Xpeng plant starkes Wachstum in Deutschland

China-Marke greift deutschen Markt an
Xpeng plant schnelles Wachstum im Handel

Der chinesische Hersteller Xpeng setzt in Deutschland auf klassische Autohäuser, softwarestarke Fahrzeuge und klare Wachstumsziele. Geschäftsführer Markus Schrick erläutert Strategie, Händlerrolle und Marktchancen.

Markus Schrick, Deutschland-Geschäftsführer von Xpeng, sitzt im Fahrersitz eines Elektroautos und blickt über die Schulter zur Kamera.
Foto: Xpeng

Xpeng entwickelt sich in Deutschland zum ungewöhnlichen Angreifer aus China: technologisch nach eigener Lesart einen Schritt vor den Traditionsherstellern, im Vertrieb bewusst klassisch über den Vertragshandel aufgestellt. Die Wachstumsziele sind ambitioniert. Geschäftsführer Markus Schrick erklärt, warum das funktionieren soll.

Herr Schrick, Sie sprechen von „ehrgeizigem, aber realistischem Wachstum“. Was heißt das konkret für Xpeng in Deutschland – und woran merken Händler und Kunden, dass dieser Plan tragfähig ist?

Von rund 3.000 Fahrzeugen 2025 wollen wir in diesem Jahr auf über 8.000 Einheiten kommen und perspektivisch auf mehr als 15.000 Fahrzeuge im Jahr 2027 – mit dann sieben Modellen im Programm zum Ende dieses Jahres. Entscheidend ist, dass Händlernetz, Ersatzteil- und Serviceorganisation sowie Finanzierungsangebote im gleichen Takt mitziehen. Neue Standorte kommen nur hinzu, wenn beide Seiten überzeugt sind – wir wollen Partner, die von Xpeng wirklich überzeugt sind, die Marke langfristig in ihr Portfolio integrieren und mit ihr planbares Geld verdienen. Wachstum um den Preis sinkender Qualität, zum Beispiel bei Service oder Restwerten, kommt für uns nicht in Frage.

Was ist aus Ihrer Sicht das stärkste Argument, sich heute für Xpeng und nicht für einen etablierten Hersteller zu entscheiden?

Unsere Produkte sind überdurchschnittlich stark softwaregetrieben, weil wir das Auto von der Tech-Seite her denken – sichtbar in sehr starker Ladeleistung, guten Reichweiten, leistungsstarken Antrieben und einem hohen Niveau bei Fahrassistenz und Updates. Wir verbinden das mit einem bewusst einfachen Angebot: wenige Varianten, weitgehende Serienausstattung, lange Garantien und kurze Lieferzeiten, weil wir nicht hunderte Konfigurationen vorhalten müssen. Viele Kunden sind überrascht, wie viel Qualität, Komfort und Softwarekompetenz sie dafür bekommen, ohne preislich in klassische Premiumregionen vorzustoßen – und dass ihr Auto durch Over-the-Air-Updates nach dem Kauf noch besser wird.

China-Marke, neue Modelle, viele Ankündigungen – wie wollen Sie Vertrauen bei eher skeptischen deutschen Kunden und Händlern aufbauen?

Wir setzen auf Autohäuser, die ihre Region kennen und mit Xpeng überdurchschnittliche Renditen erzielen sollen – nur dann investieren sie in Personal, Flächen und Service. Gleichzeitig achten wir auf Themen, mit denen andere Neue Schwierigkeiten haben: Ersatzteile und Service mit klaren Liefer- und Reaktionszeiten sowie stabile Restwerte statt kurzlebiger Rabatte. Für Kunden bedeutet das einen klaren Ansprechpartner vor Ort, planbare Werkstattaufenthalte und einen Hersteller, der nicht mit Rabatten die Marke beschädigt. So wollen wir unserem Anspruch näherkommen, als "deutscheste" Marke unter den chinesischen Herstellern zu gelten.