Mit der Marke Ayvens startet einer der größten Anbieter für Fuhrpark- und Mobilitätslösungen neu im deutschen Markt. Im Interview spricht Martin Kössler, Geschäftsführer von Ayvens Deutschland, über die strategische Bedeutung des Markenstarts, die Integration beider Unternehmen, was sich für Kunden ändert und die nächsten Schritte auf dem Weg zum Mobilitätsdienstleister.
Welche Rolle spielt der Markenstart für die strategische Positionierung von Ayvens im deutschen Fuhrparkmarkt?
Mit dem Markenstart bündeln wir unsere Kräfte und schaffen eine klare Position im Markt. Deutschland ist für uns einer der wichtigsten Märkte in Europa. Unter der Marke Ayvens treten wir künftig mit einem einheitlichen Auftritt, gemeinsamen Prozessen und einer integrierten Organisation auf. Damit wollen wir für Flottenkunden sichtbarer werden und als ein starker, verlässlicher Mobilitätspartner auftreten.
Wodurch unterscheidet sich Ayvens inhaltlich von ALD und LeasePlan – geht der Zusammenschluss über einen reinen Markenwechsel hinaus?
Ayvens steht für den Zusammenschluss zweier komplementärer Unternehmen mit unterschiedlichen Stärken. Wir vereinen die Leasing- und Fuhrparkexpertise von ALD mit der internationalen Erfahrung und digitalen Kompetenz von LeasePlan. Das Ergebnis ist ein erweitertes Angebot – von klassischem Full-Service-Leasing über flexible Mobilitätslösungen bis hin zu datenbasierten Services. Es geht also nicht um einen neuen Namen, sondern um ein integriertes Leistungsversprechen.
Welche konkreten Veränderungen ergeben sich für bestehende Kunden von ALD und LeasePlan?
Für unsere Kunden bleibt im Tagesgeschäft zunächst alles wie gewohnt. Bestehende Verträge behalten ihre Gültigkeit, Ansprechpartner und Servicequalität bleiben gleich. Wir führen unsere Systeme schrittweise zusammen, um perspektivisch ein gemeinsames Kundenportal mit einheitlichem Login und erweiterten Funktionen zu bieten. Das Ziel ist, den Zugang zu unseren Services einfacher und transparenter zu gestalten.
Wo lagen die größten Herausforderungen bei der Fusion von ALD und LeasePlan?
Ein Zusammenschluss dieser Größenordnung ist immer anspruchsvoll. Wir mussten unterschiedliche IT-Systeme, Prozesse und Unternehmenskulturen harmonisieren. Dabei war uns wichtig, die Stärken beider Organisationen zu bewahren und Synergien gezielt zu nutzen. Besonders viel Arbeit floss in die Vereinheitlichung der Strukturen und die Schaffung eines neuen gemeinsamen Verständnisses von Unternehmenskultur und Zusammenarbeit.
Welche digitalen und elektrischen Lösungen bietet Ayvens Flottenkunden konkret?
Unsere digitalen Lösungen sollen das Flottenmanagement einfacher und effizienter machen – vom Reporting über Fahrzeugverfügbarkeit bis hin zu CO₂-Analysen. Bei der Elektrifizierung unterstützen wir unsere Kunden entlang der gesamten Prozesskette: von der Analyse der Fahrzeugnutzung über Ladeinfrastrukturberatung bis hin zu Betrieb und Monitoring von E-Flotten. Ziel ist es, den Umstieg auf nachhaltige Mobilität praktikabel und wirtschaftlich zu gestalten.
Welche Bedeutung haben White-Label-Lösungen weiterhin für die Unternehmensstrategie von Ayvens?
Ja, ganz klar. White-Label-Lösungen bleiben für uns ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Wir arbeiten weiterhin mit Banken, Herstellern und anderen Mobilitätsanbietern zusammen, um deren Kunden Mobilitäts- und Leasinglösungen im eigenen Markenumfeld bereitzustellen. Diese Partnerschaften sind Teil unserer DNA und stärken unsere Position im B2B-Segment.
Wo sieht Ayvens seine Position in fünf Jahren im Mobilitätsmarkt?
Wir entwickeln uns von einem klassischen Leasinganbieter zu einem Mobilitätsdienstleister, der Kunden ein breites Spektrum an Lösungen anbietet – vom langfristigen Leasing bis zu flexiblen Mobilitätsbudgets. In fünf Jahren wollen wir Flottenkunden nicht nur Fahrzeuge bereitstellen, sondern ganzheitliche Mobilitätsplattformen, die Fuhrpark, E-Mobilität, Ladeinfrastruktur und Nutzungsdaten intelligent miteinander verbinden.









