Wer in Unternehmen über Dienstwagen spricht, meint oft Car Policy, Budgetrahmen und Freigaben. Die neue Dataforce-Studie lenkt den Blick auf eine andere Seite des Marktes: auf die Fahrer selbst. Denn mehr als die Hälfte der Dienstwagen wird demnach von den Nutzern eigenständig ausgewählt. Für Fuhrparkverantwortliche ist das keine Randnotiz, sondern ein direkter Hebel für Beschaffung, Markenmix und Antriebsstrategie.
51 Prozent wählen selbst
Laut Dataforce entfallen 51 Prozent der Pkw-Neuzulassungen im Dienstwagenmarkt auf sogenannte User-Chooser. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr 2025 entspricht das rund 447.500 Fahrzeugen. Besonders stark ausgeprägt ist dieses Modell in der IT- und Kommunikationsbranche mit 78 Prozent. Deutlich niedriger liegt der Wert im Gesundheits- und Sozialwesen mit 15 Prozent.

Dataforce weist für User Chooser eine Markentreue von 68 Prozent aus. Auch bei der Kraftstoffart bleibt die Bindung hoch.
Bei der Fahrzeugwahl spielen laut Studie vor allem drei Punkte eine Rolle: Preis-Leistungs-Verhältnis, Marke sowie Fahrkomfort und Ausstattung. Gerade beim Preis zeigt sich, wie stark wirtschaftliche Kriterien die Entscheidung prägen. Für Fuhrparks ist das relevant, weil Wunschfahrzeuge eben nicht nur über Emotion oder Image laufen, sondern oft über harte Kostenargumente. Fahrer von batterieelektrischen Fahrzeugen setzen zusätzlich einen klaren Akzent bei der Reichweite.
Markenwahl oft begrenzt
Ganz frei ist die Auswahl trotzdem nicht. Innerhalb der finanziellen Leitplanken haben viele User-Chooser zwar Spielraum, am häufigsten eingeschränkt ist aber die Markenwahl. Davon profitieren laut Dataforce vor allem deutsche Hersteller. Bei eingeschränkter Markenwahl ist der VW-Konzern bei fast 90 Prozent der User-Chooser zugelassen, Mercedes und BMW bei rund zwei Dritteln. Europäische, asiatische und US-Importmarken liegen jeweils bei 30 bis 40 Prozent, chinesische Marken bei 15 Prozent.

51 Prozent der Dienstwagenfahrenden wählen ihr Fahrzeug selbst. Preis-Leistung, Marke sowie Fahrkomfort und Ausstattung stehen dabei vorn.
Antrieb meist frei wählbar
Interessant für die Elektrifizierungsstrategie vieler Flotten: Rund 85 Prozent der User Chooser dürfen die Antriebsart frei wählen. Genau dort zeigt sich, wie unterschiedlich die Logik hinter den Entscheidungen ist. Beim Verbrenner zählt häufig das Preis-Leistungs-Verhältnis, kombiniert mit niedrigen laufenden Kosten und einfacher Betankung. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen spielen steuerliche Vorteile und Förderungen eine große Rolle. Bei Plug-in-Hybriden sind Förderungen laut Studie sogar der zentrale Auslöser für die Wahl des Antriebs.
Treue zur Marke bleibt hoch
Beim nächsten Dienstwagen bleiben knapp zwei Drittel der User Chooser ihrer Marke treu. Gleichzeitig wechselt mehr als die Hälfte beim nächsten Fahrzeug das Modell. Wenn die Marke gewechselt wird, sind bessere Technik, bessere Ausstattung, ein höherwertiges Segment oder ein attraktiveres Preis-Leistungs-Verhältnis die Hauptgründe. Innerhalb derselben Marke geht es beim Modellwechsel oft in Richtung größer oder hochwertiger.

Die Markenwahl ist laut Dataforce die häufigste nicht-finanzielle Einschränkung bei der Fahrzeugwahl. Dahinter folgen Segment und Kraftstoffart.
BEV-Fahrer bleiben elektrisch
Auch bei der Antriebsart zeigt sich erstaunlich viel Kontinuität. Rund zwei Drittel haben die Absicht, ihrer bisherigen Kraftstoffart treu zu bleiben. Besonders deutlich ist das bei BEV-Fahrern: Nahezu 90 Prozent möchten auch beim nächsten Dienstwagen wieder vollelektrisch fahren. Aktuell fahren 21 Prozent der User-Chooser ein BEV, für den nächsten Dienstwagen planen das 32 Prozent. Der erwartete Zuwachs geht vor allem zulasten klassischer Verbrenner. Während derzeit noch rund 60 Prozent Benzin oder Diesel fahren, wollen künftig nur noch rund 40 Prozent dabei bleiben.
Key facts zur Dataforce-Studie
- Die maßgeblichen Auswahlkriterien sind Preis-Leistungs-Verhältnis, Marke sowie Fahrkomfort und Ausstattung.
- 85 Prozent der User-Chooser dürfen die Antriebsart frei wählen.
- 68 Prozent bleiben beim nächsten Dienstwagen ihrer Marke treu.
- Bei der Kraftstoffart reicht die Treue je nach Antrieb von 58 bis 89 Prozent.
- Die häufigste nicht-finanzielle Einschränkung ist die Markenwahl, danach folgen Segment und Kraftstoffart.
*Die Dataforce-Studie basiert auf den Angaben von mehr als 700 User Choosern.





