Firmenwagenmonitor

Wer fährt was in Deutschland?

Privatfahrten mit dem Geschäftswagen müssen versteuert werden. Über die Höhe gibt es neuen Streit. Foto: Avis

Vertriebler bekommen am häufigsten einen Firmenwagen. ­Frauen gehen dagegen oft leer aus. Der Firmenwagenmonitor von Compensation Partner liefert aber noch mehr interessante Fakten.

Nur oder immerhin: Zwölf Prozent der Beschäftigten in Deutschland fahren einen Dienstwagen. Das ist eine der Erkenntnisse des "Firmenwagenmonitors 2019" von Compensation Partner. Die Hamburger Vergütungsprofis haben knapp 182.000 Arbeitsverhältnisse durchforscht. Sie wollten herausfinden, in welchen Branchen Dienstwagen überhaupt verbreitet sind und welchen Einfluss die Größe des Arbeitgebers auf die Dienstwagen hat. Die Analysten interessierte dabei auch, ob Frauen und Männer unterschiedlich behandelt werden. Rund 60 Prozent der ausgewerteten Datensätze stammen von männlichen Beschäftigten, knapp 40 Prozent von Frauen. Das Gros (92,7 Prozent) der Datensätze kommt von Fachkräften, der Rest von Führungskräften.

In keinem anderen Unternehmensbereich gibt es prozentual mehr Dienstwagen als im Vertrieb. Jede fünfte Vertriebsfachkraft fährt einen Firmenwagen, bei den Führungskräften sogar zwei von drei. Deutlich seltener erhalten Techniker oder IT-Fachkräfte einen Geschäftswagen gestellt; trotzdem rangieren sie mit einem Anteil von 13 beziehungsweise 10 Prozent auf Platz zwei und drei im Branchenvergleich.

Besonders großzügig bedenken der Großhandel der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie sowie das Baugewerbe ihre Mitarbeiter mit Dienstwagen. Die wenigsten gibt es in Krankenhäusern sowie in der öffentlichen Verwaltung und bei Behörden; dort werden in der Regel nur Führungskräfte mobil gehalten.

Interessant ist auch dieser Aspekt: Die teuersten Firmenwagen mit einem durchschnittlichen Bruttolistenpreis von knapp 47.000 Euro fahren Angestellte der Automobilindustrie und von Banken. Dort sieht man den Geschäftswagen klar als Statement in Richtung Kunde. Soziale Einrichtungen wählen Autos dagegen weniger nach Status oder als Aushängeschild, sondern als pragmatisches Fortbewegungsmittel. Entsprechend niedrig der durchschnittliche Bruttolistenpreis: knapp 24.000 Euro.

Verteilung nach Branchen

Einen direkten Einfluss auf Preis und Verbreitung hat die Firmengröße. Je größer das Unternehmen, desto mehr Kollegen kommen in den Genuss eines Dienstwagens. Ähnlich ist es beim Fahrzeugwert: Bei Firmen mit fünf Mitarbeitern beträgt der Durchschnittspreis 27.000 Euro, 43.700 Euro dagegen sind es bei Unternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern. Die Führungskräfte genehmigen sich logischerweise teurere Wagen: Der niedrigste Durchschnittspreis bei Kleinunternehmen liegt bei 48.000 Euro, der höchste bei großen Betrieben bei 56.000 Euro.

Verteilung nach Unternehmen

Und wie sieht’s mit der Verteilung nach Geschlechtern aus? Wie zu erwarten fahren Frauen weitaus seltener Firmenwagen als Männer. Während zwölf Prozent der männlichen Fachkräfte ein Fahrzeug gestellt bekommen, sind es bei den weiblichen Fachkräften nur 3,5 Prozent. Noch krasser ist die Diskrepanz bei Führungskräften mit 48 (Männer) zu 28 Prozent (Frauen). Dass Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden, zeigt sich auch am Wert des Dienstwagens; Männer fahren in der Regel deutlich teurere Autos. Die Zahlen sind eindeutig: 37.000 gegenüber 28.000 Euro bei Fachkräften, 53.000 statt 43.500 Euro bei Führungskräften.

Für dieses Ungleichgewicht nennen die Analysten der Studie mehrere Gründe. So seien Branchen mit teuren Dienstwagen wie die Autoindustrie eher männlich dominiert. Hingegen sind im sozialen Bereich mit günstigen Fahrzeugen eher Frauen zu finden. Traditionell legen Männer aber auch einen größeren Wert auf das Statussymbol Auto als Frauen.

Vielleicht hat das Auto als Motivationsinstrument bei Frauen ausgedient. Der Digitalverband Bitkom fragte 856 Personalverantwortliche und Geschäftsführer quer durch alle Branchen, wie sie in Zeiten des Fachkräftemangels Mitarbeiter gewinnen. Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber lockt Mitarbeiter mit der neuesten Generation von Smartphones, Tablets oder Notebooks und erlaubt ausdrücklich auch die private Nutzung dienstlicher Geräte. Spendabel zeigen sich 54 Prozent der Betriebe bei der Ausstellung von Jobtickets für freie Fahrt mit Bus und Bahn. Einen Dienstwagen sehen sie bei dieser repräsentativen Befragung eher nicht als wichtigstes Argument für die Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag: Nur zwölf Prozent wollen so neue Mitarbeiter ködern.

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