ADAC-Test: Fast jeder zweite Rastplatz fällt durch

ADAC prüft unbewirtschaftete Rastplätze
Fast jeder zweite Rastplatz fällt im Test durch

Fast jeder zweite geprüfte Autobahn-Rastplatz fällt beim ADAC durch. Schmutzige Sanitäranlagen, Vandalismus, fehlende Notrufeinrichtungen und wenig Service prägen das Bild vor Ort.

Rastplatz Stadtwald 2026
Foto: ADAC

Schmutzige oder defekte Toiletten sind die größte, aber nicht einzige Schwachstelle unbewirtschafteter Autobahn-Rastplätze. Bei einem Test des ADAC erhielten 23 der 50 untersuchten Anlagen die Bewertung „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“. 18 Prozent erreichten ein „gut“, „sehr gute“ Raststätten gab es nicht. Damit schnitten die Standorte insgesamt noch einmal schlechter ab als beim gleichen Test im Jahr 2022.

Mehr als 60 Prozent der Toiletten schneiden schlecht ab

Größte Schwachstelle sind nach wie vor die Sanitäranlagen. 62 Prozent wurden in dieser Kategorie als „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ eingestuft. Teilweise waren Toiletten gesperrt, zudem fehlten oder funktionierten Seifenspender, Handtrockner und Toilettenpapier nicht. Auch Sauberkeit und Zustand der barrierefreien Toiletten wurden häufig bemängelt.

Vergleichsweise gut schnitten die Bereiche Verkehr und Parken ab. Allerdings fehlen auf 38 Prozent der Anlagen spezielle Stellplätze für Pkw mit Anhänger. Auf acht Rastplätzen entdeckten die Tester zudem abgestellte Schrottautos. Bei den Außenanlagen kritisierte der ADAC unter anderem fehlende Bewegungs- und Spielflächen sowie mangelnden Lärmschutz. Nur zwei der 50 Rastplätze verfügten über einen Spielplatz, eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile gab es nirgends.

Jeder fünfte Rastplatz hat keine Notrufeinrichtung

Auch beim Sicherheitsgefühl sieht der Club Defizite: Auf jedem fünften Rastplatz fehlte eine Notrufeinrichtung. Probleme gab es zudem bei der Beleuchtung von Parkflächen und der Einsehbarkeit der Toilettengebäude. Auf allen getesteten Anlagen war allerdings Handyempfang vorhanden. Vandalismusschäden stellte der ADAC auf 96 Prozent der Rastplätze fest.

Eine begleitende Befragung bestätigt das schlechte Bild: 42 Prozent der Nutzer waren mit den Rastplätzen unzufrieden oder sehr unzufrieden, lediglich 28 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Zuständig für die Anlagen sind die regionalen Niederlassungen der Autobahn GmbH des Bundes.