Wer heute einen Dienstwagen elektrisch fährt, kennt das Problem: Nicht jede Schnellladestation lädt auch wirklich schnell – und zuverlässig schon gar nicht immer. Genau hier setzt die EnBW mit ihrer jüngsten strategischen Entscheidung an. Der Energieversorger hat seinen Lieferantenkreis für Ladeinfrastruktur erweitert und mit dem Hersteller XCharge einen langfristigen Rahmenvertrag geschlossen. Unterzeichnet wurde er am 24. Februar 2026.
Feldtest als Vertrauensbeweis
Die Partnerschaft kommt nicht aus dem Nichts. Seit über zwei Jahren läuft ein umfassendes Testprogramm, seit Dezember 2025 konkret mit zehn Ladestationen des Typs XCharge C7 Ultra-Fast Charger an vier EnBW-Standorten: EnBW City Stuttgart, A8 Rutesheim, Durlach Center Karlsruhe und Bahnhof Karlsruhe. In mehr als 20.000 Ladevorgängen haben sich die Geräte bewährt – mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW. Für Flottenfahrzeuge mit entsprechend leistungsfähiger Ladetechnik bedeutet das kurze Standzeiten auch bei hohem Energiebedarf.

EnBW und XCharge schließen langfristige Partnerschaft: Albina Iljasov, XCharge Europachefin, und Martin Roemheld, Chief Executive Officer E-Mobilität EnBW.
Resilienz statt Abhängigkeit
Hinter dem Vertrag steckt eine klare industriepolitische Logik: EnBW will seine Lieferantenbasis verbreitern – explizit als Reaktion auf volatile Lieferketten und globale Unsicherheiten. Neben dem bisherigen Hauptlieferanten kommt mit XCharge ein weiterer Anbieter ins Portfolio, der Hard- und Software für Hochleistungslader liefert. EnBW erhält zudem exklusiven Zugang zu Neuentwicklungen des Herstellers. Beide Unternehmen wollen die technischen Systeme gemeinsam weiterentwickeln.
Was das für das Ladenetz bedeutet
EnBW betreibt mit dem HyperNetz bereits das größte Schnellladenetz Deutschlands – aktuell über 8.000 Schnellladepunkte. Bis 2030 soll die Zahl auf bis zu 20.000 steigen. Die ersten neuen Schnellladeparks mit XCharge-Geräten sollen in den kommenden Wochen in die Umsetzung gehen. Für Fuhrparkverantwortliche, die das EnBW-Netz über mobility+ nutzen, dürfte das mittelfristig mehr verfügbare Hochleistungslader und eine stabilere Versorgung bedeuten.
XCharge mit europäischem Standbein
XCharge hat seine Europazentrale in Hamburg, weitere Büros in Madrid sowie Testzentren auf dem Kontinent. Künftig sollen alle Ladestationen für den europäischen Markt in einem neuen Produktionswerk in Valencia gefertigt werden – ein Schritt, der die Lieferkette regional absichern und die Abhängigkeit von Fernostimporten reduzieren soll.







