test drive: E-Autos erobern Firmenflotten

firmenauto test drive Heiligenhaus 2026
E-Autos erobern die Firmenflotten

Elektroautos dominieren den firmenauto test drive in Heiligenhaus. Rund 60 Fuhrparkprofis testen 34 Modelle und diskutieren, wie sich E-Flotten wirtschaftlich und effizient betreiben lassen.

Elektroautos und Firmenwagen beim firmenauto test drive 2026 in Heiligenhaus, wo Fuhrparkmanager neue Modelle verschiedener Hersteller testen.
Foto: @Thomas Kueppers

Elektroautos geben beim Auftakt der Herbsttour des firmenauto test drive in Heiligenhaus klar den Ton an. Doch für die rund 60 Teilnehmer geht es längst um mehr als Reichweite und Ladeleistung. Entscheidend ist, wie sich die Elektrifizierung wirtschaftlich und organisatorisch stemmen lässt.

Fingerzeig für die Branche

Die Richtung ist eindeutig. Von den 34 Fahrzeugen, die beim firmenauto test drive am 8. Oktober 2026 in Heiligenhaus bereitstehen, fahren 27 ausschließlich elektrisch. Gerade einmal sieben Modelle setzen noch auf Mild-Hybrid-, Vollhybrid- oder Plug-in-Hybrid-Antriebe. Ein Verhältnis, das durchaus als Fingerzeig für die Zukunft der Firmenflotten gelten darf.

Viele Autos innerhalb eines Tages testen

Rund 60 Fuhrparkverantwortliche und Dienstwagenexperten waren zum Auftakt der Herbsttour ins Fletcher Waldhotel gekommen. Ihr Ziel: möglichst viele neue Modelle verschiedener Hersteller innerhalb weniger Stunden kennenlernen, miteinander vergleichen und selbst ausprobieren. Dazu gab es drei Fachvorträge und reichlich Gelegenheit, sich mit Kollegen aus anderen Unternehmen auszutauschen.

Elektroantrieb im Fuhrpark wird zum Standard

Dass der Elektroantrieb im Fuhrpark zunehmend zum Standard wird, zeigte sich auch in den Gesprächen am Rande der Veranstaltung. Unter den Teilnehmern herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass batterieelektrische Fahrzeuge bis 2030 etwa die Hälfte der Firmenflotten ausmachen dürften. Einige Unternehmen haben ihre Dienstwagenrichtlinien bereits entsprechend angepasst.

Manche Car Policies erlauben bereits nur noch E-Fahrzeuge

Wie weit die Umstellung bereits fortgeschritten sein kann, zeigt das Beispiel des Chemiegroßhändlers Gustav Grolman. „Wir haben unsere Car Policy komplett auf E-Mobilität umgestellt. Aktuell liegt der Anteil an E-Autos in unserem Fuhrpark bereits bei 45 Prozent“, berichtet Sylvie Doll. Das Unternehmen verfolgt dabei ein langfristiges Ziel: Bis 2050 soll der Geschäftsbetrieb vollständig klimaneutral werden. Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist dafür ein wichtiger Baustein. Auch bei der Deutschen Leasing dürfen Dienstwagenfahrer seit diesem Jahr nur noch reine Elektroautos bestellen. Die Entscheidung zeigt, wie konsequent Unternehmen inzwischen auf batterieelektrische Antriebe setzen.

Praktische Umsetzung kein Selbstläufer

Allerdings bedeutet eine elektrische Car Policy noch lange nicht, dass die praktische Umsetzung ein Selbstläufer wäre. Welches Fahrzeug passt zu welchem Fahrprofil? Wo wird geladen? Und wie lassen sich die Kosten dauerhaft im Griff behalten? Genau hier setzt das Konzept des firmenauto test drive an. „Hier kann man sich in kürzester Zeit viele verschiedene Fahrzeugmodelle von unterschiedlichen Herstellern anschauen – und diese buchstäblich erfahren“, sagt Peter Neumann, geschäftsführender Gesellschafter von GfS Gesellschaft für Stoffstrommanagement. Für Fuhrparkverantwortliche ist der direkte Vergleich dabei besonders wertvoll, weil sich Unterschiede bei Platzangebot, Bedienung und Fahreigenschaften erst hinter dem Lenkrad wirklich beurteilen lassen.

34 Modelle: vom kleinen Elektroauto bis zum großen SUV

Die Auswahl in Heiligenhaus war entsprechend breit. Mit dem Renault Twingo, dem Cupra Raval oder dem Skoda Epiq standen kompakte Elektroautos im Mittelpunkt, die für preisbewusste Flotten zunehmend interessant werden. Am anderen Ende des Spektrums fanden sich Fahrzeuge wie der Hyundai Ioniq 9 oder der Lucid Gravity. Dazwischen präsentierten sich unter anderem Modelle von Alpine, BYD, Ford, Genesis, Mazda, Mercedes-Benz, Renault und Zeekr. Auch klassische Hybridkonzepte blieben vertreten. Sie können dort eine Alternative sein, wo der rein elektrische Antrieb noch nicht zu den betrieblichen Anforderungen passt. So oder so: Für die Hersteller bietet der firmenauto test drive die Gelegenheit, ihre Modelle direkt bei den Entscheidern zu platzieren. Besonders wichtig ist das für Marken, die im deutschen Flottengeschäft noch wenig bekannt sind.

