E.ON: Flottenladen mit Börsenstrompreisen: Wie Unternehmen Ladekosten gezielt senken können

E.ON: Flottenladen mit Börsenstrompreisen
Wie Unternehmen Ladekosten gezielt senken können

Mit dynamischen Stromtarifen und intelligent gesteuerten Ladezeiten will E.ON Drive Unternehmen helfen, ihre Ladekosten von Elektro-Dienstwagen am Firmen-Standort zu senken. Das ist keine neue Idee.

Ladekabel eines Elektroautos an einer Ladesaeule am Unternehmensstandort waehrend eines Ladevorgangs
Foto: ©E.ON/Malte Braun

Steigende Strompreise und wachsende E-Fahrzeugbestände erhöhen in vielen Firmen den Kostendruck beim Laden am Unternehmensstandort. Gleichzeitig zeigen Ladeprofile von Mitarbeitenden, dass Fahrzeuge häufig länger stehen, als es für den eigentlichen Ladevorgang notwendig wäre. Hier versucht E.ON Drive mit einem neuen Konzept, genauer gesagt, mit zeitlich flexiblem Laden anzusetzen.

Dynamisches Laden statt fester Ladezeiten

Mit dem Feature „Dynamic Charge“ und dem Ökostromtarif „B2B Dynamic“ stellt E.ON Drive zwei Bausteine vor, die das Laden von Elektrofahrzeugen stärker an die Strompreisentwicklung koppeln. Grundlage ist ein Algorithmus, der Ladevorgänge innerhalb eines definierten Zeitfensters verschiebt und an Phasen mit niedrigen Börsenstrompreisen anpasst.

Berücksichtigt werden dabei unter anderem Fahrzeugbedarf, Standzeiten sowie standortbezogene Verbrauchsdaten. Ziel ist nicht eine maximale Ladeleistung, sondern ein vollständig geladenes Fahrzeug zum Abfahrtszeitpunkt – unabhängig davon, wann der eigentliche Ladevorgang startet.

Kosteneinsparungen durch Flexibilität

Das Prinzip: Steht ein Fahrzeug mehrere Stunden am Firmenparkplatz, kann der Ladevorgang zeitlich verschoben werden, etwa in Phasen hoher Wind- oder Solarstromerzeugung oder geringer Netzlast. Laut Unternehmensangaben lassen sich auf diese Weise die Ladekosten von E-Flotten deutlich reduzieren. Gleichzeitig soll das Lastmanagement helfen, die vorhandene Ladeinfrastruktur effizienter auszulasten.

Für die Deinstwagenfahrer ändert sich eigentlich nichts – entscheidend bleibt die ausreichende Reichweite bei der Abfahrt. Die Steuerung erfolgt im Hintergrund.

Dynamischer Tarif als Basis

Voraussetzung für das flexible Laden ist ein Stromtarif, der Preisschwankungen am Spotmarkt abbildet. Der Tarif „B2B Dynamic“ orientiert sich an den tagesaktuellen Börsenstrompreisen. Unternehmen können so unmittelbar von günstigen Zeitfenstern profitieren, ohne Ladeprozesse manuell steuern zu müssen.

Nach Angaben von E.ON Drive ist das Lade-Feature dabei nicht an den eigenen Tarif gebunden, sondern auch mit anderen dynamischen Stromtarifen kombinierbar.

Integration in bestehende Systeme

Je nach Standortgröße und technischer Ausgangslage will E.ON Drive auf unterschiedliche Plattformen anbieten. Zum Einsatz kommen entweder cloudbasierte Backend-Lösungen wie die von Virta oder die XENON-Plattform der E.ON-Tochter gridX, die zusätzlich lokale Energieerzeugung und Speicher einbinden kann.

Beide Varianten sind laut Anbieter kompatibel mit bestehenden Energie-, Backend- und Lastmanagementsystemen und lassen sich auch nachträglich integrieren.