "Pimp my Ride" aus. Eher nach "Das gehört doch genau so". Benennen wir deshalb gleich zu Beginn ein generelles Thema der SUV: Ihre massigen Blechkonstruktionen samt riesigen Radhäusern schreien nach riesigen Rädern – kleine sehen darin eher ulkig aus. Mit dem Nachteil, dass große Reifen teurer sind.

Aber einen ulkig aussehenden Geschäftswagen wollen nur wenige fahren. Also konfiguriert man die fetten Teile und muss hinnehmen, dass der Reifenhändler irgendwann eine saftige Rechnung stellt. Wollten wir nur einmal erwähnt haben. Denn schließlich geht es hier im Vergleichstest nicht um Luxusschlitten oder Sportwagen, sondern um ganz normale SUV für den normalen Außendienst.

Der Mazda zeigt gute Manieren

Die SUV sind an der Kompaktklasse vorbeigezogen, haben die bisherigen Bestseller bei den Neuzulassungen überholt. So verkauft Mazda bei uns kein Modell häufiger als den CX-5. Die zweite Generation erhielt im vergangenen Jahr eine dezente Auffrischung und ist seitdem nach Euro 6d-Temp zertifiziert.

Schon bei der Basisversion Prime-Line ist die Rücksitzlehne 40 zu 20 zu 40 geteilt, vom Heck aus zu entriegeln und in der Neigung verstellbar. Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich auch in der Höhe justieren, und LED-Scheinwerfer leuchten die Straße hell aus. Über zwei weitere Stufen geht es hoch bis zur nahezu voll ausgestatteten Sports-Line.

Nur für die kann man das Interieur mit Leder auskleiden lassen, das den Mazda endgültig zum Premiumanwärter macht. Zumal dann sogar die Fondpassagiere von einer Sitzheizung erwärmt werden. Teil der japanischen Aufpreisstrategie ist allerdings auch, dass es kaum Optionen gibt und damit wenig Möglichkeiten, sich seinen individuellen CX-5 zu konfigurieren.

Foto: Dino Eisele
Mazda CX-5 2018

Bereits auf den ersten Metern fällt auf, dass Mazda die eigentliche Intention der SUV-Idee besser verstanden hat als viele auf Agilität fixierte Konkurrenten. Die Ingenieure haben dem Fahrwerk vor allem gute Manieren anerzogen, denn es absorbiert Unebenheiten geflissentlich und stets besonnen, ohne die Insassen zu behelligen. Man fläzt sich in bequemen Sesseln, der Fahrstil ist frei von der Hektik unserer Zeit. Übrigens auch, weil die Sitze erst gar nicht versuchen, sich Seitenkräften entgegenzustemmen. So wenig wie die Lenkung versucht, die Größe des SUV kleinzupräzisieren.

Der CX-5 hält sich aus vordergründigen Sport­fantasien heraus, umrundet Kurven verlässlich, lässt Ambitionen erst dann aufblitzen, wenn man das SUV per Lastwechsel zum Eindrehen des Hecks auffordert. Das wirkt souverän und selbstbewusst.

Sportlich? Das hat der Kia falsch verstanden

Wie diskutabel der Trend zum straffen Fahrwerk sein kann, zeigt hier der Kia Sportage in der sportlichen Top-Ausstattung GT Line. Die unangenehm straffen Dämpfer seines Sportfahrwerks vermelden Schlag­löcher unsanft. Generell begleitet eine ständige latente Unruhe das Fahren.

Und hier kommen wir zum bereits angesprochenen Problem der SUV quer durch alle Klassen: Große Reifen mit niedrigem Querschnitt übernehmen Dämpfungsaufgaben nur unbeholfen. Dann holpert ein SUV so tapsig über Unebenheiten hinweg, dass sich die Passagiere wie auf einer Rüttelplatte fühlen.

Immerhin kommt der Kia seit dem Facelift im letzten Sommer mit Riemenstartergenerator. Im Rahmen des Start-Stopps wirft das 48-Volt-Bordnetz den Motor ohne Anlasserjaulen an, sodass der dann ruckfrei wie aus dem Nichts anläuft.