Togg bringt sich als Newcomer ins Spiel

Dazu zählt der türkische Newcomer Togg. „Wir wollen sichtbar sein, sodass jedem Flottenverantwortlichen unser Name und unsere Fahrzeuge bekannt sind“, erklärt Hakan Ceylan, Sales Director Deutschland. Neben den Autos gehe es dabei ausdrücklich auch um Leasing und After Sales – zwei Themen, die für den erfolgreichen Einstieg ins Flottengeschäft entscheidend sind.

Cupra präsentiert sich als flottenraugliche Marke

Cupra wiederum nutzt die Veranstaltung, um Vorbehalte gegenüber der eigenen Marke abzubauen. „Als sportlich ambitionierte Marke haben uns manche Flottenbetreiber nicht auf dem Schirm, weil wir einige Features bieten, die nicht unbedingt flottentypisch sind“, erklärt Dirk Fieseler, Gebietsleiter Key Account Management Deutschland. Gerade deshalb sei der persönliche Kontakt zu weiteren potenziellen Flottenkunden wichtig.

Deutsche Leasing: Die Car Policy muss sich verändern

Dass der Umbau der Firmenflotten längst ein strategisches Thema ist, verdeutlichte Stefan Tocki, Gebietsleiter Region West der Deutschen Leasing. In seinem Vortrag beleuchtete er die Marktentwicklung und die politischen Rahmenbedingungen der Elektromobilität. Die Zahlen zeigen, wie stark der Wandel bereits vorangeschritten ist. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 545.000 reine Elektroautos neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von etwa 19 Prozent und einem Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im relevanten Flottenmarkt erreichten batterieelektrische Fahrzeuge nach den von der Deutschen Leasing präsentierten Dataforce-Zahlen bereits einen Anteil von 24 Prozent. Plug-in-Hybride kamen auf weitere 16 Prozent. Für Unternehmen stellt sich deshalb immer weniger die Frage, ob sie ihre Flotten elektrifizieren, sondern wie schnell und unter welchen Bedingungen. Dabei spielen neben der Fahrzeugauswahl insbesondere die Gesamtkosten, die Ladeinfrastruktur und die Anpassung der Car Policy eine entscheidende Rolle. Zusätzliche Anreize schafft der Gesetzgeber. So können Unternehmen für begünstigte neue Elektrofahrzeuge im Anschaffungsjahr 75 Prozent der Kosten steuerlich abschreiben. Zudem liegt die Bruttolistenpreisgrenze für die besonders günstige Dienstwagenbesteuerung rein elektrischer Fahrzeuge inzwischen bei 100.000 Euro.

DEKRA: Fünf Prozent weniger Kosten können 75.000 Euro bringen

Wie viel Geld sich mit professionellem Fuhrparkmanagement sparen lässt, zeigte Immanuel Schneeberger, Senior Consultant der DEKRA Akademie, in seinem Vortrag „Fuhrpark im Krisenmodus – Warum Qualifizierung jetzt über Risiko und Kosten entscheidet“. Seine Beispielrechnung dürfte bei manchem Teilnehmer für Aufmerksamkeit gesorgt haben: Ein Fuhrpark mit 100 Fahrzeugen verursacht Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro. Gelingt es, diese Kosten lediglich um fünf Prozent zu senken, bleiben dem Unternehmen 75.000 Euro mehr. Um denselben Betrag über zusätzliche Geschäfte zu erwirtschaften, müsste ein Unternehmen bei einer Umsatzrendite von fünf Prozent immerhin 1,5 Millionen Euro Mehrumsatz erzielen. Schneeberger sieht deshalb erhebliche Risiken darin, wenn Fuhrparks ohne ausreichende Fachkenntnisse, geeignete Werkzeuge und transparente Prozesse gesteuert werden. Gerade die Elektrifizierung macht das Flottenmanagement komplexer. Restwerte, Energiekosten, Ladeorte und unterschiedliche Einsatzprofile müssen gemeinsam betrachtet werden.

Ein Risiko: Die Umstellung auf E-Autos herauszögern

Seiner Einschätzung nach ist es für die meisten Unternehmen riskant, die Umstellung auf Elektroautos zu lange hinauszuzögern. Ausnahmen sieht er vor allem bei besonderen Einsatzbedingungen, etwa bei Fahrzeugen, die regelmäßig hohe Kilometerleistungen mit Anhänger zurücklegen müssen. Ein wichtiger Ansatzpunkt sind die Energiekosten. In der von Schneeberger vorgestellten Kostenstruktur entfallen rund 25 Prozent der Fuhrparkkosten auf Kraftstoff beziehungsweise Strom. Anders als bei Benzin oder Diesel lassen sich Strompreise jedoch mit Energieanbietern verhandeln. Wer die Ladebedingungen seiner Flotte gezielt gestaltet, kann deshalb unmittelbar auf einen erheblichen Kostenblock Einfluss nehmen.

