Kleinwagen mit Verbrenner im Vergleich

Kleinwagen mit Verbrenner im Vergleich
Diese fünf Modelle bleiben gefragt

Vom günstigen Dacia Sandero bis zum allradgetriebenen Suzuki Swift: Fünf aktuelle Kleinwagen zeigen, welche Stärken sie besitzen und für wen sie besonders interessant sind.

Hyundai i20 2024
Foto: Hyundai

Handlich, günstig im Unterhalt und finanzierbar in der Anschaffung: Kleinwagen mit Verbrennungsmotor finden weiterhin zahlreiche Käufer. Auch, weil das Angebot immer noch ziemlich vielfältig ist. Fünf Beispiele.

Dacia Sandero bleibt der Preisbrecher

In Europa führt der rumänische Cousin des Renault Clio regelmäßig die monatlichen Bestseller-Charts an. Hauptgrund dafür ist sicherlich der Preis, der in Deutschland aktuell bei 10.672 Euro (alle Preise netto) startet. Angesichts dessen fallen ein paar Kompromisse bei Ausstattung, Materialauswahl und Antriebstemperament leicht, vor allem, weil der Fünfsitzer in der dritten Generation äußerlich durchaus vorzeigbar geworden ist. Vor allem in der höher positionierten „Stepway“-Ausstattung mit Crossover-Elementen – für 12.689 Euro ist selbst diese Variante im Wettbewerbsvergleich noch ein Schnäppchen. Außerdem ist dann automatisch einer der Turbobenziner an Bord, die für die meisten Fahrer die bessere Alternative zum ausgesprochen müden Basis-Sauger sind. Für Vielfahrer mit naher LPG-Tankstelle könnte auch die Autogas-Variante Eco-G interessant sein (ab 12.605 Euro). Selbst eine stufenlose Automatik ist auf Wunsch zu haben.

Hyundai i20 wirkt erwachsener als viele Rivalen

Der koreanische Kandidat in der Kleinwagenklasse verzichtet auf Design-Niedlichkeit, fährt aber bei der Karosseriegestaltung gleichzeitig nicht in die Aggro-Falle. Stattdessen wirkt er mit prägnantem Grill und modernem LED-Heck eigenständig, wertig und ernsthafter als viele Wettbewerber. Hinzu kommen ein für diese Klasse sehr gutes Platzangebot vorne wie hinten sowie betont ausgewogene und sichere Fahreigenschaften. Eher aus größeren Autos gewohnt ist man auch die Ausstattung: Das 18.487 Euro teure Basismodell kommt bereits mit Navigationssystem und Touchscreen inklusive „Android Auto/Apple CarPlay“-Anbindung sowie Rückfahrkamera daher. Wenig Wünsche offen lässt dann bereits das „Trend“-Level (20.588 Euro), mit zusätzlichem LED-Licht und 16-Zöllern. Die Antriebspalette bietet hingegen nur typische Kleinwagenkost in Form eines Turbo-Dreizylinders mit 74 kW/100 PS. Diesen gibt es auch mit 48-Volt-Unterstützung sowie eine Doppelkupplungs-Automatik. Dann werden aber bereits 22.059 Euro fällig. Eine vergleichsweise großzügige Fünf-Jahres-Garantie ist immer dabei.

Citroën C3 setzt auf Komfort statt Härte

Viele Kleinwagen rütteln eher steifbeinig über Innenstadtstraßen mit defektem Belag oder Kopfsteinpflaster. Der ziemlich exakt vier Meter lange Franzose steckt auch Marterstrecken vergleichsweise locker weg – dank der aufwändigen Federung, die er von seinen größeren Markengeschwistern übernommen hat. Ziemlich erwachsen wirken auch Platzangebot und Fahrleistungen. Kehrseite ist ein Preis, der nur auf den ersten Blick sehr günstig wirkt: Die Basisvariante kostet zwar nur 13.697 Euro, verzichtet dafür aber im Cockpit komplett auf echte Bildschirme. Stattdessen gibt es ein Head-up-Display und eine Infotainment-App für das Handy plus passende Halterung. Wem das zu spartanisch ist, landet schnell im 20.000-Euro-Bereich brutto (16.806 Euro netto). Immerhin ist bereits der Basismotor eine gute Wahl, die Hybridvariante bietet sich mit ihrer serienmäßigen Automatik vor allem für Schaltfaule an.

Renault Clio punktet mit Digitaltechnik

Seit dem Facelift Anfang des Jahres ist der französische Kleinwagenklassiker nicht wiederzuerkennen. Statt mit zurückhaltender Sportlichkeit tritt er nun nachgrade aggressiv auf, wirkt dadurch viel präsenter und dynamischer als die meist um Niedlichkeit bemühte Konkurrenz. So setzt er auch einen Kontrapunkt zu seinem Elektro-Pendant R5, der ihm mit seinem Retro-Styling ansonsten wohl komplett die Show stehlen würde. Die sportliche und eher maskuline Positionierung wirkt stimmig, ist der Clio doch mit seinem engen Fond und dem wenig praktischen Kofferraumzuschnitt eher ein Pärchen- als ein Familienauto. Aber eines, das sehr ausgewogen fährt, einen hübschen Innenraum bietet und auch bei der Ausstattung punktet. Das gilt nicht zuletzt für das optionale Android-Infotainmentsystem, das bei Bedienung und Funktionsumfang zu den besten im Kleinwagensegment zählt. Mit einem Startpreis von 16.806 Euro, der zudem bei Extrawünschen schnell steigt, gehört der Clio im Gegenzug nicht zu den günstigsten Modellen seiner Klasse. Dafür reicht der Basismotor mit 84 kW/114 PS bereits locker aus, der Hybrid mit 80 kW/109 PS ist etwas flotter und sparsamer, aber auch gleich deutlich teurer (ab 20.588 Euro).

Suzuki Swift bleibt der seltene Allrader

Kleinwagen sind nicht auf den Stadtverkehr limitiert. Das gilt besonders für den traditionsreichen Japaner, der derzeit als eines von nur zwei Modellen auf dem deutschen Markt mit Allradantrieb zu haben ist (ab 19.160 Euro; einzige Alternative ist der Hochleistungs-Mini Toyota GR Yaris, der aber mehr als doppelt so teuer ist). Praktisch ist die Allgrip genannte, automatisch zuschaltende Technik etwa, wenn man ein Grundstück im Wald oder in den Bergen hat. Dort dürften dann auch die handlichen Abmessungen von nur 3,86 Metern ein Vorteil sein. Ebenso wie die ordentlichen Platzverhältnisse vorne und die gute Übersichtlichkeit der Karosserie. Hinzu kommen ein sehr geringes Gewicht und das quirlige Fahrverhalten bei überschaubaren 61 kW/82 PS. Der Fünfsitzer ist damit ein Kleinwagen vom alten Schlag – was allerdings nicht nur Vorteile hat. Cockpit und Infotainment wirken leicht altbacken, der Federungskomfort ist überschaubar und der Innenraum mäßig gedämmt. Ein Stück weit ausgeglichen wird das durch das prägnante Design im seit 2005 (4. Generation) erfolgreich genutzten Retro-Styling.