Foto: Dino Eisele
Kia Sportage 2018

Vorübergehend kann das Bordnetz sogar den Motor mit Drehmoment unterstützen und ihm über das Turbo­loch hinweghelfen. Man freut sich also über ein waches Ansprechverhalten, das gut darüber hinwegtäuscht, dass die gemessene Spurtfreude eher mau ist. Von der Launch-Control-optimierten Beschleunigungszeit des Seat (7,6 Sekunden auf Tempo 100) ist der Kia (10,2 Sekunden) jedenfalls noch weiter als der Mazda (9,3 Sekunden) entfernt.

Allerdings fällt der Ateca durch das DSG-typische Ruckeln beim Anfahren auf. Generell scheint er ­stärker auf Performance als auf Komfort ausgelegt, umrundet Kurven mit verhältnismäßig geringer Seitenneigung, ohne beim Fahrwerk die ungemütliche Härte des Kia zu erreichen. Das macht Laune und bringt Fahrspaß.

Doch das Auslesen der ermittelten Werte zeigt, dass sich der Seat agiler anfühlt, als er tatsächlich ist. Bei den Fahrdynamiktests schafft er es nicht, den deutlich besser federnden, schwereren und längeren Mazda abzuhängen. Ein Großteil der Agilität spielt sich im Ateca auf der Gefühls­ebene ab, im Kopf des Fahrers sozusagen. Da aktiviert er Synapsen.

Dafür aktiviert der CX-5 das beruhigende Gefühl, eine umfangreiche Sicherheitsausstattung und, anders als früher, zupackende Bremsen mitzuführen. Zusammen mit dem sparsamen Motor spricht er eher den Verstand als das Herz an, doch das bringt im Vergleichstest richtig viele Punkte.

Seat mit bester Businesslösung

Der Ateca kontert mit den meisten Möglichkeiten im mobilen Fernsprechbereich. Wer die Autofahrt gern und ausführlich zum Telefonieren nutzt, kann hier sein Smartphone induktiv laden lassen. Zudem gibt es einen Anschluss an die Außen­antenne sowie die Vorrichtung für zwei parallel gekoppelte Mobilgeräte. Damit sichert sich der Seat das Komfortkapitel, holt den Mazda dennoch in der Eigenschaftswertung nicht mehr ein.

Und der Kia? Der kann seine 48-Volt-Spartechnik nicht in messbare Vorteile ummünzen und landet auf dem dritten Platz. Trotz hervorragender Garantie­leistung von sieben Jahren und bester Ausstattung bleibt der Sportage selbst nach der Kostenwertung Letzter. In der GT-Line ist er in diesem Konkurrenzumfeld eben der Teuerste.

Foto: Dino Eisele
Seat Ateca 2018

Auch der günstigere, aber schlechter ­ausgestattete Ateca schafft es nicht mehr, die Distanz zum CX-5 zu verringern. Im Gegenteil: Seat verschenkt mit einer knausrigen Garantiepolitik (nur zwei statt fünf Jahre) die Möglichkeit, zumindest im Kostenkapitel gleichzuziehen.

So kann der Mazda unterm Strich seine Führung behaupten und vor allem dank des guten Federungskomforts und der umfangreichsten Sicherheitsausstattung den Sieg erringen.

Fazit Kia Sportage

Beim Sportage soll der Name wohl Programm sein, doch das unnötig harte Fahrwerk kommt im Alltag nicht gut an. Hier sollte Kia nachbessern. Auch Sicherheitsausstattung und Bremsverhalten überzeugen nicht wirklich. Außerdem verbraucht er für ein Auto mit 48-Volt-Technik zu viel.

Fazit Mazda CX-5

So mag der Vielfahrer das SUV-Fahrwerk in dieser Klasse: komfortabel statt versportelt. Dazu eine umfangreiche Sicherheitsausstattung, gutes Licht sowie standfeste Bremsen. Nur das Thema Multimedia mit entsprechenden Lösungen für Geschäftswagen könnte er besser spielen.

Fazit Seat Ateca

Der Ateca fühlt sich sehr agil an und ist in Sachen Connectivity ganz vorn. Doch die mäßige Sicherheitsausstattung und schwache Bremsen vereiteln den Sieg. Dass der Testwagen noch nicht auf WLTP umgestellt war, haben wir nicht berücksichtigt.