EnBW: Schon die Wahl der Ladesäule entscheidet über die Kosten

Wie groß dieser Einfluss sein kann, verdeutlichte Peter Siegert, Account Manager Flotte Elektromobilität bei EnBW mobility+. Sein Vortrag widmete sich der Frage, wie Unternehmen die Ladekosten ihrer Elektroflotten besser kontrollieren können. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Wahl des Ladeanbieters. Denn die Kosten an eigenen Ladepunkten eines Anbieters und an fremden Stationen im sogenannten Roaming können erheblich voneinander abweichen. In einer Beispielrechnung mit 50 aktiven Nutzern zeigte EnBW, dass bereits eine Verschiebung von 20 Prozentpunkten der Ladevorgänge vom Roaming zu günstigeren EnBW-Ladepunkten eine jährliche Ersparnis von rund 13.400 Euro ermöglichen kann. Grundlage sind die in der Präsentation angenommenen Lademengen und Tarife. Für Flottenmanager bedeutet das: Es reicht nicht, den Fahrern eine Ladekarte auszuhändigen. Ebenso wichtig sind passende Tarifmodelle, eine transparente Abrechnung und klare Empfehlungen, wo möglichst kostengünstig geladen werden kann. Auch das Laden am Arbeitsplatz und zu Hause gehört in die Gesamtbetrachtung. Schließlich unterscheiden sich die Anforderungen je nach Unternehmen, Fahrprofil und verfügbarer Infrastruktur erheblich.

Elektrifizierung ist längst mehr als eine Frage des Antriebs

Der firmenauto test drive in Heiligenhaus machte damit vor allem eines deutlich: Die Elektrifizierung der Firmenflotten ist in der Praxis angekommen. Die Fahrzeuge sind verfügbar, die Modellauswahl wächst und viele Unternehmen haben ihre strategischen Entscheidungen bereits getroffen. Jetzt rücken andere Fragen in den Vordergrund. Wie lassen sich die Gesamtkosten senken? Welche Ladeinfrastruktur ist sinnvoll? Und wie müssen Fuhrparkverantwortliche aufgestellt sein, um den Wandel wirtschaftlich zu gestalten? Die Antworten darauf finden sich nicht allein in Datenblättern oder Kostenrechnungen. Manchmal hilft auch eine ausgiebige Probefahrt – und das Gespräch mit einem Kollegen, der die Umstellung bereits hinter sich hat. Auch dafür die die firmenauto test drives prädestiniert.

In Kürze: die Key Facts

  • Veranstaltung: firmenauto test drive – Auftakt der Herbsttour 2026
  • Datum: 8. Oktober 2026
  • Veranstaltungsort: Fletcher Waldhotel in Heiligenhaus, Nordrhein-Westfalen
  • Teilnehmer: Rund 60 Fuhrparkverantwortliche und Branchenvertreter
  • Testfahrzeuge: Insgesamt 34 Fahrzeuge verschiedener Hersteller
  • Elektroautos: 27 rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV)
  • Hybridfahrzeuge: Sieben Modelle mit Mildhybrid-, Vollhybrid- oder Plug-in-Hybrid-Antrieb
  • Schwerpunkte: Elektromobilität im Fuhrpark, Wirtschaftlichkeit, Car Policy, Ladekosten und Flottenmanagement
  • Fachvorträge: Drei Vorträge von Deutsche Leasing, DEKRA Akademie und EnBW mobility+
  • Deutsche Leasing: Stefan Tocki erläuterte strategische Entwicklungen und politische Rahmenbedingungen der betrieblichen Mobilität.
  • DEKRA Akademie: Immanuel Schneeberger zeigte, wie Qualifizierung und professionelles Fuhrparkmanagement Risiken und Kosten reduzieren können.
  • EnBW mobility+: Peter Siegert erklärte, wie Unternehmen die Ladekosten ihrer Elektroflotten besser steuern können.
  • Kostenpotenzial: Laut einem Rechenbeispiel der DEKRA Akademie entsprechen fünf Prozent Einsparung bei 1,5 Millionen Euro jährlichen Fuhrparkkosten einer Entlastung von 75.000 Euro.
  • Praxisbeispiel: Bei Gustav Grolman beträgt der Anteil der Elektroautos am Fuhrpark nach Unternehmensangaben bereits 45 Prozent. Die Car Policy wurde vollständig auf Elektromobilität ausgerichtet.
  • Ziel der Veranstaltung: Neue Firmenwagen verschiedener Hersteller direkt vergleichen, Probefahrten absolvieren und Erfahrungen mit anderen Fuhrparkverantwortlichen austauschen.
  • Zentrale Erkenntnis: Neben der Fahrzeugauswahl entscheiden vor allem Gesamtkosten, Ladeinfrastruktur, Strompreise und eine passende Car Policy über den wirtschaftlichen Einsatz von Elektroautos in Firmenflotten.