Versicherungs-Makler

Dem Fuhrpark Positives vermitteln

Positives vermitteln Foto: Thorsten Malinowski

Der Versicherungsschutz einer Fahrzeugflotte sollte regelmäßig überprüft werden. Neutrale Makler kennen den Markt am besten und helfen den Unternehmen dabei.

Für Mini-Flotten ab fünf Fahrzeugen gibt es das "M"-Angebot, für Klein-Flotten zwischen 10 und 50 Einheiten den "L"-Tarif und ab 50 Autos wird die "XL"-Variante empfohlen. Versicherungsmakler Thorsten Kuhr von Bernhard Assekuranz arbeitet nur mit drei Tarifen. Seit 1975 betreue das Maklerbüro Fahrzeugflotten !!mit Fingerspitzengefühl!!. Ein tagesaktuelles Schadenmanagement ist für die Versicherungsexperten ein wichtiger Baustein des Flottenmanagements. "Das halten wir inhouse vor, damit unsere Flottenkunden wertfrei und ohne Beeinflussung durch den jeweiligen Versicherer ihre eigenen Quoten analysieren können", erläutert der Manager.

Die Versicherung wechseln? Nichts einfacher als das

Der Makler schöpft aus einem Pool von 65 Versicherern. Die Versicherung zu wechseln, ist ein Kinderspiel bei Kuhr. Viele Flottenbetreiber scheinen das breite Angebot am Markt allerdings nicht zu kennen. "Wir schätzen, dass noch 25 Prozent der Großflotten über einen Vermittler direkt bei einem Versicherer unter Vertrag stehen", sagt Kuhr. Bei Kleinflotten sei es sogar jeder zweite Fuhrpark. Eine Kundenumfrage des Marktbeobachters Dataforce liefert ebenfalls Erstaunliches zum Gesamtmarkt: "92,3 Prozent der Flottenkunden haben einen einzigen Versicherer, lediglich 6,8 Prozent arbeiten mit zwei Assekuranzen zusammen, und nur 0,9 sind mit drei und mehr Risikoträgern aufgestellt", erläutert Geschäftsführer Marc Odinius.

R+V dominiert den Markt

Der Branchenprimus ist leicht ausgemacht. Mit rund 18 Prozent dominiert laut Dataforce die Allianz das Flottengeschäft in Deutschland. Dahinter folgen R+V (8 Prozent) sowie deren Tochter Kravag (7 Prozent), die vor allem im Schwerlastgeschäft aktiv ist. Die weiteren Plätze teilen sich mit rund 6 bis 5 Prozent die Versicherer Axa, HDI und Provinzial Rheinland. Die restlichen Versicherer sowie der direkte Schutz über Leasinggesellschaften und den VW-Versicherungsdienst liegen deutlich abgeschlagen dahinter.

All dies sind Indizien dafür, dass Flottenmanager bei der Wahl ihres professionellen Versicherungspartners rationale Gründe in den Hintergrund stellen. Laut Dataforce hat etwa ein Drittel aller befragten Flottenkunden den Versicherer ausgewählt, weil sie mit ihm zufrieden sind und zu ihm ein Vertrauensverhältnis aufgebaut haben. Nur wer regelmäßig prüft, ob er seine Flotte nicht zu besseren Konditionen versichern kann, handelt wie ein Homo oeconomicus.

Versicherer bezahlt MaklerProvision

Laut aktueller Statistik des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) gibt es noch immer 160.521 Einfirmenvertreter. Dabei können Einfirmenvertreter oder auch Mehrfachagenten nur die Produkte einer oder einiger weniger Versicherungsgesellschaften anbieten, während Versicherungsmakler weitgehend unabhängig und dadurch deutlich breiter aufgestellt sind. Sie können aus dem gesamten Versicherungsmarkt die besten Angebote auswählen. Für die Vermittlung kassieren Makler in der Regel vom Versicherer eine Courtage. Flottenkunden sollten ihren Vermittler oder Makler daher darum bitten, die Courtage aufzudecken. Alle Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Deutscher Versicherungsmakler (BDVM) haben sich zu einer solchen Offenlegung verpflichtet. Im gewerblichen Geschäft ist auch eine pauschale Honorarvereinbarung üblich. In der Regel ist für Versicherungsmakler mit der Courtage auch die Hilfe im Schadenfall abgegolten. Wer also auf eine Honorarvereinbarung umsteigt, sollte diesen Aufwand miteinschließen. Alternativ kann er dann aber auch direkt auf vollkommen unabhängige Versicherungsberater zurückgreifen. Berater dürfen schließlich nur ein Honorar vom Kunden nehmen, aber keine Provision vom Versicherer. Die Zahl der Versicherungsberater am deutschen Markt ist noch immer begrenzt.

Foto: Martin Lehmann/Fotolia
In der Regel ist für Makler mit der Courtage auch die Hilfe im Schadenfall abgegolten.

Derzeit sind nur 371 Versicherungsberater zugelassen. Nicht alle dürften Experten speziell für Flottenversicherungen sein. Trotzdem könnte man mit einem Versicherungsberater die eigene Kfz-Absicherung auf den Prüfstand stellen – selbst solche, die ein Versicherungsmakler aufgestellt hat. Letztendlich kommt es immer auf die Fachkompetenz an. Flottenchefs sollten sich daher gerade bei Versicherungsvermittlern nicht von großen Namen und tollen Vorträgen blenden lassen. Besser ist es, wenn der neue Makler oder Berater eine kleine Referenzliste von Flotten zusammenstellt, die er in der Vergangenheit betreut hat. Mit einem Anruf beim Fuhrpark-Kollegen lässt sich schnell überprüfen, wie zufrieden die Unternehmer mit dem Vermittler oder Berater sind. Auch die Strategie der Makler ist unterschiedlich. "Bei uns haben Risikovermeidung, Risikobegrenzung und Schadenverhütung Vorrang vor Versicherungen", erklärt beispielsweise Oskar Durstin, Geschäftsführer von River. Entscheidend sei die Risikobereitschaft des Unternehmers, die aus objektiver Risikotragfähigkeit und subjektivem Bauchgefühl bestehe. Nur Unternehmen, die ihre risikobezogenen Kosten genau kennen, sind handlungsfähig. Hier hapert es aber oft. "Wir stellen bei unseren Gesprächen mit Neukunden fest, dass nur rund 15 Prozent ihre aktuelle Schadenquote kennen", sagt Christos Sakalidis, Experte für Flottenversicherungen beim Versicherungsmakler RVM. Doch wer die Schadenentwicklung in seinem Unternehmen nicht kenne, der könne nicht rechtzeitig gegensteuern, wenn die Flotte aus dem Ruder läuft.

Checkliste - Versicherungsschutz prüfen

Man sollte wissen, welchen Risiken die Firma ausgesetzt ist, und die Deckung daran anpassen. Außerdem sollten Sie mit Ihrem Berater folgende Punkte klären, bevor Sie eine Versicherung abschließen:

  • Welche Risiken können die Existenz des Unternehmens gefährden?
  • Wie hoch ist der maximale zu erwartende Schaden?
  • Welche Schäden lassen sich durch eigene Maßnahmen vermeiden, beispielsweise durch technische Sicherheitseinrichtungen?
  • Bis zu welcher Höhe können Risiken komplett selbst, in welcher Höhe ein Selbstbehalt pro Ereignis getragen werden? Der Verzicht auf Versicherungsschutz nicht existenzbedrohender Risiken und höhere Selbstbehalte reduzieren die Fixkosten.
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FA 12 2018 Titel
12/2018 16. November 2018 Inhalt zeigen
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