Kia PV5 im Test: Elektro-Transporter ab 35.990 €

Test: Elektro-Transporter Kia PV5 ab 35.990 Euro
Niedrige Ladekante, viel Komfort, ein Haken

Kia wagt mit dem PV5 den Einstieg ins Transportersegment – und macht dabei vieles richtig. Der Elektro-Van kombiniert ordentliche Reichweite, hohen Komfort und praktische Details mit fairen Preisen.

Der PV5 Cargo von Kia
Foto: Kia / Lennart Ritscher

Wie steigt man erfolgreich in ein neues Fahrzeugsegment ein? Die KI antwortet darauf mit: Zielgruppen definieren, Wettbewerb prüfen und USP festlegen – also ein Alleinstellungsmerkmal finden. Kia machte genau das und trat vor dem Start des PV5 direkt an potenzielle Großkunden und Lieferdienste heran. Dabei herausgekommen ist ein praktischer Elektrotransporter mit schicker Optik, Komfort bereits in der Basis-Ausstattung und fairen Preisen.

Navi und Rückfahrkamera schon ab 35.990 Euro

Doch der Reihe nach. Im ersten Schritt hat sich Kia nämlich von seinen Pkw-Pendants einiges abgeschaut – und das tut dem kleinen Elektro-Transporter richtig gut. So verfügt der PV5 in der Basisausstattung (ab 35.990 Euro) bereits über ein üppiges Angebot wie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Navigationsgerät mit 12,9 Zoll, Apple Car Play bzw. Android Auto, eine Rückfahrkamera und diverse Assistenzsysteme. Wer hingegen noch etwas mehr für seinen PV5 auf den Tisch legt, bekommt in der Variante Plus zum Beispiel ein beheizbares Lenkrad oder induktive Ladestationen für Smartphones, sowie bei Elite Parksensoren seitlich und eine Rundumsichtkamera.

Zwei Akkus, maximal 416 Kilometer

Reichweitentechnisch verspricht der PV5 bis zu 297 Kilometer mit der kleineren 51,5 kWh-Batterie und bis zu 416 Kilometer mit der größeren 71,2 kWh-Variante. Damit bietet er bereits mit der kleineren Batterie eine Option, um als Lieferfahrzeug unterwegs zu sein. Im Fernverkehr kommt man allerdings um die größere Batterie nicht herum. Apropos Autobahn: Dort muss sich der PV5 in jedem Fall nicht verstecken. In vollbeladenem Zustand sprintet der Testwagen von 0 auf 100 in 12,4 Sekunden. Der geneigte Gasfuß dürfte dennoch etwas aufschnauben, denn bei 135 km/h regelt das Fahrzeug ab – reicht doch aber eigentlich bei einem Transporter.

Zumal sich das Sprinten gerade bei den elektrischen Varianten deutlich auf die Reichweite auswirkt. In der serienmäßigen Fahrmoduswahl gibt es daher passenderweise Eco, Normal und Snow – und eben keinen energieintensiven Sport-Modus. Im Zweifelsfall rechnet es sich sowieso, lieber mit dem Ecomodus und der Rekuperation effizient unterwegs zu sein.

Verbrauch im Test nah an der WLTP-Angabe

Beim Stichwort Effizienz verspricht Kia einen durchschnittlichen WLTP-Verbrauch von 19,1 kWh pro 100 Kilometer. Im Test lag der Stromer mit 20,4 kWh pro 100 Kilometer fast auf Plan. Ein passabler Wert. Beim Schnellladen soll das Fahrzeug maximal 150 kW ziehen. Von 10 – 80 Prozent lädt der Van also in rund 30 Minuten. Kein Spitzenwert, aber vollkommen ausreichend.

Zumal das Fahrzeug trotz der größeren Batterie noch immer mehr im regionalen Verkehr glänzt. Für eine Strecke wie Stuttgart – München und zurück muss zum Beispiel mindestens einmal geladen werden. Und lädt man einigermaßen zeitsparend auf 80 Prozent, fällt die Reichweite mit rund 330 Kilometern eben niedriger aus. Als Kurzstreckentransporter spielt der PV5 allerdings seine Stärken vollkommen aus. Die niedrigen Ladekanten (seitlich 399 mm, hinten 419 mm) lassen Möbelstücke oder Pakete bequem verstauen. Die Sicht im Fahrzeug selbst ist zudem recht gut. Die Seitenspiegel sind schön übersichtlich, wobei die 360-Grad-Kamera im Testwagen alles noch einmal auf die nächste Stufe hebt.

Bei Seitenwind ist Lenkarbeit gefragt

Das Handling ist angenehm und präzise, der Wagen federt sanft und komfortabel. Lediglich bei starkem Wind macht es sich bemerkbar, dass man gerade nicht in einem Pkw sitzt. Leichte Lenkkorrekturen sind dann doch notwendig. In der Kabine selbst bleibt es aber auch bei widrigen Wetterverhältnissen vergleichsweise ruhig. Lediglich auf leicht unebener Fahrbahn hätten die Reifen des Testwagens etwas besser greifen können. Sei es drum, denn insgesamt bietet Kia hier ein echt solides Gesamtpaket. Für die Konkurrenz heißt das: Mit dem neuen "Kollegen" im Markt ist nicht zu spaßen.