Welche E-Autos im Dienstwagensegment überzeugen

Welche Elektroautos liegen europaweit vorn?
Warum bestimmte E-Modelle überzeugen

Die Zulassungszahlen von Jato zeigen klare Muster – auch im Dienstwagenmarkt. Welche Elektroautos sich durchsetzen und welche Rolle Kosten, Reichweite und Restwerte spielen.

Silberner Tesla Model 3 fährt auf einer Landstraße, Seitenansicht aus erhöhter Perspektive.
Foto: Tesla

Der europäische Automarkt wächst nur moderat, doch unter der Oberfläche verschieben sich die Kräfteverhältnisse deutlich. Das zeigt die aktuelle Analyse von JATO Dynamics, die auf europäischen Neuzulassungsdaten basiert und den realen Dienstwagen- und Flottenmarkt widerspiegelt. Batterieelektrische Fahrzeuge erreichen inzwischen einen Marktanteil von 23,5 Prozent, Plug-in-Hybride kommen auf 10,5 Prozent. Klassische Verbrenner verlieren hingegen deutlich an Bedeutung: Ihr Marktanteil sank innerhalb eines Jahres um fast neun Prozentpunkte.

Kosten und TCO entscheiden über den Markterfolg

Erfolgreich sind dabei nicht zwangsläufig die technologisch ambitioniertesten Fahrzeuge. Durchsetzen können sich vielmehr Modelle, die Kosten, Reichweite, Verfügbarkeit und Restwertstabilität in ein ausgewogenes Verhältnis bringen.

Tesla Model 3: Mittelklasse als Flottenreferenz

Das Tesla Model 3 war im November 2025 das meistzugelassene Elektroauto in Europa. Mit 11.437 Neuzulassungen und deutlichem Wachstum gegenüber dem Vorjahr bestätigt das Modell laut JATO seine Rolle trotz des zeitweise sinkenden Markenimages als Referenz im elektrischen Dienstwagensegment.

Kompakte Elektro-SUVs: Škoda Elroq und Tesla Model Y

Direkt hinter dem Model 3 folgen Fahrzeuge, die ein klassisches Firmenwagenprofil bedienen: Skoda Elroq und das Tesla Model Y zählen mit jeweils rund 10.700 Zulassungen zu den volumenstärksten Elektroautos in Europa.

Beide Modelle kombinieren großzügiges Platzangebot, erhöhte Sitzposition und alltagstaugliche Reichweiten mit einer breiten Einbindung in Leasing- und Flottenprogramme. Für viele Unternehmen ersetzen sie inzwischen klassische Mittelklasse-Diesel oder Benziner.

Neue Anbieter im Blick: Preis-Leistung als Türöffner

Mit dem BYD Dolphin Surf schafft es erstmals ein chinesisches Modell in die europäische BEV-Spitzengruppe. Parallel dazu wächst auch Leapmotor deutlich und erreicht Volumina, die laut JATO nicht mehr ignoriert werden können.

Warum sich genau diese Modelle durchsetzen

Für Fuhrparkmanager sind diese Modelle vor allem aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Niedrige Einstiegspreise und solide technische Daten können überzeugen – entscheidend bleiben jedoch Restwertentwicklung, Service- und Werkstattnetz sowie Leasingfähigkeit. Erst wenn folgende Faktoren belastbar sind, werden neue Anbieter dauerhaft in Firmen-Fuhrparks ankommen:

  • Planbare Total Cost of Ownership (TCO) statt maximaler technischer Leistungswerte
  • Stabile oder zumindest kalkulierbare Restwerte
  • Ausreichende, nicht überdimensionierte Reichweiten
  • Gute Verfügbarkeit und kurze Lieferzeiten
  • Positive CO₂-Wirkung im Flottenmix