Dacia Duster II TÜV-Check: Schwächen & Preise

Gebrauchtwagen-Check Kompakt-SUV
So schlägt sich der Dacia Duster II bei der HU

Der Duster II festigte Dacias Ruf als Preisbrecher im SUV-Segment. Wie gut das Konzept im Alltag und bei den Hauptuntersuchungen funktioniert, zeigt der Blick in den aktuellen TÜV-Report.

Schräg aufgenommene Frontansicht eines Dacia Duster der zweiten Generation während der Fahrt auf asphaltierter Straße.
Foto: Dacia

Vom Preisbrecher zum Volumenmodell

Der Duster der ersten Generation (2010 bis 2018) war ein echter Game-Changer für Dacia. Mit dem Kompakt-SUV emanzipierte sich die Renault-Tochter teilweise vom Billigheimer-Image der Marke, blieb aber ihren günstigen Preisen trotzdem treu. Die zweite Auflage (Anfang 2018 bis Mitte 2024) setzte optisch noch einen obendrauf und bot weiterhin ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wie sie sich bei den Hauptuntersuchungen (HU) macht, weiß der TÜV.

TÜV-Report offenbart Schwächen

Die Fahrt zum HU-Termin dürften die meisten Dacia Duster-Besitzer mit gemischten Gefühlen antreten. Im aktuellen TÜV-Report zeigt die Auswertung von bislang drei durchgeführten HU, dass der Duster II über alle Jahrgänge in den Kategorien "ohne Mängel", "geringe Mängel" und "erhebliche Mängel" schlechter abschneidet als der Durchschnitt der geprüften Fahrzeuge. So hat knapp ein Viertel (23,5 %) der 6 bis 7-Jährigen die Bewertung "erhebliche Mängel" erhalten, im Schnitt waren es 13,6 Prozent. Schwachpunkte des Dacia II sind die Lenkgelenke, die Beleuchtungsanlage sowie die Funktionsweise der Bremsen. Zudem deuten sich Probleme mit den Bremsleitungen und der Abgasuntersuchung bei den älteren Jahrgängen an.

Cockpit und Innenraum des Dacia Duster der zweiten Generation mit Lenkrad, Infotainmentdisplay und manueller Schaltung.
Dacia

Der Innenraum des Dacia Duster (2. Generation) bietet ein funktional gestaltetes Cockpit mit klarer Instrumentenanzeige.

SUV-Optik mit solider Alltagstauglichkeit

Das 4,34 Meter lange SUV nutzt typische SUV-Attribute, um im großen Feld der kompakten SUV und Crossover optisch mithalten zu können. Sofern Erstkäufer in höhere Ausstattungslinien investiert haben, ist der Kühlergrill verchromt, Dachreling und Außenspiegelgehäuse sind silber- oder kupferfarben lackiert. Innen geht es recht gediegen zu, die verwendeten Materialien gehen in Ordnung. Die Versionen mit Frontantrieb bieten zwischen 410 und 1.475 Liter Gepäckvolumen, die Allradmodelle zwischen 310 und 1.360 Liter.

Facelift bringt optische Auffrischung

Ende 2021 erhielt das Erfolgsmodell ein Facelift. Erkennbar ist es unter anderem am neuen LED-Tagfahrlicht in Form eines liegenden Y. Modelle ab 2022 tragen zudem das geänderte Dacia-Logo.

Breite Motorenpalette mit Front- und Allradantrieb

Der Duster II war mit Front- oder Allradantrieb erhältlich, zur Wahl standen Benziner-, Flüssiggas- (LPG) und Diesel-Aggregate. Basis-Benziner war ein 1,6-Liter-Sauger mit 84 kW/114 PS, den Dacia auch in einer LPG-Version anbot. Die LPG-Variante gab es allerdings nur mit Frontantrieb. Etwas mehr Leistung bot der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 92 kW/125 PS, der kurzfristig 2018 im Angebot war. Mitte 2019 nahm Dacia den Sauger aus dem Programm. Ein 1,3-Liter-Vierzylinder-Turbo trat an seine Stelle, er war mit 96 kW/131 PS und 110 kW/150 PS sowie mit Front- und Allrad verfügbar. Ebenfalls seit 2019 im Motorenprogramm: ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 74 kW/100 PS und Frontantrieb. Im Schnitt fließen bei den Benzinern zwischen 5,3 und 7 Litern durch die Leitungen.

Verbrauch auf klassentypischem Niveau

Ein 1,5-Liter-Diesel gehörte in verschiedenen Ausbaustufen (66 kW/90 PS, 70 kW/95 PS und 80 kW/109 PS) zum Motorenprogramm. Die Versionen mit 109 PS und 116 PS waren auch als Allradler bestellbar. Durchschnittlich fließen bei den Selbstzündern zwischen 4,4 und 4,7 Liter durch die Leitungen.

Dacia Duster der zweiten Generation in Heckansicht bei Geländefahrt mit Verschränkung auf unebenem Untergrund.
Dacia

In der Heckansicht wird die kompakte Bauform des Dacia Duster (2. Generation) im Straßenbetrieb deutlich.

Günstiger Einstieg mit Komfortverzicht

Der niedrige Basispreis von zunächst 9.664 Euro netto war durch Komfortverzicht erkauft. Die Fahrzeuge in den Basis-Versionen (Access, Essential) fuhren ohne Klimaanlage und Radio (Access) vor. Auch einen höhenverstellbaren Fahrersitz oder ein verstellbares Lenkrad sucht man hier vergebens. Wer ein wenig Komfort möchte, sucht nach den höheren Ausstattungen (Comfort, Prestige). Die Fahrzeuge nach dem Facelift verfügen über eine bessere Komfort-Ausstattung in der Basis, allerdings hatte Dacia auch die Preise erhöht. Beim Thema Sicherheit gibt es oft nur das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß.

Attraktives Angebot am Gebrauchtwagenmarkt

Der Dacia Duster II war das günstigste SUV-Neuwagenangebot. Selbst in den höheren Ausstattungen und mit Allrad lagen seine Preise deutlich unter denen der Wettbewerber. Interessenten sollten ihr Wunschmodell fachkundig unter die Lupe nehmen lassen, um teure Überraschungen zu vermeiden. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 4.000 Duster II auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Rund 5.882 Euro netto müssen Gebrauchtwageninteressenten mindestens anlegen.