E-Auto laden: So wird die Ladesäule aktiviert

So aktiviert man die Ladesäule
Mit Ladekarte, App oder automatisch?

An der Ladesäule entscheidet nicht nur der Stecker, sondern die Freischaltung. Vier gängige Wege konkurrieren im Alltag – mit unterschiedlichen Stärken, Schwächen und Kostenfallen.

Laden 2025
Foto: Kia

Das Tanken an der Zapfsäule ist simpel und schnell gelernt. An der Ladesäule ist es oft ein bisschen anders: Bevor Strom fließt, muss man sie erst einmal aktivieren. Dafür gibt es vier gängige Wege, die sich auch kombinieren lassen – genutzt werden derzeit aber vor allem zwei.

Ladekarte als bewährter Standard

Die vom jeweiligen persönlichen E-Mobilitätsprovider zur Verfügung gestellte Karte im Scheckkartenformat ist für viele die Standardlösung und im Alltag ziemlich bequem. Sie nimmt kaum Platz weg, ist schnell gezückt und bei Verlust meist unkompliziert sowie günstig ersetzbar. Die Freischaltung läuft per RFID-Nahfunk: Karte dranhalten, Nutzer wird erkannt, Laden wird gestartet. Die Karte (oder ein Chip für den Schlüsselbund) bekommt man in der Regel vom eigenen E-Mobilitätsanbieter, sie hängt also am jeweiligen Vertrag. Je nach Tarif ist sie inklusive, manchmal wird einmalig ein kleiner Betrag fällig.

Smartphone-App mit Zusatzfunktionen

Ebenfalls sehr verbreitet ist das Freischalten über die Smartphone-App des Fahrstromanbieters. Ihr Pluspunkt: Oft lassen sich die tatsächlich anfallenden kWh-Preise schon vor dem Start sehen. Außerdem bieten viele Apps Zusatzfunktionen wie eine Säulenübersicht in der Nähe oder eine Navigation zur Station. Die Kehrseite: Ohne Akku oder ohne Mobilfunkempfang geht gar nichts. Und die Freischaltung dauert häufig länger als mit der Karte – bei Regen oder Kälte kann das nerven. Wer sich das Rumtippen sparen will, bestellt sich beim E-Mobilitätsprovider einfach noch die Ladekarte dazu – und ist dann im Zweifel flexibel.

Automatische Freischaltung per Plug&Charge

Es geht auch ohne Karte und ohne App – wenn Auto und Ladesäule sich direkt erkennen. Das bekannteste System dafür heißt "Plug&Charge". Fahrzeuge mit passender Technik werden an entsprechend ausgerüsteten Säulen nach dem Einstecken des Kabels automatisch identifiziert, der Ladevorgang startet ohne zusätzliche Authentifizierung. Dieser von der Industrie entwickelte Standard dürfte künftig bei immer mehr Neuwagen und neuen Ladesäulen zum Einsatz kommen. Eine Nachrüstung bestehender Fahrzeuge ist allerdings nicht einfach. Deshalb gibt es inzwischen auch weitere Lösungen zur automatischen Fahrzeugerkennung, zum Beispiel "AutoCharge", das E-Mobilitätsanbieter und Betreiber entwickelt haben: Damit können Autos der meisten Hersteller und viele Ladesäulen die Funktion ohne Hardware-Änderungen nutzen.

QR-Code für spontane Ladevorgänge

Wer spontan lädt, kann die Säule mit dem Handy über einen QR-Code freischalten und anschließend ohne dauerhafte Registrierung eine Bezahloption wählen – in der Regel Kreditkarte oder einen digitalen Zahlungsdienstleister. Lange Zeit war das die zuverlässig teuerste Option, vor allem bei Säulen lokaler Energieversorger gibt es mittlerweile aber oft auch sehr attraktive kWh-Preise. Beim Scannen des Pixel-Codes ist aber Vorsicht geboten – Kriminelle überkleben schon mal die Codes der Säulenbetreiber mit gefälschten Varianten und fischen die Kreditkartendaten ab. "Quishing" heißt das im Polizei-Jargon.

Kreditkarte als letzte Absicherung

Auf längere Sicht soll in Deutschland auch das Bezahlen mit EC-Karte zum Standard werden. Seit Mitte 2023 müssen neue Ladesäulen ein Lesegerät haben, das gängige Debit- und Kreditkarten akzeptiert – auch ohne vorherige Registrierung. In der Praxis ist das derzeit aber noch eher die Ausnahme, denn eine Pflicht zur Nachrüstung gibt es nicht. Ob sich diese Variante dauerhaft durchsetzt, bleibt offen – oft ist sie die teuerste Option. Trotzdem kann sie als Rettungsanker beruhigen, wenn sonst nichts klappt, etwa bei leerem Handy-Akku oder wenn die Ladekarte streikt. Ähnlich ist es bei den noch seltenen Säulen, an denen Barzahlung möglich ist.