Deutsche Automobilhersteller profitieren im Heimatmarkt weiterhin von Vertrauen, Markenstärke und Image. Doch eine aktuelle Analyse von Deloitte macht deutlich: Diese Loyalität ist kein Selbstläufer mehr – insbesondere im wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge.
Deutsche Marken genießen Vertrauensvorschuss
Mehr als jeder zweite Autokäufer in Deutschland bevorzugt ein Fahrzeug aus heimischer Produktion. Ausschlaggebend sind laut Deloitte der Wunsch nach Sicherung von Arbeitsplätzen sowie der Schutz persönlicher Daten. 36 Prozent der Befragten wären sogar bereit, für deutsche Fahrzeuge einen höheren Preis zu zahlen.
Zulassungszahlen bestätigen Heimatpräferenz
Das Verbrauchersentiment spiegelt sich auch in den aktuellen Neuzulassungen wider. Im November entfielen 61 Prozent der Fahrzeugkäufe auf deutsche Marken. Deloitte verweist dabei auf eine weiterhin starke Markenbindung im Heimatmarkt.
Chinesische Hersteller dominieren global
International zeigt sich jedoch ein deutlich anderes Bild. In den ersten drei Quartalen des Jahres erreichten chinesische Hersteller einen weltweiten Marktanteil von 59 Prozent bei Elektrofahrzeugen. Besonders hoch fällt ihr Anteil in China, Brasilien und Thailand aus.
Datengrundlage der Deloitte-Analyse
Für das Automotive Industry Briefing befragte Deloitte im Oktober 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland. Ergänzt wurden die Ergebnisse durch Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes sowie von GlobalData.
Preis-Leistung rückt stärker in den Fokus
Laut Deloitte entscheidet für 70 Prozent der Käufer inzwischen vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar sehen aktuell noch 46 Prozent die deutschen Hersteller im Vorteil, doch diese Position gerät zunehmend unter Druck.
Elektromarkt wächst – chinesische Anbieter holen auf
Der Anteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden an den Neuzulassungen stieg in den ersten elf Monaten auf 30 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Marktanteil chinesischer Hersteller in Deutschland auf 6 Prozent – nach 4 Prozent im Vorjahr.
Eigene Marken gewinnen an Bedeutung
Innerhalb der chinesischen Herstellergruppen steigt der Anteil eigener Marken deutlich. 60 Prozent der verkauften Fahrzeuge entfallen inzwischen auf chinesische Kernmarken – ein klarer Zuwachs gegenüber dem Vorjahr.
Technologie als strategischer Hebel für OEMs
Deloitte sieht die deutschen Hersteller insbesondere bei Batterietechnologie, softwaredefinierten Fahrzeugen und Datenökosystemen gefordert. Hier bestehe ein Vertrauensvorschuss, der strategisch genutzt werden müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.







