Unfallursache Smartphone "Kein Pardon für Smombies"

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Sind die Strafen für die Nutzung von Smartphones am Steuer zu lasch? Bei den Verkehrsgerichtstagen in Goslar diskutierten Experten über neue Gesetze.

Rund 2.000 Teilnehmer diskutieren bei den 55. Deutschen Verkehrsgerichtstagen in acht Arbeitskreisen wichtige Themen des Verkehrsrechts - darunter auch "Unfallursache Smartphone", das Fahrverbot als Nebenstrafe oder die Konsequenzen der Abgaskrise für Verbraucherschutz und Hersteller.

Laut Kay Nehm, der Präsident des Verkehrsgerichtstages, stirbt wenigstens jedes zehnte Opfer im Straßenverkehr bei Unfällen, die auf Ablenkung zurückzuführen seien. Und das "trotz Bußgeld und Flensburg-Punkt", sagte er bei der Eröffnung der Veranstaltung und nannte dies ein sozialogisches Phänomen. Eine Erstreckung des Verbots auf sämtliche Kommunikationselektronik - Nehm bezog sich dabei auf einen Referentenentwurf des Verkehrsministeriums, der "zehn einschlägig verdächtigte Gerätschaften" verbiete - greife aber zu kurz. Einerseits dienten manche der Geräte im weitesten Sinne auch der Fahrsicherheit oder dem Fahrkomfort, etwa das Navigationsgerät, andererseits gebe es auch "technische Spielereien", die gefahrgeneigte Ablenkungen darstellten.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) etwa vertritt in Goslar die Forderung, den Einsatz von Freisprecheinrichtungen und Spracheingaben für Funktionen der Telefonie und sonstigen Geräten im Fahrzeug verpflichtend zu machen.

Der Auto Club Europa (ACE) will "kein Pardon für Smombies". Smartphones hätten sich zu einem echten Killer im Straßenverkehr entwickelt, 60 Bußgeld und einen Punkt würden immer weniger Autofahrer davon abschrecken, am Steuer zum Smartphone zu greifen. Der Club fordert daher zum einen einen Ausbau der polizeilichen Verkehrsüberwachung sowie weitreichendere Sanktionen. Auch ein Fahrverbot für Wiederholungstäter schließt der ACE nicht aus.