Sommerreifen müssen im Fuhrparkeinsatz ein breites Leistungsspektrum abdecken: Sie sollen bei kühlen Frühlingstemperaturen ebenso sicher funktionieren wie bei großer Hitze im Hochsommer, kurze Bremswege liefern, stabil lenkbar bleiben und zugleich wirtschaftlich sein. Für Dienstwagenfahrer und Fuhrparkmanager zählt deshalb weniger die Bestleistung in einer einzelnen Disziplin als ein ausgewogenes Gesamtpaket aus Fahrsicherheit, Laufleistung und Effizienz.
Welche Reifen der ADAC 2026 getestet hat
Der aktuelle ADAC-Sommerreifentest 2026 untersucht 16 Modelle der Dimension 225/50 R17, einer in der Mittelklasse weit verbreiteten Reifengröße. Getestet wurden unter anderem Produkte etablierter Hersteller wie Continental, Pirelli und Goodyear ebenso wie Reifen aus dem Budget-Segment. Die Ergebnisse zeigen teils deutliche Unterschiede – sowohl bei der Fahrsicherheit als auch bei der prognostizierten Laufleistung.
So setzt sich die ADAC-Bewertung zusammen
In die Gesamtnote fließen zwei Hauptkriterien ein: Die Fahrsicherheit macht 70 Prozent der Bewertung aus und umfasst Tests auf trockener und nasser Fahrbahn, darunter Bremsen, Handling und Grenzbereich. Die Umweltbilanz geht mit 30 Prozent ein und berücksichtigt Laufleistung, Reifenabrieb, Effizienz und Geräuschentwicklung.

Auf der Teststrecke analysiert der ADAC das Lenkverhalten und die Fahrstabilität von Sommerreifen unter dynamischen Bedingungen.
Warum Umweltbilanz für Fuhrparks relevant ist
Gerade diese Kombination ist für Fuhrparks relevant, da sich sicherheitsrelevante Eigenschaften und wirtschaftliche Faktoren unmittelbar auf Kosten, Standzeiten und Wechselintervalle auswirken.
Die fünf besten Sommerreifen im Überblick (225/50 R17)
- Continental PremiumContact 7 – Note 1,9 (gut): Der Testsieger überzeugt mit der besten Fahrsicherheit im Feld. Sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn bietet der Reifen hohe Reserven, kurze Bremswege und ein präzises Lenkverhalten. Ergänzt wird das durch eine gute Effizienz und eine hohe prognostizierte Laufleistung. Für Fuhrparks ein besonders ausgewogener Reifen.
- Pirelli Cinturato C3 – Note 2,2 (gut): Der Pirelli zeigt vor allem auf nasser Fahrbahn stabile Leistungen und bleibt insgesamt gut kontrollierbar. In der Umweltbilanz liegt er leicht hinter dem Testsieger, bleibt aber auf solidem Niveau. Eine verlässliche Wahl für Vielfahrer.
- Goodyear EfficientGrip Performance 2 – Note 2,3 (gut): Die große Stärke des Goodyear ist seine Laufleistung: Mit rund 58.000 Kilometern erreicht er den höchsten Wert im Testfeld. Bei der Fahrsicherheit liegt er etwas hinter Conti und Pirelli, bleibt aber insgesamt klar empfehlenswert.
- Firestone Roadhawk 2 – Note 2,6 (befriedigend): Der Firestone bietet ordentliche Fahrleistungen, verpasst eine bessere Gesamtwertung jedoch aufgrund einer nur zufriedenstellenden Umweltbilanz. Für Fuhrparks mit stärkerem Kostenfokus kann er dennoch interessant sein.
- Falken Ziex ZE320 – Note 2,7 (befriedigend): Ein insgesamt ausgewogener Reifen ohne gravierende Schwächen, allerdings auch ohne Spitzenwerte. Für bestimmte Einsatzprofile eine brauchbare Option.
Warum Spitzenwerte allein nicht genügen
Der Test zeigt auch, dass sehr gute Ergebnisse in einzelnen Disziplinen kein Garant für eine Empfehlung sind. Der Linglong Sport Master erzielt auf nasser Fahrbahn die beste Einzelwertung im gesamten Testfeld, zeigt jedoch deutliche Defizite bei Trockenheit und verschleißt sehr schnell. Mit einer prognostizierten Laufleistung von rund 26.000 Kilometern landet er trotz starker Nässewerte am Tabellenende (Note 4,2).
Welche Reifen der ADAC nicht empfiehlt
Ähnlich enttäuschend schneiden der Leao Nova-Force Acro sowie der Lassa Revolva ab. Beide Modelle weisen deutliche Schwächen in mehreren sicherheitsrelevanten Bereichen auf und gelten aus Sicht des ADAC als nicht empfehlenswert.

Die ADAC-Infografik vergleicht die prognostizierte Laufleistung von Sommerreifen 2026. Die Unterschiede zwischen den Modellen reichen von rund 26.000 bis knapp 58.000 Kilometer.
Was Fuhrparks aus dem Test ableiten können
Für Unternehmen mit Dienstwagenflotten bestätigt der Test eine zentrale Erkenntnis: Ausgewogenheit schlägt Spezialisierung. Reifen, die nur in einer Disziplin glänzen, können im Alltag schnell zum Sicherheits- oder Kostenrisiko werden. Besonders relevant ist dabei die Laufleistung, da zwischen den getesteten Modellen Unterschiede von mehr als 30.000 Kilometern bestehen – mit direkten Auswirkungen auf Reifenbudget, Werkstattaufenthalte und Fahrzeugverfügbarkeit.
Das EU-Reifenlabel allein reicht für eine fundierte Auswahl nicht aus. Der Test zeigt, dass selbst Reifen mit guten Nasslabel-Werten in anderen sicherheitsrelevanten Disziplinen deutlich schwächer abschneiden können.
Ausgewogenheit zahlt sich aus
Der ADAC-Sommerreifentest 2026 zeigt ein breites Leistungsniveau bei Sommerreifen der Dimension 225/50 R17. Für Fuhrparks lohnt sich der Blick auf Modelle mit stabiler Fahrsicherheit, hoher Laufleistung und solider Umweltbilanz. Wer ausgewogen auswählt, reduziert nicht nur Risiken im Straßenverkehr, sondern senkt langfristig auch die Betriebskosten.






