BBM tritt Bündnis für Arbeitsmobilität bei

BBM tritt Bündnis zur Arbeitsmobilität bei
Pendelverkehr soll klimaneutraler werden

Der Bundesverband Betriebliche Mobilität ist neues Mitglied im Bündnis „Verkehrswende in der Arbeitswelt“. Ziel ist ein klimaneutraler Pendel- und Geschäftsverkehr von Beschäftigten bis spätestens 2040.

Grafik zum Bündnis „Verkehrswende in der Arbeitswelt“ mit Symbolen für Bus, Fahrrad, Zug und betriebliche Mobilität
Foto: Verkehrswende in der Arbeitswelt

Der Bundesverband Betriebliche Mobilität (BBM) ist neues Mitglied im Bündnis „Verkehrswende in der Arbeitswelt“. Die Initiative wurde 2023 vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg im Rahmen des Landeskonzepts Mobilität und Klima gestartet. Mit dem Beitritt des BBM gehören dem Bündnis nun 29 Akteure an – darunter Unternehmen, Verbände und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg.

Der BBM will vor allem seine Praxisnähe in die Initiative einbringen. „Wir begrüßen die Ziele des Bündnisses und bringen uns mit unserem Know-how und unserem Netzwerk gerne ein“, sagt BBM-Vorsitzender Marc-Oliver Prinzing. Für das Bündnis ist der Verband deshalb interessant, weil er die Sicht von Fuhrpark- und Mobilitätsverantwortlichen aus Unternehmen bündelt.

Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverbands Betriebliche Mobilität, vor geparkten Fahrzeugen
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Marc-Oliver Prinzing, Vorsitzender des Bundesverbands Betriebliche Mobilität. Der BBM ist dem Bündnis „Verkehrswende in der Arbeitswelt“ beigetreten und will dort Fuhrpark- und Mobilitätspraxis einbringen.

Pendel- und Geschäftsverkehr bis 2040 klimaneutral

Ziel der Initiative ist es, den Pendel- und Geschäftsverkehr von Beschäftigten bis spätestens 2040 klimaneutral zu gestalten. Für Fuhrpark- und Mobilitätsmanager ist das ein breites Feld: Dienstwagen, Ladeinfrastruktur, Geschäftsreisen, Arbeitswege, Mobilitätsbudgets und interne Zuständigkeiten müssen zusammengebracht werden.

E-Flotten und Ladepunkte im Blick

Ein zentraler Punkt ist die Umstellung von Firmenwagenflotten auf klimafreundliche Antriebe. Die Bündnispartner wollen darauf hinwirken, dass ab 2027 überwiegend lokal emissionsfreie Pkw beschafft werden. Parallel soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Für Unternehmen reicht es deshalb nicht, nur E-Autos zu bestellen. Ladepunkte, Abrechnung und Nutzerprofile müssen zur Flotte passen.

Mobilitätsbudgets, ÖPNV und weniger Verkehr

Das Bündnis setzt nicht nur beim Firmenwagen an. Gestärkt werden sollen auch alternative Mobilitätsangebote, etwa Mobilitätsbudgets und ein attraktiverer öffentlicher Nahverkehr. Hinzu kommen Rad- und Fußverkehr, Fahrgemeinschaften sowie mobile Arbeitsmodelle, um das Verkehrsaufkommen insgesamt zu reduzieren. Damit rückt betriebliche Mobilität stärker weg von der reinen Dienstwagenfrage.

Berthold Frieß, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, sieht in gutem Mobilitätsmanagement auch einen Vorteil für Unternehmen. Es schaffe Flexibilität für Mitarbeitende, mache Arbeitgeber attraktiver und schütze das Klima. Das Bündnis solle Partner vernetzen, die die Mobilität ihrer Beschäftigten nachhaltiger aufstellen und sich dazu austauschen wollen.

Umsetzung statt Absichtserklärungen

Der BBM zählt nach eigenen Angaben rund 650 Mitglieder und ist aus dem früheren Bundesverband Fuhrparkmanagement hervorgegangen. Seine Rolle im Bündnis dürfte vor allem darin liegen, politische Ziele mit betrieblicher Praxis abzugleichen. Viele Mobilitätsmaßnahmen klingen auf dem Papier plausibel, scheitern aber im Unternehmen an Kosten, Ladepunkten, Akzeptanz oder fehlenden Zuständigkeiten.

BBM-Geschäftsführer Axel Schäfer betont, dass ihn an der Zusammenarbeit vor allem die schrittweise Umsetzung erarbeiteter Empfehlungen überzeugt habe. Genau daran wird sich das Bündnis messen lassen müssen. Für Fuhrparks zählen am Ende praktikable Antworten: Welche Fahrzeuge passen? Wer lädt wo? Wie werden Kosten erstattet? Und wie bleibt Mobilität für Mitarbeitende verlässlich?