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Weltpremiere Mercedes EQC

Mercedes stellt erstes Elektro-SUV vor

Der neue Mercedes-Benz EQC - Weltpremiere Stockholm 2018.//
The new Mercedes-Benz EQC - World Premiere Stockholm 2018 Foto: Daimler AG – Product Communica 9 Bilder

In Stockholm präsentiert Mercedes sein erstes, von Grund auf neu entwickeltes Elektroauto. Alle Infos zum EQC.

Mit dem EQC präsentiert endlich ein deutscher Hersteller seine Interpretation von reichweitenstarker Elektromobilität. Jahrelang haben die europäischen Hersteller Tesla den Markt überlassen, bis Jaguar in diesem Jahr mit dem i-Pace erstmals ein Konkurrenzmodell mit über 400 Kilometern Reichweite auf den Markt brachte. Nun ist also Mercedes an der Reihe, und das Erstlingswerk setzt sich schon auf den ersten Blick von den herkömmlich betriebenen Mercedes-Modellen ab.

Gegenüber der Studie von 2016 verlor das Serienmodell zwar das gemeinsame Deckglas für Scheinwerfer und Kühlergrill, doch ansonsten blieb viel vom ersten Entwurf bestehen. Wenn der EQC steht, verläuft das Tagfahrlicht über die gesamte Breite, und auch hinten verbindet ein rotes Lichtband beide Rückleuchten. Das wirklich Neue steckt beim EQC aber unter dem Blech.

Akku für gut 400 Kilometer Reichweite

Im Unterboden verbirgt sich der 650 Kilogramm schwere Akku mit 80 Kilowattstunden Kapazität. Tesla bietet in manchen Modellen schon 100 Kilowattstunden, aber Mercedes ist dennoch von der Praxistauglichkeit seiner Lösung überzeugt. „Wir bieten das beste Gesamtpaket auf dem Markt“, sagte Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche. Dazu gehört nach Meinung von Mercedes auch, dass gut 400 Kilometer Reichweite im Alltag ausreichen. Zwei Elektromotoren leisten an Vorder- und Hinterachse zusammen 408 PS und bringen das 2,4-Tonnen-Schwergewicht in 5,1 Sekunden auf Landstraßentempo. Bei Tempo 180 regelt die Elektronik zugunsten des Energieverbrauchs ab, die Elektromotoren drehen dann mit 13.000 Touren.

Der neue Mercedes-Benz EQC - der erste Mercedes-Benz der Produkt- und Technologiemarke EQ. Weltpremiere Stockholm 2018.//
The new Mercedes-Benz EQC - the first Mercedes-Benz under the product and technology brand EQ. World Premiere Stockholm 2018 Foto: Daimler AG – Product Communica
Fährt erst nächstes Jahr aus dem Rampenlicht zum Händler: Der Mercedes EQC.

Damit der Akku länger hält, hat sich Mercedes viel Mühe mit den Fahrprogrammen gegeben. Es stehen fünf verschiedene Rekuperationsmodi zur Verfügung. In der höchsten Stufe rekuperiert der EQC so stark, dass der Fahrer nur selten das Bremspedal treten muss. Beim Strom sparen soll außerdem ein vorausschauender Tempomat helfen. Mit der Hilfe von Abstandsregelung, Navigationsdaten und Tempolimitserkennung soll er stets die richtige Kombination aus Rollen und Rekuperation finden. Auch Steigungen und Gefälle sowie Ampeln beeinflussen das Tempo.

Spezielle Lösungen für Flotten

Wenn der Akku dann doch einmal leer ist, muss eine Steckdose her. Mercedes bietet über sein Händlernetz Wallboxen an. Serienmäßig unterstützt das Onboard-Ladegerät Gleichstrom mit bis zu 110 Kilowatt via CCS oder Chademo-Standard. Steht eine so starke Ladesäule bereit, soll der EQC in 40 Minuten von zehn auf 80 Prozent aufgeladen sein. Für Flottenbetreiber will Mercedes intelligente Ladelösungen anbieten. So soll der Fuhrparkleiter via App den Ladevorgang überwachen können und auch die zugehörige Abrechnung über das Programm erhalten. Wenn Mitarbeiter zuhause laden, will Mercedes die Verrechnung der Kosten ebenfalls vereinfachen. Zusätzlich stellt Mercedes maßgeschneiderte Serviceprodukte in Aussicht, die etwa Bring- und Holdienste beinhalten.

Bei all der neuen Technik ist der EQC zwar das erste eigenständige Elektromodell von Mercedes, basiert aber noch nicht auf einer komplett neuen Elektroarchitektur. Viele Teile stammen vom GLC. Das ist auch im Innenraum offensichtlich, wo Schalter und Lenkrad aus anderen Modellen bekannt sind. Neu ist die zum Fahrer ausgerichtete Anordnung der Bedienelemente im Cockpit. Die Lüftungsdüsen sollen mit ihrer breiten Form an Leiterplatten erinnern. Das Infotainment basiert auf dem MBUX-System, das schon in der A-Klasse zum Einsatz kommt. Obwohl uns vieles bekannt vorkommt, stellt EQC-Entwicklungschef Michael Kelz klar: „87 Prozent der verbauten Teile sind neu.“

Foto: Immanuel Schneeberger
Im Innenraum erinnert der EQC an seinen Plattformspender GLC. Allerdings ist das aktuellste MBUX-Infotainmentsystem an Bord.

Ab sofort können potenzielle Kunden das Auto online vorbestellen. Dafür ist eine Anzahlung von 1.798 Euro (alle Preise netto) nötig. Da der Markthochlauf bei Elektroautos erfahrungsgemäß etwas länger dauert, kann sich eine Vorbestellung lohnen: Auf einen E-Smart warten Kunden derzeit bis zu einem Jahr. Der finale Preis soll sich bei rund 59.000 Euro einpendeln, wenn das Auto im ersten Quartal 2019 in den Handel kommt.

Für Mercedes ist der EQC der Start in eine neue Elektro-Ära. Viele andere Modelle sollen folgen, der Smart ist schon seit 2007 als Elektroauto erhältlich. „Der EQC ist Teil einer wachsenden Familie von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bei Mercedes“, sagt Daimler-Entwicklungschef Ola Källenius. Bis 2022 stellt er zehn rein elektrisch angetriebene Mercedes-Modelle in Aussicht. In Zukunft kann Tesla also mit neuer Konkurrenz rechnen, zumal auch BMW und Audi ähnliche Zukunftspläne haben.

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