Welche Hersteller gewinnen im Flottenmarkt an Boden? Wie entwickeln sich Elektroautos in einzelnen europäischen Ländern? Und welche Modelle landen tatsächlich in Dienstwagenflotten? Solche Fragen beschäftigen Fuhrparkabteilungen, Leasinggesellschaften, Hersteller und Mobilitätsdienstleister regelmäßig. Häufig beginnt die Antwort mit Tabellen, Dashboards oder spezialisierten Auswertungen. Dataforce will diesen Weg verkürzen – mit einem Chatbot für Automobilmarktdaten.
Das Frankfurter Marktforschungsunternehmen hat mit Ask Dataforce eine KI-Plattform gestartet, über die sich europäische Fahrzeugzulassungsdaten per Chat abfragen lassen. Nutzer geben ihre Frage in natürlicher Sprache ein, das System liefert die Antwort je nach Fragestellung als Text, Tabelle oder Diagramm. Auch ein Export als Excel- oder CSV-Datei ist vorgesehen.

Ask Dataforce kann Marktdaten tabellarisch darstellen und als Diagramm visualisieren. Im Beispiel geht es um BYD-Marktanteile in EU-Ländern.
Keine freie KI, sondern geprüfte Daten
Für Fuhrparkmanager und Mobilitätsverantwortliche kann das vor allem dann relevant werden, wenn Markttrends schnell eingeordnet werden müssen. Etwa bei der Frage, wie sich chinesische Hersteller in Europa entwickeln, welche elektrifizierten Modelle im Flottenmarkt an Gewicht gewinnen oder wie sich private und gewerbliche Zulassungen unterscheiden. Statt eine Analyse klassisch über Filter und Datenbankmasken aufzubauen, soll die Frage direkt im Chat gestellt werden.
Dataforce grenzt Ask Dataforce bewusst von frei arbeitenden KI-Tools ab. Der Assistent greift nach Unternehmensangaben ausschließlich auf den qualitätsgesicherten Datenbestand von Dataforce zurück. Die zugrunde liegenden Informationen stammen aus europäischen Zulassungsdaten, die Dataforce auch in anderen Produkten nutzt und laufend aktualisiert.

Die Explain-Data-Funktion zeigt, welche Daten für eine Antwort genutzt wurden. Das soll Abfragen zu Fahrzeugzulassungen transparenter machen.
Fragen stellen wie im Chat
Die Bedienung soll ohne spezielle Systemkenntnisse funktionieren. Fragen können laut Dataforce in verschiedenen Sprachen gestellt werden. Rückfragen verarbeitet der Assistent im Kontext des bisherigen Chatverlaufs. Gleichzeitig soll das System kenntlich machen, welche Daten verfügbar sind und welche nicht.
Vor dem Start wurde Ask Dataforce über zwölf Monate mit 162 Nutzern getestet. Insgesamt flossen nach Unternehmensangaben 6.274 Fragen in die Erprobung ein. In dieser Phase sei vor allem an der Verlässlichkeit der Antworten gearbeitet worden. Bei Unsicherheit soll das System nachfragen, statt spekulative Antworten zu liefern.
Ein zentraler Punkt für professionelle Nutzer ist die Nachvollziehbarkeit. Dafür bietet Ask Dataforce eine „Explain Data“-Funktion. Sie dokumentiert, welche Datensätze für eine Antwort verwendet wurden. Das ist besonders für Fuhrpark- und Marktanalysen relevant, wenn Ergebnisse intern weitergegeben oder in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.
Ergebnisse als Tabelle oder Diagramm
Größere Ergebnislisten stellt Ask Dataforce tabellarisch dar. Nutzer können Daten anschließend als Excel- oder CSV-Datei herunterladen. Zusätzlich lassen sich Ergebnisse per Klick visualisieren. Damit zielt das Tool nicht nur auf schnelle Antworten, sondern auch auf die Weiterverarbeitung in Präsentationen, Marktübersichten oder internen Entscheidungsunterlagen.

Ask Dataforce beantwortet Marktfragen per Chat. Im Beispiel geht es um Elektroauto-Neuzulassungen in Deutschland und die meistzugelassenen Modelle.
KI übersetzt Frage in Datenbankabfrage
Technisch arbeitet Ask Dataforce mit Large Language Models. Diese übersetzen frei formulierte Nutzerfragen in Datenbankabfragen und bereiten die Ergebnisse verständlich auf. Laut Dataforce kommen dabei unterschiedliche Modelle und Anbieter zum Einsatz, die auf die Besonderheiten des Automobilmarkts und der Datenstruktur trainiert wurden.
Dataforce stellt beim Start vor allem die Kombination aus KI-Bedienung und geprüfter Datenbasis heraus. Der Anspruch sei gewesen, Marktinformationen nicht nur Spezialisten zugänglich zu machen, sondern breiter nutzbar aufzubereiten. „Unser Anspruch bei der Entwicklung von Ask Dataforce war die Demokratisierung der Markttransparenz. Es kombiniert modernste KI-Technologie mit unseren präzisen und umfassenden europäischen Daten rund um Fahrzeugzulassungen. Auf diese Weise können schnell, kinderleicht und preiswert wertvolle Erkenntnisse für Vertrieb, Marketing, Produktplanung und Strategie gewonnen werden“, sagt Mirko Meyer-Wehmann, Managing Director und CIO von Dataforce.
Verlässlichkeit statt KI-Risiko
Auch beim Thema Verlässlichkeit grenzt Dataforce das neue Tool klar von frei arbeitenden KI-Anwendungen ab. Ask Dataforce soll nicht spekulieren, sondern ausschließlich auf geprüfte europäische Zulassungsdaten zugreifen. „Bei aller KI-Euphorie war uns eines besonders wichtig: Verlässlichkeit. Ask Dataforce halluziniert nicht, sondern arbeitet ausschließlich mit unseren manuell geprüften europäischen Zulassungsdaten. Diese Kombination aus präzisen Daten und intelligenter Sprachverarbeitung öffnet Automotive Daten für ein deutlich breiteres Publikum“, sagt Levent Simal, Managing Director von Dataforce.
Kostenloser Testzeitraum für gewerbliche Nutzer
Ask Dataforce ist ab sofort verfügbar. Gewerbliche Nutzer können sich laut Dataforce selbst für einen Zugang registrieren und das Tool im Rahmen eines kostenlosen Testzeitraums mit eigenen Fragestellungen ausprobieren. Für Fuhrparks dürfte der praktische Nutzen davon abhängen, wie gut sich konkrete Fragen zu Segmenten, Antrieben, Marken und Märkten im eigenen Entscheidungsprozess abbilden lassen.






