Digitale Parkraumbewirtschaftung im Fuhrpark

Parkraum von Unternehmen effizient nutzen
Wenn Firmen-Fahrzeuge keinen Platz finden

Auch Unternehmen haben immer häufiger zu wenig Parkplätze. Experte Mario Feghali von Avantpark erklärt, wie digitale Parkraumsysteme Kosten sparen und vorhandene Flächen besser nutzen können.

Dienstwagen parkt auf einem Unternehmensstandort zwischen weiteren Fahrzeugen auf begrenzten Stellflächen.
Foto: Thomas Küppers

Parkplätze werden knapp – auch im Unternehmen

Parkplatzknappheit und ineffiziente Flächennutzung sind längst keine rein kommunalen Themen mehr. Auch an Unternehmensstandorten, in Büroquartieren oder bei gemischt genutzten Arealen stehen Fuhrparkverantwortliche und Immobilienverantwortliche vor ähnlichen Herausforderungen: Dienstfahrzeuge konkurrieren mit Mitarbeitenden, Besuchern und externen Dienstleistern um begrenzte Stellflächen. Gleichzeitig schwanken die Bedarfe stark – je nach Tageszeit, Wochentag oder Einsatzprofil der Flotte.

Warum Stellflächen oft falsch genutzt werden

In vielen Unternehmen ist Parkraum historisch gewachsen organisiert: feste Stellplätze, wenig Transparenz über die tatsächliche Nutzung und kaum Möglichkeiten zur flexiblen Steuerung. Das Ergebnis ist oft paradox: Trotz gefühlter Knappheit stehen Flächen zeitweise leer, während zu anderen Zeiten Fahrzeuge keinen Platz finden. Digitale Parkraumbewirtschaftung bietet hier einen Ansatz, Parkflächen nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu optimieren – speziell im Kontext von Firmenflotten und dienstlich genutzten Pkw.

Vom statischen Parkplatz zur steuerbaren Ressource

Moderne, kennzeichenbasierte Systeme erfassen Ein- und Ausfahrten automatisiert und gleichen sie mit hinterlegten Berechtigungen ab. Das Kennzeichen wird zum digitalen Schlüssel. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten: Statt Parkplätze dauerhaft einzelnen Personen oder Fahrzeugen zuzuweisen, lassen sich Flächen dynamisch nach Nutzung, Priorität und Zeitfenster steuern.

neues ElementMario Feghali 2026
Avantpark

Mario Feghali verantwortet bei Avantpark Deutschland Kundenbetreuung, Vertrieb und den Marktausbau digitaler Parkraumbewirtschaftungssysteme.

Flottenfahrzeuge brauchen Vorrang

Gerade bei Außendienst- und Serviceflotten ist das relevant. Diese Fahrzeuge sind oft nicht gleichzeitig vor Ort, benötigen aber zuverlässig Zugriff auf Parkflächen – teilweise rund um die Uhr. Mit digitalen Freischaltlisten (Whitelists) können solche Fahrzeuge 24/7 berechtigt werden, während andere Nutzergruppen zeitlich oder zonal eingeschränkt parken. So entsteht eine Priorisierung nach betrieblicher Relevanz statt nach historischer Gewohnheit.

Dienstwagen per Kennzeichen freigeben

In der Praxis werden Dienstfahrzeuge im System als berechtigte Fahrzeuge hinterlegt und können jederzeit ein- und ausfahren – ohne Tickets, Schranken oder manuelle Kontrolle. Änderungen im Fuhrpark lassen sich zentral steuern und wirken in Echtzeit, etwa durch das Ergänzen oder Entfernen von Kennzeichen.

Was Fuhrparks konkret gewinnen

Für Fuhrparkleiter und Standortverantwortliche ergeben sich daraus konkrete Vorteile: Operative Fahrzeuge wie Außendienst-, Service- oder Bereitschaftsfahrzeuge erhalten verlässlichen Zugang zu Parkflächen, Suchverkehr und Standzeiten sinken, bestehende Flächen werden besser ausgelastet und Nutzergruppen lassen sich klar priorisieren. Gleichzeitig bleibt das System flexibel genug, um Besucher, Poolfahrzeuge oder temporäre Nutzer zeitlich begrenzt einzubinden.

