Geschäftsreisen nachhaltig gestalten

Nachhaltige Dienstreisen
Mehr Klima, weniger Kosten

Nachhaltige Geschäftsreisen bieten großes Potenzial: Mit klaren Strategien, digitalen Tools und Mitarbeitereinbindung lassen sich Emissionen und Kosten deutlich senken – und das Image verbessern. Die wichtigsten Tipps für Mobilitätsverantwortliche.

Dienstreise 2025
Foto: kupicooGettyImagesSignature@viaCanva

CO₂-Ausstoß im Reiseverkehr reduzieren

Geschäftsreisen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Unternehmenswelt. Sie ermöglichen den persönlichen Austausch, fördern den Wissenstransfer und stärken internationale Beziehungen. Allerdings tragen sie erheblich zur CO₂-Bilanz bei – insbesondere, wenn Verkehrsmittel wie Flugzeug oder privater Dienstwagen zum Einsatz kommen. Der Verkehrssektor ist in Deutschland für etwa 20 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich, was deutlich macht, dass der Umstieg auf umweltfreundlichere Alternativen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von zentraler Bedeutung ist.

CSRD verschärft Berichtspflichten für Unternehmen

Die rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), stellen Unternehmen zudem vor neue Herausforderungen. Künftig müssen nicht nur direkte Emissionen (Scope 1 und 2), sondern auch indirekte Emissionen aus Geschäftsreisen (Scope 3) in die Umweltbilanz einbezogen werden. Diese neuen Vorgaben zwingen Unternehmen dazu, ihre Mobilitätsstrategien umfassend zu überdenken und nachhaltig auszurichten.

Geschäftsreiseverhalten verändert sich langfristig

Zahlreiche Studien, darunter die jüngsten Analysen des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), zeigen, dass die Geschäftsreiseaktivitäten während der COVID-19-Pandemie zwar kurzfristig rückläufig waren, der Trend zur Wiederaufnahme von Geschäftsreisen danach aber anhält.

Bahnreisen und Digitalisierung im Aufwind

Gleichzeitig ist jedoch ein klarer Paradigmenwechsel zu beobachten. Unternehmen versuchen vermehrt, ihre Reiseaktivitäten nachhaltiger zu gestalten: sei es durch den vermehrten Einsatz von Bahnreisen, durch die Optimierung von Buchungsprozessen oder durch die Integration digitaler Tools. Dieser Wandel ist notwendig, um den steigenden Anforderungen der Gesetzgebung, insbesondere im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), gerecht zu werden und gleichzeitig ein positives Unternehmensimage zu fördern.

Klimafreundliche Mobilität wirtschaftlich umsetzen

Die bisherige Praxis in vielen Unternehmen zeigt, dass Geschäftsreisen nicht nur als notwendiges Übel, sondern auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor betrachtet werden. Allerdings gehen diese Reisen häufig mit hohen CO₂-Emissionen einher. So verursachen Flugreisen und der Einsatz von Dienstwagen in vielen Fällen einen deutlich höheren CO₂-Ausstoß im Vergleich zu alternativen Verkehrsmitteln. Trotz des zunehmenden Bewusstseins für Umweltaspekte greifen viele Entscheidungsträger weiterhin auf traditionelle Mobilitätskonzepte zurück, was nicht selten an mangelnder Information oder zu starren internen Prozessen liegt.

Nachhaltigkeit, Kosten und Komfort in Balance

Darüber hinaus sind Geschäftsreisen oft mit hohen Kosten verbunden, zum Beispiel in Form von Ticketpreisen, Übernachtungskosten oder sonstigen Nebenkosten. Unternehmen stehen somit vor der doppelten Herausforderung, einerseits ihre Reiserichtlinien so zu gestalten, dass sie den ökologischen Anforderungen gerecht werden und andererseits wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Die Balance zwischen Kosteneffizienz, Komfort und Nachhaltigkeit ist dabei oft schwer zu finden, was den Bedarf an fachkundiger Beratung und kontinuierlichem Monitoring unterstreicht.

Mitarbeitende in Mobilitätsstrategie einbinden

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Einbindung der Mitarbeitenden in den Veränderungsprozess. Nachhaltige Mobilitätskonzepte lassen sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn sie von den Beschäftigten mitgetragen werden. Hierbei zeigt sich häufig, dass es an einer transparenten Kommunikation und an partizipativen Ansätzen mangelt, die den Mitarbeitenden die Vorteile und den notwendigen Wandel klar vermitteln. Dies führt zu Widerständen und Verzögerungen bei der Umsetzung neuer Richtlinien, was wiederum den ökologischen Nutzen schmälern kann.

Ganzheitliche Mobilitätskonzepte für Unternehmen

Unternehmen, die den Wandel zu nachhaltigen Geschäftsreisen erfolgreich gestalten möchten, setzen auf einen ganzheitlichen Ansatz. Dies beginnt mit der gründlichen Überprüfung und Optimierung bestehender Reiserichtlinien. Dabei geht es nicht nur um die Auswahl des passenden Verkehrsmittels, sondern auch um organisatorische Fragen wie die Integration von digitalen Buchungssystemen und die Nutzung transparenter Dashboards.

