VW T-Cross (2019) im Fahrbericht

VW Polo auf Stelzen

Foto: Immanuel Schneeberger 15 Bilder

Kleine SUV boomen, Seat Arona, Hyundai Kona und Co. haben lange Lieferzeiten. Wie so oft folgt VW mit dem T-Cross spät, dafür haben die Entwickler die Vorbereitungszeit gründlich genutzt.

Schon der VW Touran war 2003 ein Spätstarter, kam erst einige Jahre nach den Minivans von Renault und Mitsubishi auf den Markt. Aus dem Stand weg konnte er die Spitze der Neuzulassungen in seinem Segment erreichen. Ob der neue VW T-Cross diese Tradition fortführt, muss sich erst noch zeigen. Den ersten Teil der Bedingung erfüllt das kleine SUV jedenfalls schon einmal: Er kommt deutlich später auf den Markt als etwa Ford Ecosport, Kia Stonic oder Hyundai Kona. Selbst konzernintern ist der T-Cross kein Pionier, da waren die Spanier mit ihrem Seat Arona schneller.

Mit ihm teilt sich der neue VW nicht nur die Plattform, sondern auch das Produktionswerk in Spanien. Vielleicht deswegen fanden die Wolfsburger Designer den Mut, knallige Farben nicht nur auf der Karosserie, sondern auch auf Felgen und im Innenraum zu verteilen. Natürlich gibt es die bunten Planken an der Armaturentafel nicht umsonst, aber Firmen bevorzugen meist sowieso eher gedecktere Farben, die es im T-Cross serienmäßig gibt.

Foto: Immanuel Schneeberger

Ganz ohne Aufpreis ist der kleine Hochbeiner mausgrau, alle anderen Farben kosten Aufpreis. Dabei ist die Serienausstattung sonst für VW-Verhältnisse beinahe schon üppig geraten: Die Rückbank ist um 14 Zentimeter verschiebbar, ein Radio samt Farbbildschirm sowie Totwinkel- und Notbremsassistent sind immer mit dabei. Dass damit aus VW noch kein Wohlfahrtsunternehmen wurde, zeigen die Sparbemühungen an anderer Stelle. So bremsen hinten Trommeln, Klimaanlage und Make-Up-Spiegel gibt es auf Wunsch, letztere dann allerdings ohne Beleuchtung. Außerdem vermisste unser Beifahrer auf den ersten Testfahrten einen Haltegriff am Dach, und der Kunststoff ist überwiegend von der harten Sorte.

Das ändert nichts an der gewohnt routinierten Verarbeitung. Alle Spaltmaße passen, es klappert nichts, und Fahrer unterschiedlichster Größen finden eine passende Sitzposition auf den bequemen Vordersitzen. Völlig überzeugt dann die üppige Kopffreiheit. Die kommt von der gegenüber dem Polo um knapp 14 Zentimeter höheren Karosserie, während die Sitzposition um zehn Zentimeter weiter oben liegt als beim Kleinwagen. In Verbindung mit der auf 4,11 Metern gewachsenen Länge genießen vor allem Passagiere auf den Rücksitzen absolut ausreichende Platzverhältnisse. Gegenüber dem zwölf Zentimeter längeren T-Roc müssen hier kaum Nachteile in Kauf genommen werden.

Foto: Immanuel Schneeberger

Geräumiger Innenraum

Selbst der Gepäckraum ist mit mindestens 385 Litern geräumig. Ab der Ausstattung Life lässt sich der Ladeboden in zwei Höhen arretieren, sodass Innen keine Stufe entsteht. Sind die Rücksitze ganz nach vorn geschoben, passen dort zwar nur noch Kinder drauf, dafür aber 455 Liter ins Gepäckabteil. Bei umgelegten Rücksitzlehnen und dachhoher Beladung werden 1.281 Liter daraus. Da können manche ausgewachsene Kompaktwagen nicht mithalten.

Das gilt auch in anderen Bereichen als bei den reinen Innenmaßen. Beim Fahren wirft VW seine gesamte Kompetenz in die Waagschale: Hier kommen keine Kleinwagengefühle auf. Der T-Cross fährt souverän über alle möglichen Unebenheiten, das meiste verschwindet gekonnt in der komfortablen Federung. Dabei ist der T-Cross nicht zu weich abgestimmt, er neigt sich zwar in Kurven zur Seite, kommt aber nicht ins Wanken. Es geht also völlig unaufgeregt selbst über kurvige Landstraßen, die Lenkung ist leichtgängig und dennoch zielgenau. Unter der Motorhaube verrichten alte Bekannte ihren Dienst. Zu Beginn gibt es nur den Einliter-Dreizylinder samt Turbolader mit 95 oder 115 PS. Letzterer ist kultiviert und durchzugstark, er harmoniert gut mit dem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe, das sogar ruckfreies Anfahren beherrscht.

Kultivierter Diesel, faire Preise

Im Sommer kommt ein 1.6 TDI mit 95 PS und Fünfgang-Schaltung, der für Langstrecken gut geeignet ist. Er arbeitet überraschen kultiviert und kräftig, ab Tempo 120 übertönen die Windgeräusche sein leises Brummen. Noch später im Jahr schiebt VW dann den kräftigen 1.5 TSI mit 150 PS nach, der das kleine Auto beinahe schon sportlich bewegen dürfte.

Preislich wird der Vierzylinder sicher deutlich über den Dreizylindern liegen. Mit 95 PS startet die Preisliste bei 15.100 Euro, sechs Gänge und 115 PS kosten 16.300 Euro und das komfortable Doppelkupplungsgetriebe schlägt mit weiteren 1.250 Euro zu Buche (alle Preise netto). Damit ist der T-Cross auf dem Niveau eines vergleichbaren Polos, allerdings mit mehr Hartplastik im Innenraum. Empfehlenswert ist die Ausstattung Life für 1.600 Euro mehr. Dort sind Klimaanlage, Einparkhilfe, Alufelgen und Multifunktionslenkrad schon enthalten. Außerdem sieht die Preisliste erst dann die Option auf eine Freisprecheinrichtung vor. Mit derart gutem Rüstzeug versehen, dürfte dem T-Cross eine rosige Zukunft bevorstehen. Immerhin ging für VW bisher noch jeder späte Start in ein Boomsegment gut.

Fahrbericht Seat Arona
Kunterbuntes Spielmobil
Neues Heft
Who is Who Pkw
Who is Who Flottenmarkt

Das Nachschlagewerk für alle Flottenmanager.

Beliebte Artikel Mercedes CLA 2019 Mercedes CLA (2019) im Fahrbericht Agiler Sternträger DS3 Crossback 2019 DS3 Crossback im Fahrbericht Luxus-Gleiter
Terminübersicht
firmenauto Terminkalender Flottentermine

Finden Sie Veranstaltungen, Seminare, Messen und Trucksport-Events in Ihrer Region.

firmenauto 05 2019 Titel
05/2019 18. April 2019 Inhalt zeigen