Audi A7 (2019) im Test

Alles Allrad

Audi A7 2019 Foto: Audi 10 Bilder

Im Audi A7 werden nicht nur alle Räder angetrieben, sie lenken auch mit und halten das Luxus-Coupé auf Kurs. Wie gut, klärt der Alltagstest.

Die obere Mittelklasse ist für Firmenwagen sehr beliebt. Kombis wie der Audi A6, Mercedes E-Klasse und BMW 5er bestimmen den Markt. Für Individualität bleibt da kaum Raum, zumal viele Unternehmen spannende Alternativen von ausländischen Herstellern durch ihre Dienstwagenregelung ausschließen.

Autos wie der Audi A7 sind da eine schnittige Alternative. Auch bei der seit einem Jahr erhältlichen zweiten Generation bleibt sich der Fließheck-Audi treu. Bei Technik und Innenraum durften sich die Audi­Ingenieure dann so richtig austoben.

Foto: Audi
Den Dreh-Drück-Steller des MMI-Bediensystems gibt es nicht mehr. An seine Stelle rücken zwei große berührungsempfindliche Bildschirme.

Den Dreh-Drück-Steller des MMI-Bediensystems gibt es nicht mehr. An seine Stelle rücken zwei große berührungsempfindliche Bildschirme. Nachteil der neuen Lösung ist der tief angebrachte Navigationsbildschirm, der bisher blickgünstig auf dem Armaturenbrett stand. Dafür integriert das aufgeräumte Design alle Bedienelemente gut. Außerdem überzeugt das System durch seine logische Menüstruktur samt einfacher Bedienung. So steuert der untere Bildschirm die Klimaanlage. Zudem kann der Fahrer dort Favoriten wie Radiosender speichern.

Geradezu genial ist die Handschrifterkennung. Selbst ein paar während der Fahrt hingekritzelte Buchstaben erkennt der Wagen, wenn man nicht gleich das gesamte Ziel am Stück eingibt. Wer nicht so gern schreibt, kann sich auf die zuverlässige Sprachbedienung verlassen. Das ist alles serienmäßig, auf Wunsch gibt es noch ein größeres Display für die Navigationsdarstellung. Wem das nicht genug Bildschirm ist, der kann noch ein Head-up-Display für 1.170 Euro (alle Preise netto) ordern.

Das Geld ist jedenfalls sinnvoller investiert als in die extravagante, 5.400 Euro teure Soundanlage von Bang & Olufsen. Sie macht zwar ordentlich Druck, aber woanders gibt es für weniger Geld feineren Klang. Da helfen auch nicht die effektvoll ausfahrenden Hochtöner.

Keine Klagen gibt es hingegen über die guten Sitze vorn wie hinten, alle Passagiere genießen genügend Bewegungsfreiheit. Selbst die Kopffreiheit hinten ist unter dem stark abfallenden Dach ausreichend. In den Gepäckraum passen mindestens 535 Liter. Das sind nur 30 Liter weniger als beim A6 Avant. Erst bei sperrigem Ladegut kann es der Kombi besser, aber grobes Gerät will man dem feinen Stoff im Kofferraum sowieso lieber ersparen.

Kleiner Wendekreis dank Allradlenkung

Überhaupt ist die Verarbeitungsqualität vom Feinsten. Selbst die montierten 20-Zoll-Räder bringen den A7 nicht zum Klappern. Seine Luftfederung (Aufpreis 1.630 Euro) schluckt alle Unebenheiten souverän. Auf der anderen Seite fährt der Audi trotz knapp zwei Tonnen Leergewicht agil um Kurven. Dabei hilft auch die Allradlenkung, die zudem den Wendekreis auf ein stadttaugliches Maß reduziert. Erst bei höherem Tempo schlagen die Hinterräder in dieselbe Richtung wie die Vorderräder ein, was in schnellen Autobahnkurven zu beeindruckender Stabilität führt.

Foto: Audi
Der Motor ist an eine Achtstufenautomatik gekoppelt, ein Riemenstartergenerator samt 48-Volt-System hilft Sprit sparen. Bis Tempo 120 schaltet das System den Motor im Schubbetrieb unmerklich ab.

Großen Anteil am Kurventalent hat das Sportdifferenzial, das die Antriebskräfte einzeln an die Hinterräder verteilt. Der Blick aufs Head-up-Display ist Pflicht, denn meist ist man schneller als gedacht.

