Fuhrpark: Mehr Gebrauchtwagen, wenig Datennutzung

Ergebnisse Umfrage des Arval-Barometers 2026
Mehr Gebrauchte, wenig Datennutzung in Flotten

Das Fuhrpark- und Mobilitäts-Barometer 2026 von Arval zeigt einen klaren Trend: Unternehmen halten Fahrzeuge länger, setzen stärker auf Gebrauchtwagen und lassen Datenpotenziale oft ungenutzt. Die Ergebnisse der Umfrage, lesen Sie hier.

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Deutschlands Fuhrparks senden ein überraschend klares Signal: Sie werden pragmatischer – statt ausschließlich auf neue Fahrzeuge und schnelle Erneuerungszyklen zu setzen, rücken Gebrauchtwagen und längere Haltedauern stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig bleibt ein anderes Potenzial weitgehend ungenutzt: die systematische Auswertung von Fahrzeugdaten. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometers 2026.

Fuhrparks sparen – und lassen Daten liegen

Die Zahlen aus dem aktuellen Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer sprechen eine deutliche Sprache. Bereits 46 Prozent der befragten Unternehmen haben Gebrauchtfahrzeuge in ihren Fuhrpark integriert. Weitere 39 Prozent ziehen dies in den kommenden drei Jahren in Betracht. Macht zusammen: 85 Prozent der Unternehmen nutzen bereits Gebrauchte oder prüfen deren Einsatz. Das ist keine Randnotiz mehr, sondern eine klare Marktbewegung.

Längere Haltedauer senkt den Kostendruck im Fuhrpark

Parallel dazu steigt die durchschnittliche Haltedauer der Fahrzeuge auf 5,5 Jahre. Bei den Pkw lag sie zuvor bei 4,8 Jahren, bei leichten Nutzfahrzeugen bei 4,9 Jahren. Für Fuhrparkmanager ist das vor allem ein wirtschaftliches Signal. Unternehmen strecken die Nutzung ihrer Fahrzeuge, kalkulieren vorsichtiger und schauen genauer auf Total Cost of Ownership, Restwerte und Kapitalbindung.

Infografiken aus dem Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zu Herausforderungen im Fuhrpark, Haltedauer, vernetzten Fahrzeugen und Datennutzung.
Quelle Arval Barometer 2026

Unternehmen halten ihre Fahrzeuge länger: Die durchschnittliche Haltedauer stieg sowohl bei leichten Nutzfahrzeugen als auch bei Pkw auf 5,5 Jahre.

Der klassische Reflex, Probleme im Fuhrpark primär über Neuanschaffungen zu lösen, verliert an Bedeutung. Stattdessen wächst die Bereitschaft, Bestände länger zu halten und Gebrauchtfahrzeuge als regulären Bestandteil der Beschaffungsstrategie zu sehen. Das passt zu einem Markt, der unter Kostendruck, unsicheren Rahmenbedingungen und einer gleichzeitig laufenden Transformation steht.

Warum viele Fuhrparks ihre Fahrzeugdaten kaum nutzen

Bemerkenswert ist aber, dass diese neue Nüchternheit nicht überall gleich konsequent umgesetzt wird. Denn während Fuhrparks bei Einkauf und Haltedauer offensichtlich stärker rechnen, schöpfen sie den Wert ihrer Daten oft noch nicht aus. Zwar setzen inzwischen 33 Prozent der Unternehmen vernetzte Fahrzeuge ein. Aktiv genutzt werden die daraus gewonnenen Telematikdaten aber nur von 17 Prozent aller Unternehmen. Weitere 44 Prozent erwägen die Datennutzung in den kommenden drei Jahren. Anders gesagt: Die Technik ist in vielen Flotten bereits vorhanden, der operative Nutzen kommt jedoch nur zögerlich im Alltag an.

Infografiken aus dem Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zu Herausforderungen im Fuhrpark, Haltedauer, vernetzten Fahrzeugen und Datennutzung.
Quelle Arval Barometer 2026

Während der Anteil vernetzter Pkw in Unternehmensflotten sinkt, steigt er bei leichten Nutzfahrzeugen im Jahresvergleich an.

Telematik im Fuhrpark: viel Technik, wenig Auswertung

Genau hier liegt der eigentliche Hebel. Wer Fahrzeuge länger im Bestand hält und stärker auf Gebrauchtwagen setzt, braucht mehr Transparenz über Zustand, Laufleistung, Auslastung und Wartungsbedarf. Ohne belastbare Daten wird die längere Nutzung schnell zum Blindflug. Dann steigen zwar rechnerisch die Haltedauern, aber nicht zwingend die Effizienz.

Vernetzte Fahrzeuge könnten hier helfen, etwa bei technischer Diagnose, Verbrauchsauswertung, Ortung oder vorausschauender Wartung. Doch viele Unternehmen behandeln Telematik noch immer eher als technische Option, denn als Steuerungsinstrument.

Infografiken aus dem Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zu Herausforderungen im Fuhrpark, Haltedauer, vernetzten Fahrzeugen und Datennutzung.
Quelle Arval Barometer 2026

Bei der Datennutzung bleibt im Fuhrpark viel Potenzial: 44 Prozent der Unternehmen prüfen den Einsatz von Telematikdaten, 17 Prozent nutzen sie bereits.

Gebrauchtwagen und Datenstrategie müssen zusammen gedacht werden

Gerade für Flottenverantwortliche ist das eine strategische Frage. Denn der Markt zeigt derzeit zwei Entwicklungen zugleich: Er wird kostenbewusster und datenreicher. Wer nur den ersten Teil ernst nimmt, also Fahrzeuge länger fährt und Gebrauchte einkauft, verzichtet womöglich auf Effizienzreserven. Wer dagegen beides zusammenführt, kann wirtschaftlicher steuern: besserer Fahrzeugeinsatz, fundiertere Ersatzentscheidungen, sauberere Serviceplanung und ein realistischeres Bild der tatsächlichen Betriebskosten.

Warum Datenmanagement zum Wettbewerbsfaktor im Fuhrpark wird

Die eigentliche Botschaft des Barometers lautet deshalb nicht nur, dass Gebrauchtwagen im Fuhrpark salonfähig geworden sind. Die spannendere Erkenntnis ist, dass viele Unternehmen bereits auf Sparmodus geschaltet haben – aber beim Datenmanagement noch im Leerlauf stehen. Genau dort dürfte in den kommenden Jahren entschieden werden, welche Flotten wirklich effizienter werden.

Infografiken aus dem Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometer 2026 zu Herausforderungen im Fuhrpark, Haltedauer, vernetzten Fahrzeugen und Datennutzung.
Quelle Arval Barometer 2026

Die Integration von E-Fahrzeugen zählt für 43 Prozent der Unternehmen zu den größten Herausforderungen im Fuhrparkmanagement.