Download Punktewertung: So schneiden die 3 SUV ab. (PDF, 0,11 MByte) Kostenlos
Technische Daten
Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive
Karosserie
Aufbau SUV SUV SUV
Zahl der Sitzplätze 5 5 5
Motor/Antrieb
Antriebskonzept Dieselmotor Dieselmotor Dieselmotor
Kraftstoff Diesel Diesel Diesel
Anzahl Zylinder 4 4 4
Hubraum 1.995 cm³ 2.191 cm³ 1.968 cm³
Leistung 136 kW (185 PS) bei 4.000/min 135 kW (184 PS) bei 4.000/min 140 kW (190 PS) bei 3.500/min
Drehmoment 400 Nm bei 1.750/min 445 Nm bei 2.000/min 400 Nm bei 1.750/min
Getriebe automatisch manuell DSG/Doppelkupplung
Anzahl Gänge 8 6 7
Antrieb Allrad Allrad Allrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 35.034 Euro 33.101 Euro 30.941 Euro
Ausstattung GT Line Sports-Line Xcellence
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.485 x 1.855 x 1.645 mm 4.550 x 1.840 x 1.680 mm 4.363 x 1.841 x 1.625 mm
Radstand 2.670 mm 2.700 mm 2.630 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.764 kg 1.723 kg 1.600 kg
Zuladung 486 kg 497 kg 530 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 2.250 kg 2.220 kg 2.130 kg
Reifengröße vorne 245/45 R 19 225/55 R 19 225/50 R 18
Reifengröße hinten 245/45 R 19 225/55 R 19 225/50 R 18
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 10,2 s 9,3 s 7,6 s
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h 211 km/h 212 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 6,9 l/100 km 6,6 l/100 km
firmenauto-Verbrauchsrunde (200 km) 6,1 l/100 km 5,8 l/100 km 6,0 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 182 g/km 175 g/km
Effizienzklasse B A B
 
Slnr 106867 106868 106869
Betriebskosten
Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD Mazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD Seat Ateca 2.0 TDI 4Drive
Basisdaten
Ausstattungsversion GT Line Sports-Line Xcellence
Grundpreis ohne MwSt. 35.033 Euro 33.101 Euro 30.941 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 5.580 Euro 5.272 Euro 4.928 Euro
Gebundenes Kapital 27.115 Euro 26.846 Euro 23.845 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 2.278 Euro 2.255 Euro 2.003 Euro
Abschreibung 4.331 Euro 3.604 Euro 3.895 Euro
Kfz-Steuer 364 Euro 369 Euro 356 Euro
Typklasse HP/TK/VK 17/21/23 17/30/27 13/19/21
Haftpflichtversicherung * 845 Euro 845 Euro 677 Euro
Kaskoversicherung * 1.112 Euro 1.589 Euro 972 Euro
Unterstellung/Garage 573 Euro 573 Euro 573 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 9.503 Euro 9.235 Euro 8.476 Euro
Summe feste Kosten/km 47,5 ct 46,2 ct 42,4 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 6,3 ct 6,0 ct 6,2 ct
Reifen 3,3 ct 3,1 ct 2,8 ct
Wartung und Reparatur 12,7 ct 10,4 ct 12,1 ct
Summe variable Kosten/km 22,4 ct 19,6 ct 21,1 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 69,9 ct 65,8 ct 63,5 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra Dekra
Stand 2/2019 2/2019 2/2019
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
Neues Heft
Who is Who Pkw
Who is Who Flottenmarkt

Das Nachschlagewerk für alle Flottenmanager.

Beliebte Artikel BMW X2 2018 Mercedes GLA 2018 Volvo XC 40 2018 BMW X2, Mercedes GLA und Volvo XC40 im Test Die kleinen feinen SUV Ford Fiesta 1.0 Ecoboost, Kia Rio 1.0 T-GDI, Opel Corsa 1.4 Turbo, VW Polo 1.0 TSI VW Polo gegen Ford Fiesta, Opel Corsa und Kia Rio Vier Kleinwagen im Vergleich
Terminübersicht
firmenauto Terminkalender Flottentermine

Finden Sie Veranstaltungen, Seminare, Messen und Trucksport-Events in Ihrer Region.

firmenauto 10 2019 Titel
10/2019 13. September 2019 Inhalt zeigen