Cupra Born 58 e-Boost (2022) Test

Feuer unterm Dach

Cupra Born e-Boost/bob Foto: Cupra 11 Bilder

Der Cupra Born ist so etwas wie der sportlichere VW ID.3. Jetzt haben die Spanier eine 170 kW starke Power-Version ihres kompakten E-Autos aufgelegt.

Wie schaffen die Spanier das nur? Sie geben ihrem Cupra Born die gleiche Technik mit wie VW dem ID.3. Der Cupra wird in Zwickau am gleichen Band gebaut. Er ist nur ein paar Zentimeter länger, hat den gleichen Radstand, und fühlt er sich doch völlig anders an. Dynamischer, sportlicher, wendiger.

Ein paar Fakten vorab: Nach dem Start des 150-kW-Modells (31.697 Euro, alle Preise netto) schiebt Cupra nun die e-Boost-Version nach. Mehrpreis: 1.160 Euro. Im sogenannten Cupra-Modus – aktiviert auf Knopfdruck am Lenkrad – schießt der über der Hinterachse platzierte E-Motor zusätzliche 20 kW an die Hinterräder. Genug, um sie beim Beschleunigen auf feuchter Straße kräftig scharren zu lassen.

Aber weniger als seine längsdynamischen Eigenschaften – praktisch alle E-Autos schieben kräftig an – beeindruckt, wie zielsicher und sauber der Born durch schnelle Kurven fährt. Selbst im Comfort-Modus des adaptiven Fahrwerks liegt er stoisch wie ein Brett. Was man allerdings nicht wörtlich nehmen darf. Der Born ist keiner dieser knallharten, rückenmalträtierenden Sportler. Trotz seiner flachen 20-Zoll-Räder (945 Euro) federt unser Testwagen feinfühlig ab, lässt sich auch von schlechten Straßen nicht irritieren und vermittelt so genau den Komfort, den wir uns auf langen Strecken wünschen.

VW ID.3 und Mazda MX-30 im Vergleich
Welches E-Auto-Prinzip ist besser?

Die lassen sich solange entspannt zurücklegen, bis der erste Ladestopp ansteht. Auf der Autobahn bei Reisegeschwindigkeit 130 km/h braucht der kompakte Stromer rund 26 kWh/100 km. Also spätestens nach 200 Kilometern will der 62 kWh große Akku gefüttert werden. Dabei hilft die Online-Routenplanung des Navisystems, die freie Schnelllader auf der Strecke vorschlägt. Die versprochenen 120 kW schafft unser Testwagen allerdings nie. 79 kW sind das Maximum, sodass eine Ladung von 10 bis 80 Prozent gut 40 Minuten dauert. An AC-Säulen dagegen pumpt der Born Strom zuverlässig bis gut über 80 Prozent Füllstand mit 11 kW in die Batterie, die dann nach rund 5,5 Stunden gefüllt ist.

Ladekurve Cupra Born Foto: firmenauto
Ladekurve des Cupra Born

Über das von VW abgeleitete unübersichtliche Bediensystem haben wir ja schon viel geschimpft. Dass sich die Technik selbst in unserem nagelneuen Testwagen auf einer Fahrt fünfmal hintereinander resettet und der Bildschirm mehrfach einfriert, ist genauso ärgerlich wie die verschachtelte Logik des Menüs. Lange Bootzeiten beim Start, der bei Kälte gefühllose Bildschirm oder die unsensiblen, vom ID.3 übernommenen Touchfelder am Lenkrad können den Spaß am Auto schnell verleiden. „Vorserienmodell“, entschuldigt Cupra. Hoffen wir also auf das längst fällige und von VW versprochene Update.

Cupra Born 2021 Foto: Cupra
Das 850 Euro teure Head-up-Display liefert Fahranweisungen in 3D-Optik.

Anderes gefällt uns besser. Das großzügige Raumgefühl etwa: Auf kompakten 4,32 Metern sind vier, notfalls auch fünf Personen sehr ordentlich untergebracht. Der ebene Boden ohne Mitteltunnel lässt den hinten Sitzenden viel Platz für die Füße. Große Türen erleichtern das Ein- und Aussteigen und ins Heck (385 l Volumen) passt mehr als nur das kleine Wochenendgepäck. Dort muss allerdings auch das Ladekabel verstaut werden, denn ein Fach unter der vorderen Haube hat der Cupra nicht.

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Überhaupt ist der Born sehr wohnlich eingerichtet. Dunkel zwar, doch der Mix aus recycelter Microfaser, Hartplastik und aufgeschäumtem Armaturenbrett passt. Sehr empfehlenswert sind die den Oberkörper gut stützenden, elektrisch einstell- und beheizbaren Sportschalensitze mit verlängerbarer Sitzfläche und Massagefunktion (1.466 Euro).

Viel mehr Extras braucht es nicht, um mit dem Born glücklich zu werden: Die Wärmepumpe für effizientere Klimatisierung (848 Euro), das wuchtige Soundsystem von Beats (428 Euro) sowie das Pilot M Pack mit Abstandstempomat, Navigation, Rückfahrkamera und Online-Anbindung (1.160 Euro). So ausgestattet stehen rund 35.600 Euro auf der Rechnung. Ein vergleichbarer zusammengestellter VW ID.3 Pro kommt auf 35.000 Euro, kann aber in Sachen Fahrspaß nicht mithalten.

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