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Reifen: Gefährliche Nachlässigkeit

Wie gehen Unternehmen mit der Winterreifenpflicht um, wie kontrollieren die Fahrer den Luftdruck? Alphabet hat 645 Fuhrparkleiter gefragt, mit ernüchterndem Ergebnis.

Nur rund ein Viertel der befragten Fuhrparkleiter gab an, den Reifendruck regelmäßig überprüfen zu lassen. Und das, obwohl laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr rund 40 Prozent aller Verkehrsunfälle mit zu geringem Fülldruck im Reifen in Verbindung gebracht wurden.

Längerer Bremsweg und mehr Spritverbrauch sind die Folge von zu geringem Reifendruck

So hat ein zu geringer Luftdruck beispielsweise gravierende Auswirkungen auf die Seitenführung des Reifens. Außerdem verlängert sich der Bremsweg und der Verschleiß ist höher. Zusätzlich erhöht nachlassender Druck den Spritverbrauch. Schon 0,2 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand und sorgen dafür, dass ein Auto laut Alphabet 0,3 Prozent mehr Kraftstoff benötigt.

Auch die Lebensdauer leidet unter dem Umstand. 0,2 bar Minderdruck verkürzen das Reifenleben um zehn Prozent, 0,4 bar um 30 Prozent. Umso erstaunlicher, dass zwei Drittel der Fuhrparkleiter keine zeitlichen Vorgaben zur regelmäßigen Kontrolle des Reifendrucks festlegen und bei 67 Prozent der befragten Unternehmen die Dienstwagenfahrer selbst den Reifenluftdruck messen müssen.

Klare Anweisungen im Überlassungsvertrag – etwa bei jedem zweiten Tanken oder alle zwei Wochen zu kontrollieren – sind deshalb sinnvoll. Die Fragen nach Sicherheit und Kosten stehen auch beim Thema Winterreifenpflicht im Vordergrund. Mittlerweile ist der Wechsel auf Winter- oder Allwetterreifen bei kalter Witterung Pflicht.

Kein administrativer Mehraufwand für die Winterreifenumrüstung

Positives Ergebnis: Die große Mehrheit (92 Prozent) der befragten Fuhrparkmanager gab an, durch die Umrüstung keinen administrativen Mehraufwand zu haben. Und das, obgleich bei rund 80 Prozent der Flottenbetreiber die Fahrzeugkosten anstiegen. Mehr als 82 Prozent der Unternehmen lassen die Reifen bei einem Vertragshändler, einer Markenwerkstatt oder bei lokalen Reifenhändlern wechseln. 13,4 Prozent der Unternehmen montieren die Reifen selbst.

Insbesondere Betriebe mit über 100 Fahrzeugen wählen die Inhouse-Lösung (58,3 Prozent). Positiv wirkt sich die Winterreifenpflicht auf die Zahl der Unfälle aus: Knapp zehn Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die Zahl der Unfälle zurückging. Damit scheinen sich die offensichtlich steigenden Kosten letztlich doch zu lohnen.

Datum

19. Oktober 2011
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