Keyless: Viele Autos bleiben angreifbar

Zehn Jahre Keyless-Tests beim ADAC
Viele Autos lassen sich noch immer öffnen

Nach zehn Jahren Keyless-Tests zieht der ADAC Bilanz: Viele Fahrzeuge lassen sich per Relay-Attacke öffnen. Doch eine Technik bietet inzwischen deutlich besseren Schutz vor dieser Masche.

Keyless-Systeme 2026
Foto: ADAC

Schlüssellose Zugangssysteme bleiben bei zahlreichen Automodellen ein Sicherheitsrisiko. In einer nun gezogenen Zehn-Jahres-Bilanz seiner Keyless-Tests beklagt der ADAC, dass sich noch immer fast die Hälfte der untersuchten Fahrzeuge mit einem künstlich verlängerten Funksignal öffnen lässt. Bei rund einem Drittel gelang es den Testern sogar, den Motor zu starten. Insgesamt umfasst die Test-Datenbank des Automobilclubs mittlerweile mehr als 850 Fahrzeuge.

UWB macht Keyless deutlich sicherer

Immerhin hat sich die Lage nach Einschätzung des ADAC in den vergangenen Jahren verbessert. Einige Hersteller haben ihre Systeme nachgebessert und setzen mittlerweile auf die als vergleichsweise sicher geltende Ultra-Wide-Band-Technik (UWB). Dabei ermittelt das Fahrzeug anhand der Signallaufzeit, ob sich der Schlüssel tatsächlich in unmittelbarer Nähe befindet. Eine künstliche Verlängerung wird erkannt, das Auto bleibt verschlossen.

Diese Marken kritisiert der ADAC

Andere Marken verwenden weiterhin ältere Systeme, die sich mit einer sogenannten Relay-Attacke überlisten lassen. Dabei wird nicht die Fahrzeugelektronik gehackt und auch kein Zugangscode geknackt. Stattdessen verlängern Kriminelle die Funkverbindung zwischen Fahrzeug und Schlüssel. Das klappt über Hunderte Meter und durch Mauern oder Türen. Ist der Motor einmal gestartet, lässt sich das Auto in der Regel auch ohne weitere Anwesenheit des Schlüssels bewegen, bis Kraftstofftank beziehungsweise Antriebsbatterie leer sind. Der ADAC kritisiert in diesem Zusammenhang vor allem Aiways, Alfa Romeo, Alpine, BYD, Chevrolet, DS Automobiles, Fiat, Honda, Infiniti, Isuzu, Jeep, KGM/Ssangyong, Lynk&Co, MG und Opel. Keines der getesteten Fahrzeuge dieser Marken sei ausreichend geschützt gewesen.

Bewegungssensoren lösen das Problem nicht

Wenig zuverlässig sind auch Schlüssel mit integriertem Bewegungssensor. Sie stellen ihre Funkaktivität zwar nach einer gewissen Ruhezeit ein, bleiben bis dahin aber angreifbar. Wer ein Auto mit ungeschütztem System besitzt, kann prüfen, ob sich die Keyless-Funktion über das Fahrzeugmenü oder nach Anleitung des Herstellers deaktivieren lässt. Auch ein abgeschirmtes Schlüssel-Etui oder eine geschlossene Metalldose kann das Funksignal blockieren. Zudem empfiehlt es sich, Schlüssel nicht unmittelbar an Fenstern, Außenwänden oder Haustüren aufzubewahren.

Worauf Autokäufer bei Keyless achten sollten

Verbraucher rät der ADAC außerdem, beim Kauf aktiv nachzufragen, ob das Keyless-System des Fahrzeugs auf die sichere UWB-Technologie setzt. Im Zweifelsfall sollte man nach Einschätzung der Experten auf die Komfortfunktion verzichten.