Monta automatisiert den Ladepunktbetrieb

Monta automatisiert den Ladepunktbetrieb
Wie Betreiber Routineprozesse reduzieren

Mit Workflows & Automations will Monta den Betrieb großer Ladenetze stärker automatisieren. Betreiber von Ladepunkten sollen Störungen, Reporting und Partnerprozesse mit weniger Handarbeit steuern können.

Person nutzt die Monta-Charge-App an einem Ladepunkt für Elektroautos.
Foto: Monta

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist nur die halbe Aufgabe. Für Betreiber wird zunehmend entscheidend, wie sich große Ladenetze wirtschaftlich betreiben lassen, ohne dass jeder zusätzliche Ladepunkt zusätzliche Handarbeit auslöst. Monta setzt hier mit der neuen Funktion „Workflows & Automations“ an. Die Automatisierungs-Engine ist Teil von Monta Hub und soll operative sowie kommerzielle Prozesse in Ladenetzen vereinfachen.

Für Charge Point Operator, Standortbetreiber und Flotten mit eigener Ladeinfrastruktur ist das relevant, weil Störungen, Reporting, Partnerbetreuung und Systemintegration schnell zu Kostentreibern werden. Gerade bei wachsenden Netzen entscheidet nicht nur die Zahl der Ladepunkte, sondern auch die Frage, wie stabil und schlank der Betrieb organisiert ist.

Neustarts statt Servicetickets

Nach internen Analysen von Monta erfordern 50 bis 70 Prozent der Störungen an Ladepunkten lediglich einen einfachen Neustart. Bislang muss dafür häufig ein Mitarbeiter den Alarm prüfen, den Fehler einordnen und den Neustart auslösen. Bei einzelnen Ladepunkten ist das überschaubar. In größeren Netzen summiert sich dieser Prozess jedoch zu Ausfällen, Zeitverlust und zusätzlichem Aufwand.

Mit „Workflows & Automations“ sollen Betreiber Abläufe nach dem Prinzip „Trigger > Logik > Aktion“ definieren können. Ein Workflow ließe sich auf einen einzelnen Standort, ein Konto oder ein gesamtes Netzwerk anwenden. Programmieraufwand sei dafür nicht nötig. Die Funktion könnte etwa Ladepunkte bei Verbindungsabbrüchen oder wiederkehrenden Fehlermustern automatisch neu starten.

Betreiber behalten definierte Grenzen

Die Automatisierung soll innerhalb festgelegter Parameter arbeiten. Dazu gehören Bedingungen, Schwellenwerte, Logikregeln und Eskalationsstufen. Betreiber könnten mit einem einzelnen Standort oder Anwendungsfall starten und den Umfang später erweitern. Damit ginge es nicht darum, Entscheidungen unkontrolliert an ein System abzugeben, sondern wiederkehrende Routinen nach vorher gesetzten Regeln ausführen zu lassen.

„Ladenetze lassen sich nicht einfach linear mit mehr Personal skalieren – diese Rechnung geht wirtschaftlich nicht auf“, sagt Max Scherer, deutscher COO bei Monta. Ein Team, das heute 20.000 Ladepunkte betreut, müsse künftig deutlich größere Netze mit ähnlicher Personalstärke bewältigen. Genau dafür sieht Monta KI-basierte Automatisierung als zentralen Hebel.

Reporting und Partnerprozesse automatisieren

Neben selbstheilenden Ladepunkten sollen weitere Einsatzfelder möglich sein. Dazu zählen geplante Neustarts außerhalb starker Nutzungszeiten, automatisierte Leistungsberichte mit Daten zu Betriebszeit, Auslastung und Umsatz sowie Workflows für Partner-Onboarding, Rechnungskonfiguration und Zugriffsverwaltung. Auch Sicherheitsmaßnahmen bei verdächtigen Verhaltensmustern könnten automatisch ausgelöst werden.

Für Vertrieb und Account-Management könnte der Nutzen vor allem in der früheren Information liegen. Automatisierte Abläufe sollen Probleme erkennen, erste Lösungsversuche starten und zuständige Teams informieren, bevor Ausfälle beim Standortpartner oder Fahrer auffallen. Damit würde der Ladepunktbetrieb nicht erst auf Beschwerden reagieren, sondern Störungen früher in die internen Prozesse bringen.

Webhooks binden Drittsysteme ein

Technisch sollen ausgehende Webhooks die Workflows mit bestehenden Systemen der Betreiber verbinden. Dazu könnten Außendienst-Tools, CRM-Systeme und Abrechnungslösungen gehören. Für größere Ladenetze ist dieser Punkt entscheidend, weil Ladepunktbetrieb selten isoliert läuft. Störungen, Einsätze, Abrechnung und Partnerkommunikation hängen oft an mehreren Systemen.

Monta ordnet die neue Funktion als weiteren Baustein eines Betriebssystems für Ladeinfrastruktur ein. Bereits Anfang des Jahres hatte das Unternehmen eine KI-gestützte Hotline für Fahrer eingeführt, die häufige Probleme automatisch lösen soll. Die neue Automatisierungs-Engine überträgt diesen Ansatz nun auf Betriebsprozesse.

Weitere Funktionen sind geplant

Weitere Ausbaustufen sollen folgen. Dazu gehören Preisautomatisierung, Firmware-Management, erweiterte Webhook-Anbindungen an Drittsysteme und KI-gestützte Trigger, die auf Echtzeit-Bedingungen im Netz reagieren. Ziel sei ein Ladenetz, das sich stärker selbst überwacht, Fehler behebt und Prozesse in vorhandene Unternehmenssysteme einbindet.