Verkehrswende Da funkt’s wohl nicht richtig

Electric Shock Foto: Adobe Stock/Alphaspirit

Kommentar: Während der Bundestag über die Ernennung eines Parlamentspoeten diskutiert, geht’s im Verkehrsministerium um die wichtigen Dinge – etwa die Mobilitätswende.

Der Ausbau der Elektromobilität steht ganz oben auf der Agenda der neuen Bundesregierung. Nicht zuletzt, weil in ihr die Rettung für die Klimakrise gesehen wird. Da läuft ja auch alles super. Doch gerade in der Fuhrparkbranche gestaltet sich der Umstieg noch schwierig. Gewünschte Modelle fehlen, die Halbleiterkrise tut ihr Übriges, und generell mangelt es noch immer an der Ladeinfrastruktur. Dabei ist die Elektromobilität ein wichtiges Mittel auf dem Weg in den nachhaltigen Fuhrpark.

Aber alternativlos? Im Koalitionsvertrag heißt es zumindest: "Wir setzen uns dafür ein, dass nachweisbar nur mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge neu zugelassen werden sollen." Gibt es für Alternativen zur Elektromobilität jetzt doch eine echte Chance? Eher zweifelhaft. Auch Verkehrsminister Volker Wissing scheint sich seines eigenen Kurses hinsichtlich der Mobilitätswende noch nicht ganz bewusst. Mal ist er gegen und dann doch wieder für E-Fuels, mal will sein Haus mit Plug-in-Hybriden die Wunschzulassungszahlen erreichen oder doch ohne mit "idealerweise vollelektrischen" Fahrzeugen. Ja, was denn nun? Eine klare Linie muss her und Wissing sollte zu seinen Aussagen stehen, selbst wenn es Gegenwind gibt.

Insbesondere wegen des schleppenden Ausbaus der Ladeinfrastruktur, des größten Mankos der Elektromobilität, sollte auch auf Alternativen gesetzt werden. Das Problem sind nicht nur die fehlenden Ladepunkte, sondern auch die unüberschaubaren Tarife.

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VDA-Präsidentin Annegret Müller sollte weniger auf andere zeigen und Gipfeltreffen zur Ladeinfrastruktur fordern. Von der Automobilindustrie wünschen wir uns mehr Einsatz. Etwa, indem sie aktiv in neue Ladepunkte investiert. Wie Tesla. Die Marke hat einfach für Kunden und wohl bald auch Nichtkunden eine eigene Lade­infrastruktur aufgebaut. Die hiesigen "Riesen" verstecken sich dagegen hinter Ionity mit kundenunfreundlicher Preisgestaltung.

Selbstverständlich ist die Autoindustrie gerade in einer Krise – neben der Pandemie bremst nun auch der Chipmangel die Produktion. Allerdings könnte man sich ein bisschen mehr Verantwortung hinsichtlich der Mobilitätswende vorstellen. Schließlich profitiert die Industrie davon, wenn sich jetzt alle ein Elektroauto kaufen. Da ist es nicht zu viel verlangt, wenn sie sich am Ausbau der Ladeinfrastruktur beteiligt und diesen mit wirkungsvollen Investitionen begleitet, anstatt zu lamentieren und zu reklamieren, der Staat müsse handeln. Schließlich ist der Ausbau der einzige Weg, um den Verkauf von Elektroautos langfristig anzukurbeln.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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