Reiserichtlinien analysieren und nachhaltig gestalten

Ein weiterer zentraler Ansatz ist der partizipative Prozess: Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden in die Entwicklung neuer Mobilitätsstrategien einbeziehen, erzielen eine höhere Akzeptanz und können praxisnahe Lösungen entwickeln. Durch Workshops, interne Umfragen und regelmäßige Feedbackrunden wird ein offener Dialog geschaffen, der dazu beiträgt, dass nachhaltige Maßnahmen nicht nur von oben verordnet, sondern gemeinsam getragen werden. Diese partizipative Herangehensweise fördert das „Wir-Gefühl“ im Unternehmen und unterstützt den internen Kulturwandel hin zu mehr Umweltbewusstsein.

Digitale Tools unterstützen CO₂-Monitoring

Die Integration digitaler Tools spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Moderne Technologien ermöglichen es, den CO₂-Ausstoß einzelner Verkehrsmittel in Echtzeit zu erfassen und transparent darzustellen. Mit Hilfe von Vergleichstools, Dashboards und Visualisierungen können Unternehmen die ökologischen sowie ökonomischen Aspekte ihrer Geschäftsreisen messbar machen. Diese datenbasierten Erkenntnisse helfen, den Erfolg nachhaltiger Maßnahmen zu überwachen, bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen und unterstützen bei der Erfüllung von Berichtspflichten und weiteren gesetzlichen Anforderungen. Digitale Buchungssysteme, die Umweltkennzahlen berücksichtigen, tragen dazu bei, den ökologischen Fußabdruck von Geschäftsreisen gezielt zu reduzieren.

Flexible Arbeitsmodelle fördern Effizienz und Nachhaltigkeit

Zudem gewinnen flexible Arbeitsmodelle an Bedeutung. Die Pandemie hat gezeigt, dass digitale Meetings und hybride Arbeitsformen nicht nur praktikable Alternativen zu klassischen Geschäftsreisen darstellen, sondern auch zur Senkung des CO₂-Ausstoßes beitragen können. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit bieten, teilweise im Homeoffice zu arbeiten oder virtuelle Meetings zu nutzen, profitieren von einer gesteigerten Effizienz und einer Reduktion der Reiseaktivitäten. Diese Veränderungen sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch attraktiv, da sie direkte Kosteneinsparungen ermöglichen und gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen.

Mitarbeiterzufriedenheit erhöht sich

Praktische Beispiele aus unterschiedlichen Branchen zeigen, dass Unternehmen, die ihre Mobilitätsrichtlinien nachhaltig gestalten, sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile erzielen können. So berichten Unternehmen, die den Wechsel von Flugreisen zu Bahnreisen konsequent umsetzen, von einer signifikanten Reduktion der CO₂-Emissionen und gleichzeitig von Kosteneinsparungen. Ebenso wird der Einsatz von Dienstwagen kritisch hinterfragt, da die hohe Fahrleistung und die häufige private Nutzung zu einem überdurchschnittlichen CO₂-Ausstoß führen. Unternehmen, die alternative Mobilitätskonzepte wie Carsharing, Job-Tickets oder flexible Mobilitätsbudgets einführen, verzeichnen oft eine verbesserte Effizienz und eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit.

Erfolgreiche Praxisbeispiele für nachhaltige Geschäftsreisen

Erfahrungsberichte aus verschiedenen Initialberatungen haben gezeigt, dass ein individueller Check der Reiserichtlinien schnell und unkompliziert konkrete Verbesserungspotenziale aufdecken kann. Diese Checks ermöglichen es den Unternehmen, ihre bestehenden Prozesse zu analysieren und maßgeschneiderte Empfehlungen zur Optimierung zu erhalten. Dabei wird deutlich, dass kleine Anpassungen, beispielsweise die Integration von Umweltkennzahlen in den Buchungsprozess oder die Etablierung von partizipativen Feedbackrunden, große Auswirkungen auf den ökologischen Fußabdruck haben können.

Zukunft der Geschäftsreisen aktiv gestalten

Es wird erwartet, dass nachhaltige Geschäftsreisen noch stärker in den Fokus rücken. Unternehmen, die frühzeitig in innovative Mobilitätskonzepte investieren, können sich nicht nur als umweltbewusste Vorreiter positionieren, sondern auch langfristig von Kosteneinsparungen und einer erhöhten Arbeitgeberattraktivität profitieren. Der Trend zu flexibleren Arbeitsmodellen und der verstärkte Einsatz von digitalen Kommunikationstools werden den Wandel weiter vorantreiben. Unternehmen, die ihre Reiserichtlinien kontinuierlich überwachen und anpassen, sind gut gerüstet, um den dynamischen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.