Der deutsche Automarkt zeigt zum Jahresende 2025 klare Stabilisierungstendenzen – allerdings unter neuen Vorzeichen. Ein starker Dezember hebt die Pkw-Jahresbilanz auf knapp 2,86 Millionen Neuzulassungen. Gleichzeitig beschleunigt sich der strukturelle Wandel: Elektrifizierte Fahrzeuge gewinnen weiter an Bedeutung, während der Absatz von Verbrennern dauerhaft sinkt. Der Markt konsolidiert sich damit auf einem veränderten Niveau. Aktuelle Auswertungen von Dataforce liefern dazu eine detaillierte Einordnung.
Starker Dezember stabilisiert den Pkw-Markt 2025
Der Dezember entwickelte sich zum entscheidenden Monat für die Jahresbilanz. Mit rund 246.400 Pkw-Neuzulassungen lag das Ergebnis knapp zehn Prozent über dem Vorjahreswert. Ein zusätzlicher Arbeitstag sowie ein ausgeprägter Jahresendspurt in nahezu allen Zulassungskanälen sorgten für den späten Auftrieb.
Pkw-Zulassungen erreichen knapp 2,86 Millionen
Über das Gesamtjahr summierten sich die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland auf 2,858 Millionen Fahrzeuge. Damit traf der Markt nahezu exakt die Prognose von Ende 2024. Im historischen Vergleich bleibt das Niveau jedoch deutlich unter früheren Jahren und unterstreicht, dass sich der Markt zwar stabilisiert, aber auf veränderter Basis.
Privat- und Flottenmarkt mit unterschiedlichen Dynamiken
Die Marktentwicklung wurde 2025 von zwei Faktoren getragen: einer Erholung der privaten Nachfrage sowie einem deutlichen Anstieg der Eigenzulassungen der Hersteller. Private Halter steigerten ihre Neuzulassungen um fünf Prozent, während die Eigenzulassungen im Fahrzeugbau um 23 Prozent zulegten. Der sogenannte Taktikanteil – also Zulassungen auf Hersteller, Handel und Vermieter – stieg damit auf 36 Prozent.
Der relevante Flottenmarkt entwickelte sich im Gesamtjahr leicht rückläufig, zeigte jedoch zum Jahresende eine deutliche Belebung. Das unterstreicht die weiterhin hohe Bedeutung des Flottengeschäfts, auch wenn Volumina zunehmend taktisch beeinflusst werden.
Elektroautos und Plug-in-Hybride wachsen zweistellig
Bei den Antriebsarten setzte sich 2025 der Trend zur Elektrifizierung fort. Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) legten sowohl im Dezember als auch in der Jahresbilanz deutlich zu. Über das Gesamtjahr wuchs der Absatz von BEV um 43 Prozent, Plug-in-Hybride verzeichneten ein Plus von 62 Prozent.
Flotten bleiben wichtigste Abnehmer von BEV
Mit rund 207.000 neu zugelassenen Elektroautos blieb der relevante Flottenmarkt der größte Abnehmer von BEV und erreichte ein neues Allzeithoch. Gleichzeitig wuchs auch der Privatmarkt deutlich und kam auf rund 195.000 Fahrzeuge. Dennoch zeigt der Vergleich mit früheren Förderjahren, dass das private Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist.
Verbrenner verlieren weiter deutlich an Bedeutung
Parallel zur Elektrifizierung setzte sich der Rückgang klassischer Verbrenner fort. Der Absatz sank 2025 auf rund zwei Millionen Fahrzeuge – etwa eine halbe Million weniger als 2020 und rund 1,5 Millionen weniger als 2019. Damit verfestigt sich der langfristige Trend weg von Benzin- und Dieselfahrzeugen.
Transportermarkt 2025 weitgehend stabil
Der Markt für leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities zeigte sich 2025 trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten robust. Zwar gingen die Neuzulassungen im Dezember leicht zurück, über das Gesamtjahr erreichte der Transportermarkt jedoch nahezu das Vorjahresniveau. Rückgänge bei Eigenzulassungen und Vermietern standen stabilen Zahlen im Flotten- und Privatmarkt gegenüber.
Elektrotransporter gewinnen spürbar an Gewicht
Auch im Transportermarkt schreitet die Antriebswende voran. Das Zulassungsvolumen vollelektrischer Transporter stieg 2025 um 62 Prozent. Ihr Marktanteil lag im Jahresdurchschnitt bei neun Prozent, im Dezember sogar bei zwölf Prozent. Rund zwei Drittel der Elektrotransporter wurden im Flottenmarkt zugelassen, der insgesamt etwa die Hälfte des Transportermarktes ausmacht.
Dataforce sieht tiefgreifenden Strukturwandel
Für Dataforce ist die Entwicklung ein Zeichen dafür, dass sich der Markt neu ausrichtet – nicht durch kurzfristige Effekte, sondern strukturell.
"Nach einem schwachen Jahresauftakt haben sich Pkw- und Transportermarkt in Deutschland zur Jahresmitte stabilisiert und konnten ihre jeweiligen Vorjahresergebnisse halten oder sogar leicht übertreffen", sagt Benjamin Kibies. "Dass allein in Deutschland innerhalb von sechs Jahren 1,5 Millionen weniger Verbrenner verkauft wurden und das Volumen immer weiter sinkt, führt zu einem tiefgreifenden Strukturwandel, der die Branche weiterhin beschäftigen wird."








