Ein Reifen, vier Meter mehr Bremsweg – und im Zweifel ein deutlich höheres Risiko. Der ACE hat untersucht, wie sich zehn Sommerreifen der Dimension 225/40 R18 XL bei Nässe, Aquaplaning und Ausweichmanövern unterscheiden. Getestet wurde eine Reifengröße, die unter anderem auf VW Golf, Audi A3 oder Škoda Octavia verbreitet ist und damit in vielen Dienstwagenflotten zum Einsatz kommt. Die Ergebnisse zeigen: Gerade bei Regen liegen zwischen einzelnen Modellen sicherheitsrelevante Unterschiede.
Trockenbremsen: geringe Abstände, hohes Niveau
Beim Bremsen aus 100 km/h liegen die getesteten Sommerreifen insgesamt eng beieinander. Den kürzesten Bremsweg erzielt der Bridgestone, dicht gefolgt von Continental und Michelin. Auch das Schlusslicht Nexen bleibt innerhalb eines überschaubaren Abstands. Auf trockener Fahrbahn liefern alle Kandidaten ein solides Sicherheitsniveau – Unterschiede sind messbar, aber nicht dramatisch.
Alle Ergebnisse zum ACE-Sommerreifentest 225/40 R18 XL lesen Sie hier:
Nassbremsen: mehrere Meter entscheiden
Deutlich klarer fällt das Bild bei nasser Fahrbahn aus. Hier trennen den besten vom schwächsten Reifen fast vier Meter Bremsweg – eine ganze Fahrzeuglänge. Continental setzt sich an die Spitze, während Nexen das Schlusslicht bildet. Für Flottenfahrzeuge, die täglich bei wechselnden Wetterbedingungen unterwegs sind, wird genau dieser Unterschied sicherheitsrelevant.

ACE-Sommerreifentest 2026: Das Testteam montiert und prüft die Reifen der Dimension 225/40 R18 XL unter identischen Bedingungen.
Aquaplaning: Rangfolge kippt
Interessant: Beim Aquaplaning verschiebt sich das Feld deutlich. Nexen, zuvor schwach beim Bremsen, gehört hier plötzlich zu den Bestplatzierten. In Kurven zeigt Falken die höchste Aquaplaning-Resistenz, während Continental früher die Haftung verliert. Das unterstreicht, wie stark einzelne Disziplinen voneinander abweichen können.
Handling: trocken und nass mit gegensätzlichen Ergebnissen
Im Trockenhandling überzeugen vor allem Michelin, Continental, Pirelli und Falken mit präziser Lenkung und stabiler Seitenführung. Auf nasser Strecke dreht sich das Bild: Linglong, zuvor eher unauffällig, erreicht hier Bestwerte, während einige Top-Reifen aus dem Trockenhandling zurückfallen. Für Fuhrparks heißt das: Ausgewogenheit ist wichtiger als Einzelstärken.

Aquaplaning-Test längs: Ermittelt wird, ab welcher Geschwindigkeit Sommerreifen auf nasser Fahrbahn den Kontakt zur Straße verlieren.
Fahrspurwechsel: Stabilität zählt
Beim simulierten Ausweichmanöver auf der Autobahn sammelt Pirelli die meisten Punkte. Insgesamt bleibt das Feld eng, allerdings fällt Nokian Tyres mit einer weniger stabilen Hinterachse negativ auf. Gerade bei plötzlichen Spurwechseln kann das fahrdynamische Reserven kosten.
Gesamtwertung: vier klare Empfehlungen
In der Gesamtwertung sichern sich vier Modelle das Urteil "sehr empfehlenswert". Testsieger wird der Michelin Pilot Sport 4S mit 141 von 170 Punkten, gefolgt von Continental, Bridgestone und Falken. Die übrigen Reifen bleiben "empfehlenswert", liegen aber in sicherheitsrelevanten Disziplinen teilweise deutlich zurück.
Die fünf besten Sommerreifen 2026 (ACE-Test)
1. Michelin Pilot Sport 4S – Testsieger
Mit 141 von 170 Punkten setzt sich der Michelin an die Spitze des Testfelds. Der Reifen überzeugt mit ausgewogenen Leistungen in nahezu allen sicherheitsrelevanten Disziplinen. Besonders stark: stabiles Handling bei Trockenheit und hohe Sicherheitsreserven bei Nässe. Für Fuhrparks bietet der Testsieger ein hohes Maß an Planbarkeit und Fahrstabilität im Alltag.
2. Continental – knapp geschlagen
Nur einen Punkt hinter dem Sieger landet Continental auf Rang 2. Der Reifen glänzt vor allem beim Nassbremsen mit dem kürzesten Bremsweg im Test. Kleine Schwächen im Aquaplaning-Handling verhindern den Gesamtsieg. Insgesamt bleibt Continental aber eine sehr sichere Wahl für Vielfahrer und Flottenfahrzeuge.
3. Bridgestone – stark beim Bremsen
Bridgestone sichert sich Rang drei mit sehr guten Bremsleistungen auf trockener Fahrbahn und soliden Ergebnissen bei Nässe. Der Reifen liefert ein berechenbares Fahrverhalten und punktet vor allem dort, wo Notbremsungen entscheidend sind. Für Fuhrparks mit hohem Autobahnanteil ein relevanter Kandidat.
4. Falken – ausgewogen mit Aquaplaning-Stärken
Falken überzeugt insbesondere beim Aquaplaning und zeigt im Trockenhandling eine stabile Performance. Im Nasshandling gibt es leichte Abzüge, insgesamt reicht es aber klar für das Prädikat "sehr empfehlenswert". Der Reifen bietet ein gutes Sicherheitsniveau bei moderatem Preisgefüge.
5. Pirelli – stark im Handling
Pirelli landet auf Platz 5 und überzeugt vor allem beim Fahrspurwechsel sowie im Trockenhandling. Schwächen bei Nässe kosten Punkte in der Gesamtwertung. Für sportlich orientierte Dienstwagenfahrer interessant, für sicherheitsorientierte Fuhrparks jedoch mit Einschränkungen.






