Alles über Mercedes E-Klasse
Mercedes E-Klasse Cabriolet 2017 27 Bilder Video Zoom
Foto: Daimler AG

Fahrbericht Mercedes E-Klasse Cabriolet

Der Schönste zum Schluss

Die Pflicht ist abgehakt, alle nutzwertigen Modelle der E-Klasse in den Markt entlassen. Nach Limousine, Kombi, All-Terrain und Coupé kann sich der E-Klasse-Interessent nun aufs Cabrio freuen, dem letzten und begehrenswertesten Modell.

Weil sich die Baureihe mehr und mehr zum Imageträger der Marke entwickelt, wollen die Schwaben bei ihrem offenen Viersitzer nichts anbrennen lassen. Im Klartext: Das neue Cabrio ist kein Mischmasch aus C- und E-Klasse wie der zwölf Zentimeter kürzere Vorgänger, sondern ein vollwertiger Ableger der aktuellen Limousine.

Man sieht es am Cockpit, das die gleiche eindrucksvolle, frei programmierbare Bildschirmlandschaft integriert und bei dem Frischluft wie schon im Coupé aus turbinenartig geformten Luftdüsen strömt. Man sieht es im Innenraum, den sich der Käufer mit Zierteilen und Lederoberflächen in jeder Farb- und Materialzusammenstellung individuell einrichten kann. Man erkennt es an den komfortablen Sitzen, auf Wunsch mit Heiz-, Klima- und Massageschikanen sowie aufblasbaren Rückenpolstern ausgestattet. Man spürt es im Fond, wo sich weder die Kniescheiben in die Vordersitze pressen noch das Dach auf den Kopf fällt. Und man erfährt es, wenn einen das samtweiche Fahrwerk luftgefedert über den Asphalt trägt.

So sicher wie alle Modelle der Baureihe

Über die technischen Vorzüge der E-Klasse haben wir schon genügend geschrieben. Beschränken wir uns darauf: Das Cabrio fährt genauso semi-autonom wie alle E-Klassen. Es scannt die Umgebung mit Kameras und Radarsensoren, bremst im Notfall selbstständig, parkt automatisch ein und hat alle Connectivity-Funktionen an Bord, die man von einer Business-Limousine erwarten kann.

Zoom Mercedes E-Klasse Cabriolet 2017 Foto: Daimler AG
Reisen statt Rasen - im Cabrio macht das besonders viel Spaß.

Den Open-Air-Spaß lässt sich Mercedes gut bezahlen: Das Cabrio startet als E 200 bei 45.570 Euro (alle Preise netto) und kostet 4.600 Euro mehr als das Coupé. Das stärkste Modell, der E 400 4matic lässt sich Mercedes mit 50.060 Euro bezahlen. Dafür bekommt der Käufer Raffinessen wie das vom S-Klasse Cabrio abgeleitetes Stoffverdeck. Elektrisch angetrieben faltet es sich innerhalb von 20 Sekunden in einen geschützten Kasten im Kofferraum. Dass das Ganze während der Fahrt bis 50 km/h funktioniert, weiß man spätestens zu schätzen, wenn man auf einer Straße ohne Seitenstreifen von einem Regenguss überrascht wird. Die vierlagige Haube ist in vier Farben zu bekommen und sperrt Reifen- und Windgeräusche so wirkungsvoll aus, dass lange Strecken bei hohem Tempo nicht wie oft in Cabrios zur akustischen Tortur werden.

Zoom Mercedes E-Klasse Cabriolet 2017 Foto: Daimler AG
Oben in Kofferraum sitzt ein Kasten, den sich das Dach hineinfaltet. Bei geschlossenem Dach wächst das Kofferraumvolumen von 310 auf 385 Liter

Großer, gut zugänglicher Kofferraum

Fürs Gepäck stehen 385 Liter, bei geöffnetem Dach 310 Liter zur Verfügung. Da hat sich gegenüber dem Vorgänger wenig getan. Wohl aber bei der Form des Gepäckabteils: Dank größerer Öffnung und lassen sich jetzt hohe Getränkekisten leichter einladen. Außerdem kann man nun die Rückbank geteilt umklappen und das Cabrio zum Ski- oder Snowboardtransporter umfunktionieren.

Schon in der Basisversion ist das Auto sehr anständig ausgestattet. Trotzdem macht der Blick in die Preisliste Lust auf mehr: Ledersitze (1.790 Euro) etwa passen optisch besser zum Cabrio. Außerdem reflektiert das neue Leder Sonnenlicht und heizt sich weniger stark auf. Den Air Cap genannten Spoiler über der Windschutzscheibe (690 Euro) braucht dagegen nur, wer häufig zu viert fährt. Denn vorne produziert er nur unnötige Windgeräusche. Die Fondpassagiere dagegen sitzen bei ausgefahrenem Spoiler fast windgeschützt und können sich in normaler Lautstärke unterhalten. Zu zweit ist man mit dem normalen Windschott (320 Euro) besser bedient. Zu den sinnvollen Extras gehören auch die in den Wischblättern integrierten Spritzdüsen (300 Euro) oder die Nackenheizung Airscarf (460 Euro).

Dass der Sommer zumindest hierzulande fast schon vorüber ist, wenn das Cabrio im September 2017 in fünf, zwischen 184 und 333 PS starken Motorisierungen auf den Markt kommt, dürfte dem Erfolg nicht im Wege stehen. Während bei etlichen Hersteller Cabrios dem Rotstift der Controller zum Opfer fielen, hat Daimler mittlerweile sieben offene Zwei- und Viersitzer im Programm, vom Cityflitzer Smart Fortwo bis zur S-Klasse. Sofern sie nicht das Budget sprengt, ist die E-Klasse das derzeit interessanteste Modell einer offenen Business-Limousine. Kein anderer Wagen schafft den Spagat zwischen Komfort, Fahrspaß und Alltagstauglichkeit so perfekt wie dieses Auto.

Zoom Mercedes E-Klasse Cabriolet 2017 Foto: Daimler AG
Das Cabrio trägt die gleichen Rückleuchten wie das Coupé.

Autor

Datum

7. Juli 2017
Kommentare
Kostenloser Newsletter
Newsletter Small

+++ Alle Tests +++
+++ Alle News +++

Und immer bequem und kostenlos per E-Mail.

  • Alle Bereiche
  • Branche
  • Auto
  • Management
  • ecoFleet
  • Recht/Steuer
  • Service
  • Firmenauto des Jahres