Wachsen oder zumindest stabil bleiben – so lautet die strategische Marschrichtung vieler großer Pkw-Flotten. Während politische Rahmenbedingungen, volatile Fahrzeugpreise und der Transformationsdruck Richtung Elektromobilität die Beschaffung komplexer machen, zeigt die aktuelle Dataforce-Studie: Fuhrparkverantwortliche denken langfristig. Und sie rechnen mehrheitlich nicht mit Schrumpfung, sondern mit Kontinuität – teils sogar mit Ausbau.

Mehrheit der großen Pkw-Flotten rechnet laut Dataforce-Studie mit stabilen Beständen, ein Drittel erwartet weiteres Wachstum.
Große Flotten bleiben auf Kurs
Die Ergebnisse der Dataforce „100+ Pkw Studie“ zeichnen ein klares Bild: Rund 90 Prozent der befragten Unternehmen mit mehr als 100 Fahrzeugen erwarten, dass ihr Fuhrpark mindestens stabil bleibt. In 35 Prozent der Fälle ist sogar explizit ein Wachstum geplant. Nur zehn Prozent gehen von einer Reduzierung aus.Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das Unternehmenswachstum selbst. Steigende Mitarbeiterzahlen erhöhen den Mobilitätsbedarf – der Dienstwagen bleibt dabei ein zentrales Instrument, um Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Gleichzeitig sorgen längere Haltedauern dafür, dass Fuhrparks weniger stark schwanken und strategischer gesteuert werden.

Die Dataforce 100+ Pkw Studie zeigt, dass große Flotten überwiegend auf Rahmenverträge mit Herstellern und Leasinggesellschaften setzen.
Beschaffung: Rahmenverträge dominieren
Bei der Fahrzeugbeschaffung setzen große Flotten klar auf Struktur. 90 Prozent verfügen über Rahmenverträge mit Fahrzeugherstellern, mehr als die Hälfte zusätzlich mit herstellerunabhängigen Leasinggesellschaften. Herstellerabhängige Leasinganbieter spielen ebenfalls eine relevante Rolle.Auffällig: Trotz dieser hohen Marktdurchdringung bleibt Bewegung im Markt. Fuhrparks arbeiten häufig mit mehreren Partnern parallel – und behalten sich bewusst Optionen offen. Für neue Anbieter ergeben sich Einstiegschancen vor allem dort, wo Preis, Prozessqualität und Betreuung überzeugen.
Elektrifizierung bleibt größter Pain Point
Die größte Herausforderung für große Pkw-Flotten ist und bleibt die Elektrifizierung. 69 Prozent der Fuhrparkverantwortlichen nennen sie als zentralen Pain Point. Es sind weniger die Fahrzeuge selbst als vielmehr die Rahmenbedingungen, die bremsen: fehlende Ladeinfrastruktur am Wohnort der Mitarbeitenden, komplexe Abrechnung von Heimladen sowie Unsicherheiten bei Reichweite und Nutzerakzeptanz.Hinzu kommen steigende Anschaffungskosten. Fast jede zweite Flotte sieht die Fahrzeugpreise und Leasingraten als kritischen Faktor – insbesondere bei batterieelektrischen Modellen, die häufig die Budgetgrenzen der Car Policy sprengen.

Elektrifizierung, steigende Anschaffungskosten und Digitalisierung zählen laut Dataforce zu den größten Herausforderungen großer Pkw-Flotten.
Digitalisierung: viel Software, wenig Durchgängigkeit
Zwar nutzen inzwischen 71 Prozent der großen Pkw-Flotten eine dedizierte Fuhrparksoftware, doch Medienbrüche sind weiterhin Alltag. Ausdrucken, unterschreiben, einscannen – viele Prozesse sind noch nicht Ende-zu-Ende digitalisiert. Organisatorische Veränderungen, neue Systeme und wechselnde Zuständigkeiten machen die Digitalisierung zur Dauerbaustelle.
Wettbewerb entscheidet sich im Detail
Langjährige Partnerschaften prägen die Zusammenarbeit zwischen Flotten und Anbietern. Doch sie sind keineswegs in Stein gemeißelt. Schon kleine Störungen – technische Fehler, Unstimmigkeiten bei Schäden oder langsame Reaktionszeiten – können dazu führen, dass Fuhrparks Anbieter wechseln.Für Leasinggesellschaften, Hersteller und Dienstleister heißt das: Der Marktzugang ist anspruchsvoll, aber möglich. Preis öffnet die Tür – Verlässlichkeit und Service entscheiden über den Verbleib.