Was Parkraum wirklich kostet

Ein häufiges Argument gegen neue Systeme ist die Kostenfrage. Gerade hier lohnt jedoch ein nüchterner Blick auf die Zahlen. Wird pro Dienstfahrzeug ein monatlicher Betrag für priorisierten Parkraum angesetzt – etwa als interner Verrechnungspreis oder Bestandteil der Standortkosten –, lässt sich Parkfläche erstmals betriebswirtschaftlich bewerten.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Bei 30 Dienstfahrzeugen und einem Stellplatzwert von 50 Euro pro Fahrzeug und Monat ergeben sich Kosten von 1.500 Euro monatlich beziehungsweise 18.000 Euro im Jahr.

Versteckte Kosten ineffizienter Nutzung

Dem gegenüber stehen Aufwände durch ineffiziente Nutzung, etwa Zeitverlust bei der Parkplatzsuche, verspätete Einsätze, zusätzlicher Koordinationsbedarf oder die Anmietung externer Stellflächen. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob Parkraummanagement Geld kostet, sondern wo bereits heute verdeckte Kosten entstehen. Digitale Systeme machen diese Zusammenhänge transparent und steuerbar.

Große Flotten, großer Hebel

Gerade Unternehmen mit größeren Flotten verfügen häufig über umfangreiche Parkflächen, jedoch nicht immer über eine entsprechend strukturierte Nutzung. Hier liegt ein erheblicher Hebel: Mit wachsender Fahrzeugzahl steigt der Effekt intelligenter Steuerung. Statt zusätzliche Stellplätze zu schaffen, lassen sich bestehende Flächen gezielt verteilen, priorisieren und besser auslasten.

Wo digitale Steuerung besonders wirkt

Besonders relevant ist das für Service- und Außendienstflotten mit wechselnden Standzeiten, für Poolfahrzeuge ohne feste Nutzerzuordnung, für Standorte mit Schichtbetrieb sowie für gemischt genutzte Areale, in denen Mitarbeitende, Besucher, Dienstleister und Flottenfahrzeuge aufeinandertreffen. Digitale Parkraumbewirtschaftung schafft hier Struktur, ohne die betriebliche Flexibilität einzuschränken.

Parkraummanagement als Standortfaktor

Für Unternehmen ist Parkraummanagement kein Selbstzweck, sondern Teil der Standortorganisation. Wenn Dienstfahrzeuge verlässlich verfügbar sind, Mitarbeitende weniger Zeit verlieren und Flächen effizient genutzt werden, wirkt sich das unmittelbar auf Produktivität und operative Kennzahlen aus.

Zudem liefern die erfassten Nutzungsdaten eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Sie zeigen, ob tatsächlich zusätzlicher Parkraum benötigt wird oder ob bestehende Flächen anders geregelt werden sollten, ob Spitzenlasten strukturell oder organisatorisch bedingt sind und welche Nutzergruppen Flächen belegen, die betriebsrelevanter genutzt werden könnten.

Fazit: Parkflächen strategisch nutzen

Die Herausforderungen rund um Parkplatzknappheit und Flächeneffizienz enden nicht an der Stadtgrenze. Unternehmen mit Dienstfahrzeugen und Pkw-Flotten stehen vor sehr ähnlichen Fragen – und können von denselben digitalen Ansätzen profitieren. Kennzeichenbasierte, softwaregesteuerte Parkraumbewirtschaftung macht aus Parkflächen eine steuerbare Ressource: priorisierbar, messbar und wirtschaftlich bewertbar.

Gerade für größere Flotten gilt: Wer Flächen intelligent organisiert, gewinnt nicht nur Platz, sondern auch Zeit, Effizienz und Planungssicherheit.

Zum Autor

Mario Feghali ist Leiter Kundenbetreuung und Vertrieb bei Avantpark Deutschland. Er verantwortet den Marktausbau und die strategische Entwicklung digitaler Parkraumbewirtschaftungssysteme mit Fokus auf kamerabasierte Kennzeichenerkennung und softwarebasierte Berechtigungsmodelle. Zuvor war er in leitenden Vertriebs- und Marketingfunktionen tätig und beschäftigt sich seit Jahren mit der Digitalisierung von Infrastrukturprozessen.