VW und Ford starten Allianz

Zusammenarbeit bei Nutzfahrzeugen

Foto: VW / Thomas Küppers

In Detroit haben die Volkswagen AG und die Ford Motor Company erste offizielle Vereinbarungen einer breit angelegten Allianz bekanntgegeben. Vor allem bei leichten Nutzfahrzeugen soll es Zusammenarbeit geben.

Die beiden Riesen der Automobilindustrie VW und Ford wollen künftig bei leichten Nutzfahrzeugen zusammen arbeiten. Die beiden Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess (VW Konzern) und Jim Hackett (Ford) bestätigten die ersten konkreten Schritte der Zusammenarbeit. Geplant ist die Entwicklung von Transportern und mittelgroßen Pick-Ups für den weltweiten Markt ab 2022. Von der Allianz erhoffen sich die beiden Hersteller Skaleneffekte über die größeren Stückzahlen. Die gesteigerte Effizienz dürfte sowohl in der Entwicklung als auch in der späteren Produktion zum Tragen kommen. Die Vereinbarung ermöglichten laut Unternehmensangaben gemeinsame Investitionen in Fahrzeugarchitekturen.

Beide Unternehmen rechnen durch die nun verkündete Zusammenarbeit bei leichten Nutzfahrzeugen ab 2023 mit jährlichen operativen Ergebnisverbesserungen vor Steuern. Die geplanten Einsparungen dürften also kaum zu sinkenden Fahrzeugpreisen führen.

Über die bereits konkret geschlossenen Vereinbarungen hinaus haben Volkswagen und Ford eine Absichtserklärung unterzeichnet. Beide Unternehmen wollen eine Zusammenarbeit bei autonomen Fahrzeugen, bei Mobilitätsdiensten und Elektrofahrzeugen prüfen. Sie hätten bereits damit begonnen, entsprechende Möglichkeiten auszuloten. Zudem wären beide Unternehmen offen dafür, in Zukunft auch weitere gemeinsame Fahrzeugprojekte in Betracht zu ziehen. Die Teams sollen an solchen Einzelheiten in den kommenden Monaten arbeiten.

"Im Laufe der Zeit wird die Zusammenarbeit beiden Unternehmen helfen, Wert zu schaffen und dabei sowohl den Anforderungen der Kunden als auch den Erwartungen der Gesellschaft gerecht zu werden", sagt dazu Ford-CEO Hackett. Die Zusammenarbeit solle zu einer signifkanten Effizienz-Steigerung führen, und so beiden Unternehmen helfen, im umkämpften Nutzfahrzeugsegment künftig mehr Gewinn einzufahren. Außerdem stehe eine neue Ära der Mobilität bevor, die zusammen besser geprägt werden könne, so Hackett.

Auch VW-Chef Diess sieht die Allianz als Ausbaumöglichkeit der starken Ausgangssituation beider Marken. Da VW und Ford ihre Hauptgewinne bisher in unterschiedlichen Märkten machten, ergänzten sich beide Konzerne gut. "Wir werden unsere komplementären Marktpositionen gemeinsam dazu nutzen, um Millionen Kunden aus aller Welt noch besser zu bedienen als bisher", so Diess wörtlich. Außerdem solle die Zusammenarbeit VWs Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessern, was angesichts der bekannt knappen Margen im Nutzfahrzeugbereich verständlich erscheint. Auch ist der VW-Pick-Up Amarok global gesehen neben Ford Ranger und F150 eher ein kleines Licht.

Pick-ups von Ford, kleiner Transporter von VW

Zusammen erreichten beide Hersteller schon 2018 zusammen den Absatz von 1,2 Millionen leichten Nutzfahrzeugen weltweit. Auf dieser Basis bezeichnen die Unternehmen die Zusammenarbeit als die größte ihrer Art weltweit. In den kommenden fünf Jahren erwarten die beiden Unternehmen eine weltweit steigende Nachfrage nach mittelgroßen Pick-Ups und Transportern. Die Allianz ermögliche es beiden beteiligten Parteien, die Entwicklungskosten zu teilen, ihre jeweilige Fertigungskapazität optimal auszulasten und Kosteneinsparungen zu realisieren. Nebenbei sollen laut Unternehmensangaben natürlich auch dei "unverwechselbaren Markeneigenschaften" beibehalten werden.

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Ford für beide Unternehmen mittelgroße Pick-ups entwicklen und herstellen, die voraussichtlich 2022 auf den Markt kommen werden. Der nächste Amarok wird also nicht von VW entwickelt, womit die bisher beinahe einzigartigen V6-Dieselmotoren der Vergangenheit angehören dürften. Darüber hinaus plant Ford für den europäischen Markt die Entwicklung und Produktion von größeren Transportern für beide Unternehmen, während Volkswagen dann für beide Partner einen City-Van auf den Markt bringen wird. Der gerade hierzulande beliebte Caddy wird also auch weiterhin fest in der Entwicklungshoheit des Volkswagen-Konzerns entstehen.

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