Der deutsche Pkw-Markt zeigt 2025 ein bekanntes Muster: geringe Dynamik bei den Gesamtzahlen, aber tiefgreifende Verschiebungen innerhalb der Antriebsarten. Für Fuhrparkverantwortliche und Mobilitätsmanager sind diese Veränderungen besonders relevant, da sie unmittelbare Auswirkungen auf Beschaffungsstrategien, Kostenstrukturen und Restwertannahmen haben. Der aktuelle Electromobility Report des Center of Automotive Management (CAM) liefert dafür belastbare Marktdaten.
Warum die Neuzulassungen 2025 für Fuhrparks entscheidend sind
Insgesamt wurden 2025 in Deutschland rund 2,86 Millionen Pkw neu zugelassen. Das entspricht lediglich einem leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Für Flotten ist diese Zahl jedoch nur bedingt aussagekräftig. Entscheidender ist die Entwicklung innerhalb der Antriebssegmente, da sie die Angebotslandschaft und die Wirtschaftlichkeit von Firmenwagen nachhaltig verändert.
BEV-Neuzulassungen 2025: Elektroautos wachsen deutlich schneller als der Gesamtmarkt
Batterieelektrische Fahrzeuge verzeichneten 2025 einen markanten Zuwachs. Mit rund 545.000 Neuzulassungen stieg das BEV-Volumen um mehr als 40 Prozent. Der Marktanteil erhöhte sich auf 19,1 Prozent und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Über den Jahresverlauf hinweg zeigte sich ein nahezu kontinuierlicher Anstieg, der sich zum Jahresende auf hohem Niveau stabilisierte.
Plug-in-Hybride 2025: PHEV gewinnen – und erhöhen den Anteil extern ladbarer Fahrzeuge
Auch Plug-in-Hybride entwickelten sich dynamisch. Mit über 300.000 Neuzulassungen erreichten sie einen Marktanteil von knapp elf Prozent. Zusammen mit den BEV machten Fahrzeuge mit externer Lademöglichkeit im Gesamtjahr bereits rund 30 Prozent der Neuzulassungen aus. Im Dezember lag dieser Wert sogar deutlich höher – ein Signal für den fortschreitenden Strukturwandel im Pkw-Markt.
Verbrenner verlieren Marktanteile: Benzin und Diesel rutschen ab
Parallel zum Elektro-Wachstum verlieren klassische Verbrenner weiter an Bedeutung. Der Anteil benzinbetriebener Pkw sank 2025 auf gut 27 Prozent, Diesel fiel auf unter 14 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der für Fuhrparks insbesondere bei der langfristigen Planung von Laufzeiten und Wiederverkaufswerten relevant ist.
Hybride ohne Stecker bleiben stark – sind für Flotten aber nicht automatisch elektrisch
Hybride ohne externe Lademöglichkeit kommen 2025 auf einen Anteil von knapp 29 Prozent. Dabei handelt es sich überwiegend um Mildhybride, die technisch weiterhin eng mit dem Verbrenner verbunden sind. Für Flotten sind diese Fahrzeuge daher eher als Effizienzvariante klassischer Antriebe zu bewerten und nicht als vollwertiger Einstieg in die Elektromobilität.
Herstellertrend 2025: Gewinner und Verlierer im Elektro-Markt
Auf Herstellerebene zeigen sich deutliche Unterschiede. Während große Konzerne wie die Volkswagen Gruppe und die BMW Gruppe ihre BEV-Anteile signifikant steigern konnten, entwickelten sich andere Anbieter deutlich schwächer. Für Fuhrparks gewinnt damit die differenzierte Betrachtung einzelner Hersteller an Bedeutung – etwa im Hinblick auf Modellverfügbarkeit, Lieferzeiten und Portfolio-Breite.
Tesla 2025: Rückgang bei Neuzulassungen als Signal für Flottenbewertungen
Auffällig ist der starke Rückgang der Tesla-Neuzulassungen. Das Minus von fast 50 Prozent unterstreicht, dass auch etablierte Elektroanbieter nicht automatisch von der Marktdynamik profitieren. Für Flotten kann dies ein Hinweis sein, Herstellerstrategien und Restwertannahmen regelmäßig zu überprüfen.
CAM-Prognose 2026: BEV-Anteil soll auf rund 25 Prozent steigen
Für das Jahr 2026 rechnet das CAM mit insgesamt rund 2,95 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Der BEV-Anteil soll dabei auf etwa 25 Prozent steigen. Diese Prognose steht unter der Voraussetzung stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und klarer politischer Leitplanken.
Was Fuhrparkmanager 2026 einplanen müssen: Ladeinfrastruktur, Stromkosten, Restwerte
Mit steigenden Elektroanteilen rücken neue Fragestellungen in den Fokus: Ladeinfrastruktur am Standort und zu Hause, Entwicklung der Strompreise, steuerliche Rahmenbedingungen sowie die Bewertung von Restwerten. Diese Faktoren gewinnen zunehmend an Bedeutung für Total-Cost-of-Ownership-Berechnungen.