Das liegt auch an der guten Geräuschdämmung. Trotz rahmenloser Scheiben bleiben Windgeräusche draußen, der V6-Diesel grummelt dezent im Hintergrund. Der Motor ist an eine Achtstufenautomatik gekoppelt, ein Riemenstartergenerator samt 48-Volt-System hilft Sprit sparen. Bis Tempo 120 schaltet das System den Motor im Schubbetrieb unmerklich ab. Mit 286 PS und 620 Nm Drehmoment geht der Motor kraftvoll zur Sache, ist aber wenig spontan. Wer schnell beschleunigen will, muss stets eine Gedenksekunde abwarten, bevor es mit Wucht vorangeht. Dafür bleibt der Verbrauch auch auf zügiger Landstrecke auf niedrigem Niveau.

Beim Preis kann davon allerdings keine Rede mehr sein. Der Grundpreis ist klassenüblich hoch angesetzt, die Aufpreisliste ellenlang. Die Konfiguration unseres Testwagens weist allein für die Fahrwerktechnik über 5.000 Euro aus. Dinge wie das super Matrix-LED-Licht samt Laserfernlicht (2.340 Euro) oder die Assistenzsysteme kosten logischerweise ebenfalls extra. Wenn es das Budget zulässt, spricht dennoch wenig gegen die schicke Alternative zum konservativen Kombi.

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Geht doch!
Technische Daten
Audi A7 Sportback 50 TDI Quattro
Karosserie
Aufbau Fließheck
Zahl der Sitzplätze 5
Motor/Antrieb
Kraftstoff Diesel
Anzahl Zylinder 6
Hubraum 2.967 cm³
Leistung 210 kW (286 PS) bei 3.500/min
Drehmoment 620 Nm bei 2.250/min
Getriebe automatisch
Anzahl Gänge 8
Antrieb Allrad
Preis
Grundpreis ohne MwSt.Herstellerangabe 55.714 Euro
Ausstattung Basis
Abmessungen/Gewichte/Reifen
AußenmaßeLänge x Breite ohne Spiegel x Höhe 4.969 x 1.908 x 1.422 mm
Radstand 2.926 mm
Leergewichtvollgetankt inkl. 75 kg Fahrer 1.955 kg
Zuladung 580 kg
Zulässiges Gesamtgewicht 2.535 kg
Reifengröße vorne 225/55 R 18
Reifengröße hinten 225/55 R 18
Fahrleistung und Verbrauch
Beschleunigung 0-100 km/h 5,7 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
VerbrauchHerstellerangabe WLTP 7,0 l/100 km
firmenauto-Verbrauchsrunde (200 km) 7,6 l/100 km
CO2-AusstoßHerstellerangabe WLTP 184 WLTP g/km
Effizienzklasse A
 
Slnr 106725
Betriebskosten
Audi A7 Sportback 50 TDI Quattro 20.000 km/60 Monate 40.000 km/36 Monate
Basisdaten
Ausstattungsversion Basis Basis
Grundpreis ohne MwSt. 55.714 Euro 55.714 Euro
Teuerung während der Nutzungsdauer 8.874 Euro 5.166 Euro
Gebundenes Kapital 42.213 Euro 41.577 Euro
Feste Kosten pro Jahr
Kapitalverzinsung 3.546 Euro 3.493 Euro
Abschreibung 7.361 Euro 11.722 Euro
Kfz-Steuer 389 Euro 389 Euro
Typklasse HP/TK/VK 20/28/28 20/28/28
Haftpflichtversicherung * 1.169 Euro 1.169 Euro
Kaskoversicherung * 1.717 Euro 1.717 Euro
Unterstellung/Garage 564 Euro 564 Euro
Summe feste Kosten/Jahr 14.746 Euro 19.054 Euro
Summe feste Kosten/km 73,7 ct 47,6 ct
Variable Kosten pro km
Kraftstoff 7,9 ct 7,9 ct
Reifen 2,8 ct 2,8 ct
Wartung und Reparatur 14,7 ct 8,3 ct
Summe variable Kosten/km 25,5 ct 19,1 ct
Gesamtkosten
Gesamtkosten pro km 99,2 ct 66,7 ct
Quellenangabe Betriebskosten
Daten berechnet von Dekra Dekra
Stand 10/2018 10/2018
Versicherung * Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung. Versicherung jeweils bei 70 Prozent mit 500 Euro Selbstbeteiligung, einschließlich Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung.
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