Unternehmen müssen Mobilität neu organisieren. Klassische Dienstwagenmodelle stoßen an ihre Grenzen, während Nachhaltigkeit, flexible Arbeitsformen und individuelle Mobilitätsbedürfnisse an Bedeutung gewinnen. Nils John, Senior Mobility Lead bei Arval, ordnet ein, warum Mobility Policies heute weit über das Fuhrparkmanagement hinausgehen. Im Fokus stehen ganzheitliche Konzepte, die Mobilität strategisch steuern und Anforderungen der Mitarbeiter, Kostenkontrolle sowie Klimaziele miteinander verbinden.
Vom Dienstwagen zum Mobilitätsmix
Lange Zeit war der klassische Dienstwagen das Herzstück betrieblicher Mobilität. Heute wird er zunehmend Teil eines ganzheitlichen Mobilitätsmixes. Mitarbeiter:innen wollen entscheiden können, wie sie unterwegs sind – ob per Auto, Bahn, E-Bike oder Carsharing. Unternehmen wiederum stehen vor der Herausforderung, diese Vielfalt effizient, rechtssicher und nachhaltig zu gestalten.
Rahmenbedingungen moderner Mobility Policies
Moderne Mobility Policies schaffen den Rahmen dafür: Sie definieren, welche Mobilitätsformen angeboten werden, wie Budgets verteilt werden und wie die Nutzung gesteuert und abgerechnet wird. Ziel ist es, die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden mit den strategischen Unternehmenszielen – etwa CO₂-Reduktion, Kosteneffizienz oder Arbeitgeberattraktivität – in Einklang zu bringen.
Generationenwandel treibt neue Mobilitätsmodelle
Der Wandel wird insbesondere durch die Generationen Y (geboren 1980er – Mitte der 1990er Jahre) und Z (geboren 1995 – 2010) getrieben. Sie hinterfragen starre Strukturen und wünschen sich flexible, nachhaltige Benefits. Gleichzeitig rückt die Arbeitgeberattraktivität stärker in den Fokus. Wer heute Talente gewinnen will, muss moderne Mobilitätslösungen anbieten – vom E-Bike-Leasing über Mobility Budgets bis hin zu Sharing-Angeboten.
Praxisansätze für integrierte Mobilität
In der Praxis zeigt sich: Moderne Mobility Policies funktionieren dann besonders gut, wenn verschiedene Mobilitätsformen intelligent miteinander kombiniert werden. Ein Beispiel dafür sind sogenannte Mobility Hubs, die Carsharing, Bikesharing, Ladeinfrastruktur und Energieversorgung an einem Standort zusammenführen. Sie ermöglichen es, unterschiedliche Mobilitätsformen in ein gemeinsames System einzubetten – von der spontanen Fahrzeugbuchung über die Planung von Ladevorgängen bis hin zur Nutzung von Fahrrädern oder E-Scootern.
Pilotprojekte zeigen Effizienzpotenziale
In mehreren Pilotprojekten – etwa bei Arval – wird dieses Konzept bereits umgesetzt. Dort zeigt sich, dass integrierte Hubs nicht nur die Auslastung verbessern, sondern auch den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren. Für Fuhrparkmanager:innen bedeutet das: weniger Verwaltungsaufwand, bessere Planbarkeit und ein klarer Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen des Unternehmens.
Mobilitätsbudgets als Steuerungsinstrument
Ein weiterer Baustein moderner Mobility Policies sind Mobilitätsbudgets. Sie ersetzen zunehmend starre Dienstwagenregelungen und bieten Mitarbeiter:innen mehr Entscheidungsfreiheit in der Wahl ihrer bevorzugten Mobilitätsform. Gleichzeitig ermöglichen sie Unternehmen, Kosten und CO₂-Emissionen gezielt zu steuern.
Rolle externer Dienstleister
Dienstleister wie Arval begleiten solche Modelle häufig von der Bedarfserhebung über die Budgetgestaltung bis hin zur Integration in bestehende HR- und Abrechnungssysteme. So entstehen Lösungen, die sowohl die Compliance-Anforderungen erfüllen als auch den Kulturwandel zu nachhaltiger, flexibler Mobilität fördern.
Transparenz als Voraussetzung für Nachhaltigkeit
Neben Flexibilität und Nutzerorientierung rückt zunehmend ein dritter Faktor in den Fokus: Transparenz. Moderne Mobility Policies entfalten ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn Unternehmen wissen, wie ihre Mitarbeitenden tatsächlich mobil sind – und welche Auswirkungen das auf CO₂-Bilanzen und Kosten hat.
Kennzahlen machen Mobilität messbar
Datenbasierte Reporting-Tools ermöglichen es, die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zu erfassen:
• Entwicklung des elektrifizierten Fahrzeuganteils,
• Nutzungshäufigkeit einzelner Mobilitätsformen,
• realisierte Einsparungen bei CO₂ und Betriebskosten.
Daten als Grundlage für Entscheidungen
Damit wird Nachhaltigkeit vom Ziel zur messbaren Größe im Alltag des Flottenmanagements. Anbieter wie Arval liefern hierfür die technologischen Grundlagen – doch entscheidend ist die Bereitschaft der Unternehmen, diese Daten aktiv in ihre Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Typische Hürden bei der Einführung
Die Einführung moderner Mobility Policies ist komplex und erfordert bereichsübergreifendes Denken. Typische Herausforderungen sind: Akzeptanz, Integration und Regulatorik.
Hier unterstützen Partner wie Arval mit Beratung, Praxiserfahrung und Tools, die Mobilität strategisch, rechtssicher und wirtschaftlich umsetzbar machen.
Zukunftsperspektiven der Unternehmensmobilität
In den kommenden Jahren wird sich die betriebliche Mobilität weiter diversifizieren. Der Anteil an elektrischen und geteilten Fahrzeugen wird weiter steigen, ebenso wie die Bedeutung digitaler Plattformen, die alle Mobilitätsformen verbinden.
Mobility Policies als Wettbewerbsfaktor
Unternehmen, die schon heute moderne Mobility Policies einführen, verschaffen sich nicht nur einen Wettbewerbsvorteil bei der Mitarbeitergewinnung, sondern leisten auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.
Das Beispiel Arval zeigt, dass nachhaltige und flexible Mobilität keine Zukunftsvision mehr ist, sondern gelebte Unternehmenspraxis. Mobilität wird zum Teil der Unternehmenskultur und zum strategischen Erfolgsfaktor moderner Arbeit.









